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Mit Forelle und Gurke ins Aus

Christoph Vejdovsky aus Weißenstadt schafft es bei "The Taste" unter die Top Vier. Der 25-Jährige erlebt das Finale mit allen Kandidaten bei Alexander Herrmann in Nürnberg.



Christoph Vejdovsky (links) mit seinem Chef, Sterne-Koch und Coach Alexander Herrmann im Finale. Jetzt geht es um jede kleinste Nuance. Foto: SAT 1/Jens Hartmann
Christoph Vejdovsky (links) mit seinem Chef, Sterne-Koch und Coach Alexander Herrmann im Finale. Jetzt geht es um jede kleinste Nuance. Foto: SAT 1/Jens Hartmann  

Wirsberg/Weißenstadt - Er hat es bis ins Finale geschafft, doch die letzte Hürde konnte er nicht mehr nehmen: der Patissier Christoph Vejdovsky aus Weißenstadt. Zehn Wochen lang war er Kandidat bei der bekanntesten Fernseh-Kochshow auf SAT 1, "The Taste". Am Herd stand er hier im Team des Sterne-Kochs Alexander Herrmann, in dessen Posthotel in Wirsberg er seit April dieses Jahres wieder für Gaumenfreuden sorgt. Im Finale ist der gebürtige Österreicher mit seinem zweiten Löffel nicht in die letzte Runde gekommen.

"Yuzu und Kokos braucht kein Mensch", urteilt Coach Alexander Herrmann, als er die Geschmacks-Paarungen sieht, die Gast-Juror und Drei-Sterne-Koch Jan Hartwig für die Kandidaten parat hält. "Es wäre mein absoluter Favorit", so die konträre Meinung seines Zöglings Vejdovsky. Und er zieht die Karte tatsächlich. Die Coaches sind diesmal verdammt zum Zuschauen. Hinlangen strikt verboten. Sie können ihre Kandidaten nur beraten.

Der 25-Jährige Vejdovsky ist äußerst angespannt und aufgeregt. Ansehen kann man es ihm nicht, aber im Interview mit der Frankenpost in Wirsberg verrät er seine Emotionen während des Finales. "Da stehst du total unter Stress", sagt er. Dennoch zaubert er einen beeindruckenden Löffel, auf dem sich Seezunge in einer Soja-Sesam-Öl-Vinaigrette aalt, geschmiegt an Yuzu-Gel und begleitet von Kokosnuss-Crumble und Ingwer. "Man bangt schon und zittert", erzählt der Patissier vor laufender Kamera beim Finale, als Jan Hartwig seinen Löffel zum Mund führt. "Schöne, knackige Textur", findet er und fügt "großartig" hinzu. Der Wahl-Weißenstädter landet unter den Top Vier, zusammen mit Alexander Herrmanns zweiter Kandidatin.

Jetzt bleibt sogar den vier Sterne-Köchen, die ihre Kandidaten nur noch mit Worten unterstützen dürfen, der Mund offen stehen. Denn wer jetzt als Gast-Juror auftritt, zählt zu den besten Köchen der Welt: Harald Wohlfahrt, seit 25 Jahren in Folge mit drei Sternen dekoriert. "Da mach ich sogar noch einen Knicks", meint der sonst eher für kernige Aussprüche bekannte Frank Rosin ehrfürchtig. "Geschmackssicherheit, Ehrgeiz und Fleiß" - das sind für Wohlfahrt die Pfeiler für den Erfolg.

Christoph Vejdovsky zieht die Kombination Eismeerforelle und Gurke. Mit Fingerspitzengefühl zelebriert der 25-Jährige eine gebeizte und geflämmte Eismeerforelle auf den Löffel, dazu Gurken-Sud, gepickelte Gurke, Gurken-Schalotten-Salat, Meerrettich-Creme und Kartoffel-Schuppen. "Ich hab’ alles aus der Gurke rausgeholt", resümiert der Zögling Herrmanns.

Harald Wohlfahrt schiebt sich mit starrer Miene einen Löffel nach dem anderen in den Mund. "Optisch sind alle hervorragend", so sein erstes Urteil, nachdem er jedes Gericht eine schiere Ewigkeit zu kauen scheint. "Das hat mich an den Rand des Wahnsinns gebracht", zappelt Alexander Herrmann aufgeregt herum. Keinerlei Emotionen sind im Gesicht des Drei-Sterne-Kochs zu erkennen, der sich letztlich gegen die beiden Kandidaten des Wirsberger Sterne-Kochs, eben gegen Vejdovsky und dessen Kollegin Melanie, entscheidet. "Die Löffel waren nicht viel minder", versichert Wohlfahrt. "Ein mieses Gefühl, ein Schock, man fühlt sich niedergeschlagen", muss der 25-Jährige das Ende bei "The Taste" erst einmal verdauen - und wünscht den beiden Finalisten viel Glück. Der 56-jährige Gary aus Amsterdam gewinnt "The Taste" mit seinem Coach Roland Trettl, darf 50 000 Euro mit nach Hause nehmen und bekommt sein eigenes Kochbuch.

Bei einer Partynacht erleben Christoph Vejdovsky und alle anderen Kandidaten, die es in die Sendung geschafft haben, am Mittwoch das Finale, das ja schon seit Langem im Kasten ist. Doch strengste Geheimhaltung war angesagt. Wer wusste, wie das Finale ausgeht, war zu eisernem Stillschweigen verdonnert, erzählt Vejdovsky der Frankenpost. "Alexander Herrmann hat uns alle zur Final-Party in sein Nürnberger Lokal Imperial eingeladen. Das war echt klasse von ihm", erzählt der 25-Jährige nach der langen Nacht mit gemeinsamem Essen und natürlich dem gemeinsamen Anschauen des Finales. "Natürlich wäre es das Größte gewesen, am Ende ganz oben zu stehen", sagt er ein wenig betrübt und enttäuscht, es nicht unter die letzten Zwei geschafft zu haben. Doch es sei eben "nur ein Löffel", nicht das komplette Können. "Aber es erfüllt mich auch mit Stolz, unter die Top Vier gekommen zu sein", schiebt er mit seinem heiteren Optimismus gleich hinterher.

Seinen großen Auftritt hat der junge Koch und Patissier, der als Tournant arbeitet, jeden Abend in Herrmanns Posthotel in Wirsberg. Am Schau-Tresen präsentiert er Grüße aus der Küche vor Publikum, unter anderem Laugenbrezel mit Haselnuss und Schokolade oder gepuffte Schweineschwarte mit Zimt und Zucker. Christoph Vejdovsky zaubert die kleinen Köstlichkeiten auf der Bühne des Gourmet-Restaurants auf Mini-Maibäumchen und ist da voll in seinem Element.

Als Tournant findet der Gast den gebürtigen Österreicher momentan überall im Posthotel. "Ich bin da, wo’s brennt", schmunzelt Christoph Vejdovsky, "quasi Mädchen für alles". Gelernt hat er nicht nur Koch, sondern auch Kellner und Bürokaufmann. "Doch meine Leidenschaft ist und bleibt das Kochen."

Als er im Halbfinale zum Entscheidungs-Kochen antreten und Maultaschen machen muss, "war dies zum ersten Mal", gesteht er. Alexander Herrmann habe ihn als "perfekter Coach" unterstützt. "Er ist für mich der beste Chef, wir harmonieren sehr gut." Im Posthotel werde in der Küche "nie geschrien". Da herrsche kein Kasernen-Ton wie bei so manchem Sterne-Koch. "Wer schreit, kann seine Koffer packen."

Christoph Vejdovsky, dessen großes Vorbild der Spitzen-Patissier Christian Hümbs ist, bricht eine Lanze für den Beruf des Kochs, den immer weniger junge Leute ergreifen möchten. "Natürlich muss man arbeiten, wenn andere frei haben, aber dafür kann ich einkaufen oder in eine Therme gehen, wenn kaum etwas los ist." Fertiggerichte würden bei ihm nie auf dem Teller landen. "Man bekommt Respekt im Umgang mit Lebensmitteln. Auch wenn ich nicht vegetarisch leben möchte, muss es ja nicht täglich Fleisch sein", betont der junge Koch, der auch die "Mama- und Oma-Küche" liebt.

Wie feiert Vejdovsky aus Kloster Neuburg das Fest? "An Heiligabend sind wir bei der Familie meiner Freundin in Weißenstadt, am Tag darauf geht’s zu meiner Familie bei Wien." Er bevorzugt an Weihnachten eine Gans. "Aber eigentlich ist es egal, ob Würsteln mit Kraut oder Braten - hier geht es um Tradition. Das, was man isst, muss Erinnerungen wecken und das Herz berühren."

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Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
06. 12. 2018
12:38 Uhr

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Peggy Biczysko

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