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Fichtelgebirge

"Wir müssen ein Ökologie-Landkreis werden"

Bad Alexandersbads Bürgermeister Peter Berek im Frankenpost-Interview.



Herr Berek, nicht nur die Bürger in Bad Alexandersbad fragen sich, warum Sie ausgerechnet jetzt, da die Ortsmitte so gut wie fertig ist, das Bürgermeisteramt aufgeben wollen.

Natürlich hänge ich an Bad Alexandersbad. Wenn ich 2020 das letzte Mal meinen Arbeitsplatz in der Gläseren Mitte verlassen werde, fließen sicherlich Tränen. Aber dann sind es zwölf Jahre, die Bad Alexandersbad den Berek auf dem Buckel hatte, das reicht. Nun soll jemand anderes dem Heilbad seinen Stempel aufdrücken. Ich sehe politische Arbeit in Phasen. Wenn man zu lange an einem Amt klebt, schleifen sich viele Dinge ein, die nicht unbedingt gut sein müssen. Daher: Der nächste bitte.

 

Was reizt Sie am Amt des Landrats?

Ich liebe das Fichtelgebirge und glaube, dass wir in bestimmten Punkten noch stärker sein können als andere Regionen in Deutschland. Hier sehe ich große Chancen.

 

Es gibt viele Mittelgebirge. Wie wollen Sie die Region zum Beispiel vom Rothaargebirge oder dem Schwarzwald abheben?

So schön es bei uns auch ist, mit der Landschaft allein gelingt uns dies nicht. Ich sehe unter anderem die Ökologie als das Mega-Thema der nächsten Jahre. Daher müssen wir der Ökologie-Landkreis in Deutschland werden. Dazu gehören die erneuerbaren Energien ebenso wie nachhaltiges Bauen: Fichtelgebirgs-Granit ist allemal besser als zum Beispiel ein Import aus China. Im Kleinen haben wir in Bad Alexandersbad mit dem Bioenergie-Heilbad gezeigt, dass dies möglich ist.

 

Der Landkreis hat schon heute das Siegel Bildungsregion. Auch ist das Fichtelgebirge eine "Gesundheitsregion plus".

Ich sehe die medizinischen Angebote als Teil des Ökologie-Landkreises und letztlich als Chance für die Weiterentwicklung des Klinikums Fichtelgebirge. Hier geht es um Themen wie integrative Medizin. Ja, vielleicht auch um Osteopathie.

 

Da machen Sie sicherlich mit der unerbittlichen Härte der Gesundheitspolitik Bekanntschaft.

Natürlich weiß ich nicht, ob die Weiterentwicklung des Klinikums erfolgreich sein wird. Aber wenn man es nicht versucht, geschieht auch nichts. Auch in Bad Alexandersbad hat man anfangs die Entwicklung nicht für möglich gehalten, die dann eingesetzt hat.

 

Die Gesundheitspolitiker im Bund werden sich bei ihren Entscheidungen nicht unbedingt für die Situation im Fichtelgebirge interessieren.

Daher ist es so wichtig, unsere Ansichten nach "oben" in die große Politik zu transportieren. Übrigens war und ist Landrat Dr. Karl Döhler wirklich hervorragend darin, der "großen Politik" aufzuzeigen, welche Auswirkungen Entscheidungen auf die Basis haben.

 

In welchen Feldern ist das Fichtelgebirge besser als die Ballungsräume?

Auf jeden Fall in der Kinderbetreuung. In Nürnberg kostet ein Kita-Platz viel mehr Geld, und am Ende ist nicht klar, wie gut die Betreuung tatsächlich ist. Dies ist im Fichtelgebirge anders, eben weil wir eine kleinteilige Region mit weniger großen Einheiten sind. Genau dies ist übrigens unsere Stärke. Ich sehe meine Aufgabe auch darin, zu eruieren, wo wir überall cool sind. All diese Bereiche werden wir ausbauen.

 

Sie haben sich entschieden, das Bürgermeisteramt aufzugeben, obwohl Sie noch nicht einmal von der CSU nominiert worden sind. Wie geht es für Sie weiter, falls Sie nicht nominiert oder letztlich gewählt werden?

Meine Entscheidung, das Bürgermeisteramt in Bad Alexandersbad in andere Hände zu geben, habe ich schon vor einiger Zeit gefällt. Demnächst will ich mich mit CSU, Freien Wählern und SPD treffen und alles besprechen. Und wenn ich nicht nominiert oder gewählt werden sollte? Dann hätte ich noch einige andere Möglichkeiten.

 

Die Fragen stellte Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
09. 12. 2018
17:48 Uhr

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