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Fichtelgebirge

Neue Tümpel für bedrohtes Leben

In Seedorf befindet sich eine Goldgrube für bedrohte Arten. Der Bund Naturschutz und die Firma Hart Keramik entfernen nun schädlichen Bewuchs.



Ein Bagger bei der Anlage von Tümpeln in der Tongrube. Fotos: BN
Ein Bagger bei der Anlage von Tümpeln in der Tongrube. Fotos: BN   » zu den Bildern

Seedorf - Die Tongrube Seedorf im Südosten des Landkreises Wunsiedel stellt für den Artenschutz eine wahre Goldgrube dar. Wie der Bund Naturschutz (BN) mitteilt, haben Experten in der ehemaligen Grube gleich mehrere Dutzend seltene, vom Aussterben bedrohte Pflanzen, Libellen, Heuschrecken, Laufkäfer, Spinnen und Vogelarten nachgewiesen. Die offenen Pionierstandorte auf Lehmen und Tonen, insbesondere die von kleinen Rinnsalen überrieselten, sickerfeuchten Bereiche seien, so die Mitteilung weiter, die entscheidenden Qualitätsmerkmale.

Um diesen Sonderstandort zu erhalten, müssen im Abstand von sechs bis acht Jahren größere Bereiche abgeschoben werden. Sonst entstünde schon bald eine geschlossene Verbuschung. Heuer standen daher die 2009 angelegten Tümpel und die Überrieselungsflächen auf der Agenda des BN. Die Tümpel waren entweder bereits verlandet oder mit Gehölzen zugewachsen. Im Bereich der besonders wertvollen Überrieselungsflächen hatten sich bereits Weiden, Erlen und kleine Birken angesiedelt.

Es habe daher dringender Handlungsbedarf bestanden, so der BN. Vor ein paar Tagen stellte die Firma Hart Keramik (Ziegelwerk Waldsassen) nun einen großen Moorbagger bereit. Und unter der fachlichen Leitung von Karl Paulus wurden mehr als 15 Kleingewässer und Tümpel angelegt. Im Bereich der überrieselten Flächen wurden die Gehölze selektiv herausgebaggert. Das ausgehobene Material soll in einem späteren Arbeitsgang noch mit der Planierraupe verfrachtet werden. Es sei ein erfreuliches Ereignis für die Naturschützer gewesen, dass schon kurz nach der Maßnahme der seltene Flussregenpfeifer beobachtet werden konnte.

BN-Kreisvorsitzender Fred Terporten-Löhner bedankt sich herzlich, insbesodere bei Sebastian Hart, für die Bereitstellung des Baggers und das große Verständnis für den Artenschutz. Bei dem Projekt in Seedorf zeige sich deutlich, schließt die Mitteilung, dass Ökonomie und Ökologie keine Gegensätze sein müssen.

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Veröffentlicht am:
09. 09. 2018
17:24 Uhr

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Drohung und Bedrohung Keramik
Seedorf
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