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Wunsiedel schließt Lücken im Netz

Der Höfebonus rollt in der Festspielstadt an. Damit sind bald alle Anwesen ans schnelle Internet angeschlossen. Den Auftrag bekommt die SWW.



Haben gut lachen (von links): Markus Hausmann von der SWW, SWW-Geschäftsführer Marco Krasser, Breitbandpatin Inge Schuster, Bürgermeister Karl-Willi Beck und Planer Siegbert Reuther. Foto: Gerd Pöhlmann
Haben gut lachen (von links): Markus Hausmann von der SWW, SWW-Geschäftsführer Marco Krasser, Breitbandpatin Inge Schuster, Bürgermeister Karl-Willi Beck und Planer Siegbert Reuther. Foto: Gerd Pöhlmann  

Wunsiedel - Die Stadt Wunsiedel schließt die letzten Lücken auf der Breitbandkarte. Bürgermeister Karl-Willi Beck und Marco Krasser, Geschäftsführer der SWW Wunsiedel haben am Montag einen entsprechenden Kooperationsvertrag unterzeichnet. Die Stadt nutzt dafür eine Förderung aus dem "Höfebonus" des Freistaats Bayern. Die Investitionskosten betragen rund 905 000 Euro, wovon die Stadt etwa 85 000 als Eigenanteil leisten muss.

Ausbauplan

Der Höfebonus ermöglicht es, 26 weitere Gebäude direkt mit Glasfaser ans Internet anzubinden. Das sind in Holenbrunn die Anwesen Teichstraße 9 und 11; Valetsberg 1 bis 5; Hildenbach 26; Hildenmühle, 14; Luisenburg 1, 2, 2a, 3, 5, 5a, und 7; Katharinenberg 1; Juliushammer 1 bis 3; in Breitenbrunn die Anwesen Am Luxbach 40 und 40a, Zur Weberei5, Zum Kalten Brunnen 14 sowie in Wunsiedel die Hofer Straße 61 und 63. Laut Markus Hausmann, Technischer Leiter bei der SWW, beginnt jetzt die Tiefbauplanung. Nach der Sommerpause sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden. Ende Juni 2019 sollen die Arbeiten beendet sein.

 

Kommunen mit vielen Streusiedlungen haben beim Breitbandausbau mit großen Herausforderungen zu kämpfen. Hier setzt der Höfebonus an. Für Oberfranken stehen in dem Programm 50 Millionen Euro bereit, wobei der Fokus auf einem hohen Anteil direkter Glasfaseranschlüsse in die Gebäude liegt. Wie Beck betonte, hat die Stadt Wunsiedel nun den Höfebonus optimal genutzt und den Ausbau der letzten noch schlecht versorgten Gebäude mit schnellem Internet in die Wege geleitet. Um die über das Stadtgebiet verstreut liegenden Anwesen zu erreichen, sind rund zehn Kilometer Tiefbau notwendig. Die SWW verlegt 19,8 Kilometer Glasfaserkabel. Davon profitieren die Bewohner in den abgelegenen Anwesen, aber auch die Stadt Wunsiedel: Glasfaser in der Fläche ist ein Standortvorteil. Danach hatte CSU-Stadtrat Martin Keltsch bereits in der jüngsten Stadtratssitzung gefragt, als er sich nach dem aktuellen Sachstand in Sachen Breitbandausbau erkundigt hatte.

 

"Wir haben in Wunsiedel auf die Breitbanderschließung seit Jahren schon ein besonderes Gewicht gelegt", sagte Karl-Willi Beck bei der Vertragsunterzeichnung. Schon 2009 seien die DSL-Vermittlungsstellen, sogenannte Outdoor-DSlams, über Glasfaser angebunden worden, damals noch in Zusammenarbeit mit der Telekom. Mit dem Schritt sollten auch im untergeordneten Kupfernetz höhere Geschwindigkeiten erzielt werden. Allerdings hätten sich vor allem in den Abendstunden, wenn viele Leute im Internet gesurft sind, die Nutzer gegenseitig die Bandbreite weggenommen, sagte Beck. "Also haben wir uns gesagt, das kann's nicht sein." Der Stadtrat hatte sich dann dafür ausgesprochen, im weiteren Ausbau auf Glasfaser zu setzen. "Die SWW erhielt einen klaren Auftrag in ihrer Satzung, und es wurde sogar ein Geschäftsbereich ,Glasfaser' geschaffen", erklärte Beck. Aber, darauf legt der Rathauschef Wert, es gebe keinen Automatismus, was die Beauftragung der SWW durch die Stadt betrifft. Jeder weitere Ausbau im Zuge des bayerischen Förderprogramms wird dem Verfahren entsprechend ausgeschrieben. Der Ausbau, sagte Beck, sei immer mit "wenig Zirkus" durchgeführt worden. Von Ärger mit Baustellen und langen Verzögerungen ist die Stadt verschont geblieben. "Wir waren eigentlich immer ein Vierteljahr vor der Frist fertig", sagte SWW-Geschäftsführer Marko Krasser. Eine ähnlich flotte Bauausführung mag er jetzt nicht versprechen, aber binnen Jahresfrist sollte der Ausbau beendet sein.

"Wunsiedel hat verstanden, dass breitbandiges Internet eine Infrastruktur braucht", erklärte Krasser. "Und diese Infrastruktur heißt eben Glas." Seit 2011 baut die SWW im Auftrag der Stadt, aber auch eigenwirtschaftlich das Glasfasernetz in aus. 35 Kilometer Backboneleitung, sozusagen die Hauptader für das schnelle Internet in der Festspielstadt, wurden verlegt, dazu mehr als zehn Kilometer Accessnetz, das die Häuser versorgt. Die SWW setzt immer auf Glasfaser, belässt es bei den alten Kupferleitungn nur unter der Prämisse, die Kunden später mit Glas zu erreichen. Geschäftsführer Marco Krasser fand klare Worte: "VDSL, Vectoring und die anderen Technologien sind im Grunde nur Verhinderer des schnellen Internets." Dass der Glasfaser die Zukunft gehört, sehen nicht nur der Bürgermeister und der SWW-Geschäftsführer so, das zeigten auch die Rückmeldungen der Wunsiedler Nutzer, sagte Beck.

Wie notwendig schnelle Datenleitungen sind, machte auch Siegbert Reuther von Reuther-Netconsulting in Bad Staffelstein deutlich. Eine hohe Bandbreite sei wichtig, um viele Daten in Echtzeit übertragen zu können, erklärte Reuther, der für die Stadt Wunsiedel den Breitband-Masterplan ausgearbeitet hat. Für Glas spreche auch die höhere Sicherheit etwa bei Gewittern. "In der Telemedizin kann ich mir eine garantierte 97-prozentige Erreichbarkeit wie im Kupfernetz nicht leisten", sagte Reuther. "Die fehlenden drei Prozent entsprechen zehn Tagen." Das von der Telekom gepriesene Vectorin bereite vor allem in alten Telefonnetzen größere Probleme.

Sehr zufrieden waren alle Beteiligten mit dem bayerischen Förderprogramm, das eine Glasfasererschließung in der Fläche erst ermögliche. Auch für die gute Zusammenarbeit mit der Regierung von Oberfranken und dem Amt für Breitband, Digitalisierung und Vermessen in Wunsiedel fanden Beck, Krasser und Reuther lobende Worte.

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Gerd Pöhlmann

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Veröffentlicht am:
31. 07. 2018
18:18 Uhr

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Gerd Pöhlmann

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31. 07. 2018
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