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Fichtelgebirge

Volles Programm für Ferienkinder

Zwei Wochen lang bauen Kinder einen Lehm-Ofen, basteln, spielen und unternehmen Ausflüge. Am Samstag findet die große Abschlussveranstaltung der Aktion statt.



Marie (links) und Anna schneiden Äpfel. Daraus pressen die Kinder dann ihren eigenen Saft. Foto: Marina Richtmann
Marie (links) und Anna schneiden Äpfel. Daraus pressen die Kinder dann ihren eigenen Saft. Foto: Marina Richtmann  

Wunsiedel - Am Samstag gibt es Pizza im Kinder- und Jugendhilfezentrum in Wunsiedel. Aber keine gewöhnliche Pizza - diese hier wird in den Flammen eines Drachens gebacken. Noch ist der Drache aber grau und ein wenig feucht. Er wurde in den vergangenen beiden Wochen erst errichtet - rund 90 Kinder zwischen sechs und dreizehn Jahren nehmen am zweiwöchigen Lehmbau-Projekt "Natur erleben" im Kinder- und Jugendhilfezentrum Wunsiedel teil.

Gemeinsam bauen sie einen voll funktionsfähigen Pizzaofen aus Lehm. Den gab es hier schon mal - leider war der alte Ofen aber inzwischen in die Jahre gekommen und musste deshalb abgerissen werden. Die Kinder sind sich aber einig: "Aus dem Lehmofen schmeckt die Pizza am besten!" - und deshalb sollte wieder ein neuer her. Der stellt einen Drachen dar. Bis dieser Drache aber zum ersten Mal Feuer fängt, ist noch ein wenig Geduld gefragt, erklärt Brigitte Wolf, Leiterin des Ferienprogramms: "Der Ofen muss gut austrocknen, damit keine Risse entstehen. Danach wollen wir ihn noch anmalen."

Der Drache hat also vorerst Pause - Stattdessen sind die Jungen und Mädchen aber anderweitig beschäftigt. Eine rund 25-köpfige Gruppe ist mit dem Fahrrad unterwegs, andere spielen im Garten, wieder andere nehmen an den verschiedenen Programmen teil. Heute können die Kinder aus Socken Steckenpferde basteln. Einige Mädchen verwandeln ihre Tiere in Einhörner und reiten nun auf bunten Fabelwesen durch den Garten.

In zwei Zelten können die Kinder außerdem Taschen filzen und Schwerter bauen; an einem weiteren Tisch sitzen Kinder und Betreuer, die Taschenbücher zu Skulpturen falten. "Jeder macht das, worauf er gerade Lust hat. Bei uns sind alle Programme freiwillig - unser oberstes Ziel ist es, dass die Kinder Spaß haben und glücklich sind.", erklärt Brigitte Wolf.

Jeden Tag ist etwas geboten. An manchen Tagen gibt es größere Ausflüge wie zum Beispiel in den Greifvogelpark, meistens beschränkt sich das Programm aber auf den Garten. Langweilig wird es hier trotzdem nicht: "Wir haben schon Gipsmasken und Traumfänger gebastelt, T-Shirts gestaltet, ein Lagerfeuer gemacht oder sind Waveboard gefahren", zählt Brigitte Wolf auf.

Sie leitet das Ferienprogramm schon seit mittlerweile 19 Jahren. Damals erreichte sie ein Anruf von der Kreisjugendpflege. Ein Projekt mit Lehmbau sollte ins Ferienprogramm aufgenommen werden. Nur: Wer sollte eine solche Aktion durchführen? Und vor allem: wo? Brigitte Wolf stellte sich der Herausforderung - und so entstand im Garten des Kinder- und Jugendhilfezentrums die bunte Hütte, in der auch jetzt, 19 Jahre später, Kinder herumtoben.

Als das Programm nach dem ersten erfolgreichen Jahr fortgesetzt werden sollte, überlegte sie sich ein neues Konzept: "Die ganze Zeit nur mit Lehm zu arbeiten, ist zu eintönig für die Kinder. Einige verlieren schnell die Geduld und somit den Spaß am Projekt." Also musste ein Rahmenprogramm her - und das wurde jedes Jahr immer weiter ausgebaut: Spiele, Projekte, Workshops und Bastelstationen kamen dazu, mittlerweile stellen die Kinder hier sogar ihren eigenen Apfelsaft her. In einem Turnraum tanzen Lina und Tara mit einigen Jungen und Mädchen. Die beiden sind 16 und 17 Jahre alt und waren als Kinder fast jedes Jahr beim Lehmbau-Projekt dabei. "Es hat einfach immer Spaß gemacht, und viele unserer Freunde waren auch mit dabei.", sagen die beiden. Als sie irgendwann zu alt zum Mitmachen waren, blieben die Mädchen dem Ferienprogramm trotzdem treu und engagieren sich seitdem als Helferinnen. Mit Brigitte Wolf, fünf Erziehern und zehn weiteren Helfern und Praktikanten aus der Erzieherschule sorgen sie auch in diesem Jahr für ein kindgerechtes, abwechslungsreiches Programm.

Den Tanz, den sie mit ihren Schützlingen einüben, zeigen sie am Samstag ab 13.30 Uhr beim großen Abschlussfest. Dorthin sind nicht nur Familienmitglieder und Freunde der Teilnehmer eingeladen, sagt Brigitte Wolf: "Die ganze Bevölkerung ist herzlich willkommen. Es gibt neben Essen und Trinken auch ein Programm mit Aufführungen, Spielen und Workshops für Jung und Alt."

Autor

Marina Richtmann
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Veröffentlicht am:
05. 09. 2018
17:30 Uhr

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Marina Richtmann

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05. 09. 2018
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