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Fichtelgebirge

AWO betreibt Selber Frauenhaus

Die Beteiligten unterzeichnen eine Vereinbarung für die Übernahme im Landratsamt Wunsiedel. Bereits jetzt gibt es einen Platz mehr und damit auch mehr Fördergelder.



Die Schlüsselübergabe ist perfekt: Ab dem 1. Januar 2019 ist der AWO-Kreisverband Träger des Frauenhauses in Selb. Im Bild (von links): Landrat Karl Döhler, die Vorsitzende des Vereins "Frauen in Not", Elke Schlecht, AWO-Kreisvorsitzender Alexander Wagner, die Geschäftsbereichsleiterin Gesundheit, Soziales und Kommunales beim Landratsamt, Dr. Alexa Buckler und der Fachbereichsleiter Sozialwesen am Landratsamt, Manfred Söllner. Foto: pr.
Die Schlüsselübergabe ist perfekt: Ab dem 1. Januar 2019 ist der AWO-Kreisverband Träger des Frauenhauses in Selb. Im Bild (von links): Landrat Karl Döhler, die Vorsitzende des Vereins "Frauen in Not", Elke Schlecht, AWO-Kreisvorsitzender Alexander Wagner, die Geschäftsbereichsleiterin Gesundheit, Soziales und Kommunales beim Landratsamt, Dr. Alexa Buckler und der Fachbereichsleiter Sozialwesen am Landratsamt, Manfred Söllner. Foto: pr.  

Wunsiedel - Der AWO-Kreisverband Wunsiedel übernimmt zum 1. Januar 2019 das Frauenhaus in Selb vom Verein "Hilfe für Frauen in Not" (wir berichteten). Am Donnerstagmorgen fand dafür im Landratsamt die offizielle Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen den Landkreisen Hof und Wunsiedel, der Stadt Hof und der Arbeiterwohlfahrt statt.

Laut Landrat Dr. Karl Döhler ist lange über die Zukunft des Frauenhauses diskutiert worden. Dieses hatten Heidrun Fichter und Ludmilla Amann vor 40 Jahren gegründet. Bereits 2017 hätten die Beteiligten über die finanzielle Situation beraten und dann im Sommer 2018 entschieden, der AWO die Trägerschaft zu übertragen. "Wir sind froh, dass wir das Frauenhaus haben", betonte der Landrat. Er zeigte sich zudem erfreut darüber, dass der Landkreis künftig weniger finanzielle Beiträge leisten müsse, da das Frauenhaus um einen Platz auf nun acht Plätze erweitert werde. Somit steige auch die Förderung durch den Freistaat Bayern, wie AWO-Kreisvorsitzender Alexander Wagner erläuterte.

Die Zuschüsse des Freistaates erhöhen sich demnach rückwirkend für 2018 auf 43 000 Euro und für 2019 auf 46 500 Euro. Döhler zufolge müssen die Kommunen, also Landkreise und Städte, pro 10 000 Einwohnerinnen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren einen Frauenhaus-Platz vorhalten. Heidrun Fichter vom Frauenhaus und Landtagabgeordnete Inge Aures hätten die AWO schon vor einiger Zeit darum gebeten, sich der Sache anzunehmen, sagte Wagner. Denn anderenfalls habe die Gefahr bestanden, dass das Frauenhaus aufgelöst werden müsse, weil die Aufgaben nicht mehr ausschließlich mit ehrenamtlicher Arbeit zu bewältigen gewesen seien. Die AWO stelle künftig den Betrieb sicher. Im Haus selbst seien drei hauptamtliche Mitarbeiterinnen beschäftigt: eine Sozialpädagogin und zwei Erzieherinnen.

Auch zwei Projekte für die Zukunft stellte Wagner bei der Vertragsunterzeichnung vor: Geplant sei, eine Interventionsstelle für Frauen einzurichten, in deren Familie es Probleme mit häuslicher Gewalt gebe. Und zwar außerhalb des Frauenhauses. Aufgabe dieser Einrichtung sei es, die Frauen zu beraten, sodass möglicherweise der Gang ins Frauenhaus vermieden werden könne.

Dies sei ein Baustein für die Beratung und gehöre eigentlich zum Konzept der Frauenhäuser dazu, sei aber bislang noch nicht umgesetzt worden. Zudem sei es nötig, ein neues Frauenhaus zu bauen, sagte der AWO-Kreisvorsitzende. Denn das Gebäude, in dem das Frauenhaus bislang untergebracht ist, sei in einem sehr schlechten Zustand. Landrat Döhler meinte, man werde sehen, was möglich sei und nach einem vernünftigen Weg suchen, der Hand und Fuß habe.

Die neue Vorsitzende des Vereins "Hilfe für Frauen in Not", Elke Schlecht, sagte, es sei besser, wenn eine größere Organisation die Trägerschaft für die Einrichtung übernehme. Der Verein wandelt sich in einen Förderverein um. Mit seinen Spendengeldern wird der Verein das Frauenhaus in Selb weiter finanziell unterstützen.

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Christl Schemm
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Veröffentlicht am:
13. 12. 2018
18:48 Uhr

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Christl Schemm

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13. 12. 2018
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