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Fichtelgebirge

Das "C" als Zeichen einer ökumenischen Idee

Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein besucht die CSU-Senioren in Weißenstadt. Dabei plädiert er für einen letzten Lebensabschnitt in Würde.



Der ehemalige Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein (Mitte) zu Gast bei den CSU-Senioren in Weißenstadt mit (von links): Erhard Hildner, Willi Müller, Dr. Karl Döhler, Martin Schöffel und Heinz Brucker. Foto: Silke Meier
Der ehemalige Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein (Mitte) zu Gast bei den CSU-Senioren in Weißenstadt mit (von links): Erhard Hildner, Willi Müller, Dr. Karl Döhler, Martin Schöffel und Heinz Brucker. Foto: Silke Meier  

Weißenstadt - Groß ist die Besucherschar bei den "Weißenstädter Gesprächen" im Kurzentrum in Weißenstadt gewesen. Mitglieder der CSU-Seniorenunion der seit September fusionierten Kreisverbände Fichtelgebirge und Kulmbach hörten einen engagierten Vortrag des früheren bayerischen Ministerpräsidenten und Innenministers Dr. Günther Beckstein.

Am Tag vor seinem 75. Geburtstag wurde Beckstein von mehr als 100 Gästen mit herzlichem Applaus im Festsaal empfangen. Er war kurzfristig für Generalsekretär Markus Blume eingesprungen. Günther Beckstein ging in seiner Rede auf die Anfänge der CSU ein und sagte: "Die Grundsatzentscheidungen in den vergangenen Jahrzehnten waren richtig."

Das große "C" ("Christlich") im Namen der Partei stehe für eine erste ökumenische Idee. "Die Union wollte damals die Konfessionsgrenzen und die konfessionellen Spaltungen in der Politik überwinden." Beckstein erinnerte an die Entscheidungen für die Westbindung und die Soziale Marktwirtschaft, für die Wiederbewaffnung in den 1950er-Jahren sowie für die Integration in Europa, die dynamische Rente und die Krankenversicherung mit medizinisch erstklassiger Versorgung für alle.

Der Ministerpräsident a. D. äußerte auch seine Freude darüber, dass Markus Söder den Parteivorsitz übernehmen werde und nach nur einem halben Jahr erneut zum Ministerpräsidenten gewählt wurde. Bei der Landtagswahl habe der Wähler für die Koalition entschieden. In den Sachthemen "Innere Sicherheit" und "Migration" gebe es "fulminante Unterschiede" zu den Grünen, sagte er. Dagegen werde in den Eckpunkten im Programm der Freien Wähler deutlich, dass eine vernünftige und zukunftsweisende Politik möglich sei. "Die Menschen wollen keine parteipolitischen Streitereien, sondern gemeinsame Politik, die Probleme anpackt."

Eine "Riesenchance" ist nach seinen Worten die Kandidatur von Manfred Weber, des stellvertretenden CSU-Vorsitzenden und Fraktionsvorsitzenden der EVP, für die Europawahl. Beckstein begrüßt auch die europäische Armee, damit Europa "grundsätzlich effizienter" werden und sich behaupten könne.

Die Russen seien unter Putin machtbewusster geworden, und das Vertrauen in Trump sei "steigerungsfähig". Beckstein: "Ich schließe nicht aus, dass Trump eine zweite Wahlzeit haben wird, auch, wenn er mit der Wahrheit ein bisschen Probleme hat." Amerika müsse wegen der schwachen Infrastruktur auf sich selbst schauen, und es ist nach den Worten des früheren Innenministers "folgerichtig, wenn wir uns auf uns besinnen".

Im Umgang mit der Diesel-Affäre und dem Thema Klimaschutz seien Fehler gemacht worden. Hier sei eine Balance zwischen der Ökonomie der Wirtschaft und der Umwelt geboten.

Der Migrations-Pakt hat nach den Worten Günther Becksteins große Schwachpunkte: "Man kann unterschreiben, ohne große Probleme zu haben, aber manches hätte ich mir anders gewünscht." Grundsätzlich sei es wichtig, Europa zu stabilisieren und mit England einen geordneten Übergang und eine vernünftige Regelung zu finden.

Zur Sicherung des Lebensstandards im Alter sei eine florierende Wirtschaft nötig, sagte Beckstein. Der Fachkräftemangel am Bau und in der Pflege müsse behoben werden, auch durch ein Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz.

In einer humanen Gesellschaft müsse auch der letzte Lebensabschnitt in Würde möglich sein, etwa durch das Landespflege-Geld. Grundsätzlich müsse über die Bezahlung nachgedacht werden. Beckstein dazu: "Ich war Chef eines Automobil-Landes, aber die Pflege am Menschen muss mehr wert sein, als an einem Auto herum zu schrauben." Flächendeckendes, schnelles Internet sei notwendig im Prozess der Digitalisierung und eine große Chance für den ländlichen Raum, schloss Beckstein. Seinem Vortrag schlossen sich kurze Reden des Landtagsabgeordneten Martin Schöffel, von Landrat Dr. Karl Döhler, von Erhard Hildner von der Senioren-Union Kreisverband Kulmbach und von Willi Müller, dem ehemaligen Staatssekretär, an.

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Silke Meier
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Veröffentlicht am:
25. 11. 2018
15:50 Uhr

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Silke Meier

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25. 11. 2018
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