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Fichtelgebirge

Der "Katherer" ruft zum Jubiläum

Zum zehnten Mal veranstalten "Die Hundlinge" das Collis Clamat auf dem Wunsiedler Hausberg. Dazu haben sie sich einige Neuerungen einfallen lassen.



Bereits seit Wochen bereiten "Die Hundlinge" um ihren Clan-Chef Michael Fuchs (Vierter von links) das Collis Clamat vor. Foto: Christian Schilling
Bereits seit Wochen bereiten "Die Hundlinge" um ihren Clan-Chef Michael Fuchs (Vierter von links) das Collis Clamat vor. Foto: Christian Schilling  

Wunsiedel - Auf dem Wunsiedler Katharinenberg wird derzeit geschraubt, gesägt und gehämmert, was das Zeug hält. "Die Hundlinge" legen letzte Hand an, um aus dem diesjährigen Collis Clamat etwas ganz Besonderes zu machen. Denn das Mittelalterspektakel feiert heuer seinen zehnten Geburtstag.

"Dazu gönnen wir uns heuer ein Special", sagte Michael Fuchs, quasi das Alphamännchen der Hundlinge. Das Fest beginnt heuer nämlich bereits am Mittwoch mit einem Konzerttag. Das Schlachtfeld, auf dem in den vergangenen Jahren so manch schweißtreibender Kampf ausgetragen wurde, verwandelt sich dann in eine Arena. Auf der Bühne, auf der am Wochenende noch 17 Bands den Weidersberg beim "Sticky-Fingers"-Festival zum Kochen gebracht haben, sind dann mittelalterliche Klänge von drei Gruppen mit sehr eigentümlichen Namen zu hören. Nach dem Einlass ab 18 Uhr starten "Des Teufels Lockvögel" das Programm. Den Höhepunkt bildet "Deutschlands ausgefallendster Beitrag in Sachen Rockmusik", wie es im Programm heißt. "Feuerschwanz" nennt sich die Formation, die eine Verknüpfung von Humor, Historie, Show und Feierlaune verspricht. Zum Abschluss an diesem Abend haben dann die "Blackbeers" aus Selb mit ihrem Piraten-Rock ein Heimspiel.

Am Donnerstag bildet die Arena die Kulisse für einen Zirkustag. Unter anderem dürfen die Besucher dabei auch eine Kampfkunstshow des Ensembles der Luisenburg bewundern.

Und zum Jubiläum haben sich die Hundlinge etwas Besonderes einfallen lassen. Am Freitag beginnt das mittelalterliche Treiben mit einem Festzug. Der bunte Haufen läuft ab 11 Uhr vom Burgermühlweiherplatz über den Marktplatz und die Kellergasse auf den Katharinenberg. "Es werden wohl mehr als 500 Leute am Festzug teilnehmen", schätzt Organisator Fuchs. Alle 70 Gruppen, die auf dem Katharinenberg lagern, stellten dazu Abordnungen mit drei bis 30 Personen. Auch die Marketender, Gaukler und Bedienstete des Greifvogelparks mit ihren Raubvögeln nehmen den Anstieg auf den Wunsiedler Hausberg in Angriff. Dort angekommen spricht dann Stadtmagistrat Karl-Willi Beck zum niederen Volk und zum Hochadel, ehe das bunte Treiben seinen gewohnten Gang geht.

Der Samstag und Sonntag verlaufen dann in den üblichen Bahnen. Der Henker vollstreckt sein blutiges Handwerk, Feuershows auf dem Schlachtfeld und Vorführungen im Greifvogelpark wechseln sich ab. Selbstverständlich werden auch wieder Schüsse von verschiedenen Katapulten abgeschossen. Auf verschiedenen Bühnen ist immer wieder Live-Musik von zahlreichen Bands zu hören. Gaukler unterhalten die Besucher und diverse Marketender bieten ihre Ware feil und sorgen für das leibliche Wohl. Die Schaulustigen dürfen sich aber zudem selbst aktiv am Geschehen beteiligen, etwa beim Bogenschießen.

Dabei rechnen die Organisatoren wieder mit mehr als 10 000 Besuchern, ähnlich wie im letzten Jahr, als das Wetter nicht wie gewohnt mitspielte. Der Katharinenberg platzte dabei bereits aus allen Nähten. "Wir mussten mehr als zehn Gruppen absagen", sagt Fuchs. Und dies ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass es sich bei den meisten Lagergruppen um Wiederholungstäter handelt. "Wir haben Händler und Rittersleut in ihren Zelten, die uns bereits seit der ersten Auflage von Collis Clamat begleiten", freut sich Fuchs. Für die "B-Camper", Besucher, die beim Zelten nicht auf allen Komfort verzichten wollen, so wie manch ein eingefleischter Mittelalterfan, stellt die Jugendherberge heuer erstmals die umliegenden Wiesen zur Verfügung.

Und um alle Kriegsschauplätze bequemen Fußes zu erreichen, haben die Hundlinge in den vergangenen Wochen auch die Wege rund um den Katherer hergerichtet und mit Schotter und Sand befestigt. "Unternehmer aus Wunsiedel und Marktredwitz haben uns dabei mit Material, Maschinen und Know-How unterstützt", dankt Fuchs auch anderen Sponsoren.

Um Alkoholfahrten zu verhindern und um die Parksituation angesichts des Besucherandrangs zu entschärfen, wird heuer ein größerer Shuttle-Service angeboten. Ein 30-Mann-Bus bringt die Besucher am Freitag von 11 bis 23 Uhr, am Samstag von 12 bis 1 Uhr und am Sonntag von 12 bis 18 Uhr im 60 Minuten-Takt für zwei Euro auf den Berg. Haltestellen sind beim Mini-Mix-Markt, am Burgermühlweiherplatz sowie am Marktplatz. "Aufi am Berg", heißt dann ab morgen die Devise. Denn einem erfolgreichen zehnten Collis Clamat steht wohl nichts mehr im Wege.

Autor

Christian Schilling
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Veröffentlicht am:
06. 08. 2018
17:34 Uhr

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Christian Schilling

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06. 08. 2018
17:34 Uhr



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