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Fichtelgebirge

Acht Säulen tragen des Heilbads Zukunft

Der Neujahrsempfang in Bad Alexandersbad ist eine Einladung an alle Bürger, sich an der künftigen Entwicklung zu beteiligen. Die Planung soll bis ins Jahr 2030 reichen.



Bürgermeister Peter Berek (links) hat beim Neujahrsempfang der Gemeinde Bad Alexandersbad gemeinsam mit seinen Stellvertretern Lutz Büttner, Michael Galimbis und Ronald Ledermüller (von rechts) den Brunnentempel als Holzmodell nachgebaut und dabei seine acht Säulen symbolisch acht kommunalen Entwicklungsfeldern zugeordnet, die das Dach "Bad Alexandersbad 2030" tragen. Foto: Rainer Maier
Bürgermeister Peter Berek (links) hat beim Neujahrsempfang der Gemeinde Bad Alexandersbad gemeinsam mit seinen Stellvertretern Lutz Büttner, Michael Galimbis und Ronald Ledermüller (von rechts) den Brunnentempel als Holzmodell nachgebaut und dabei seine acht Säulen symbolisch acht kommunalen Entwicklungsfeldern zugeordnet, die das Dach "Bad Alexandersbad 2030" tragen. Foto: Rainer Maier  

Bad Alexandersbad - "Alle Bürger sind aufgerufen, die heute vorgetragenen Zukunftsthemen zu ergänzen, zu ändern - und vor allem mitzumachen", sagt Bürgermeister Peter Berek. Gemeinsam mit seinen Stellvertretern Lutz Büttner, Michael Galimbis und Ronald Ledermüller hat er in der vorangegangenen Stunde den Brunnentempel als Holzmodell nachgebaut und zum Schluss das Dach mit der Aufschrift "Bad Alexandersbad 2030" daraufgesetzt.

Begonnen hat der symbolische Bau mit dem Fundament "Bad Alexandersbad 2020". Diesen Masterplan hatten die Bewohner des kleinsten bayerischen Heilbads in den Jahren 2008 und 2009 geschmiedet und bis heute weitgehend umgesetzt, wie der Bürgermeister sagt. "Spätestens mit der Fertigstellung des Alexanderplatzes haben wir die großen baulichen Herausforderungen des Heilbades und auch der Gemeinde erledigt", sagt er und erwähnt unter anderem die Schlossterrassen, das Alexbad und die Straße nach Kleinwendern. Mit dem Abbruch des Kur- und Sporthotels und der Sanierung des Markgräflichen Schlosses sei man sogar über den Plan hinausgegangen. Die Gemeinde habe zudem viele betriebliche Bausteine gesetzt und so manche Entwicklung positiv begleitet.

Jetzt gilt es Berek zufolge, wieder in den Startblock zu steigen, sich neu zu sortieren und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Jetzt müsse der Weg ins Jahr 2030 mit den Bürgerinnen und Bürgern, mit den Einrichtungen, Vereinen und Leistungsträgern diskutiert werden.

Der Nachbau des Brunnentempels soll dies plastisch darstellen. Acht Säulen repräsentieren die Themenbereiche, jeweils fünf Bausteine benennen die einzelnen Aktionsfelder. Tobias Pelzer hatte die Idee zu dieser anschaulichen Präsentation, Jürgen Foerster, Hans Franke und Jens Elste haben sie handwerklich umgesetzt. Stück für Stück wächst so beim Neujahrsempfang Bad Alexandersbads Zukunft. Im Dialog mit der Bürgerschaft soll ein neuer Masterplan entstehen, der bis ins Jahr 2030 reicht.

Die Vorstellung einer Themen-Säule schließt stets mit den Worten "Sie merken: Es gibt viel zu tun. Also: Lasst uns über die Zukunft sprechen! Wir sind die Gemeinde!" Dieser Aufruf zum gemeinsamen Handeln, zur Konsensfindung im gemeindeweiten Dialog prägt den Empfang, zu dem am Donnerstagabend rund 200 Teilnehmer ins Haus des Gastes gekommen sind.

Die Säulen heißen: Ökologie, Infrastruktur, Gemeindeleben, Daseinsvorsorge, Heilbad, Kooperationen, Alexbad und Baderner Allerlei. Für die nächsten zehn Jahre durchgeplant ist keine von ihnen. Im Gegenteil: Berek und seine Mitstreiter lassen vieles offen, um auf der Suche nach den besten Lösungen einen intensiven Dialog anzustoßen. "Ideen erwünscht!", heißt es ausdrücklich. Und: "Querdenken gefragt!" Die Kommunalpolitiker präsentieren keine Antworten, sie stellen gezielt Fragen an die Allgemeinheit. Die Texte ihrer Reden sind gespickt mit Fragezeichen.

Wie kann man die Entwicklung von Kleinwendern zum Archedorf unterstützen? Wie kann man durch geschicktes Flächenmanagement die Bodenversiegelung reduzieren? Wie soll es weitergehen mit den Entwicklungsflächen, etwa dem Areal des ehemaligen Kur- und Sporthotels? Wie können die Erfahrungen älterer Bürger für die Gemeinschaft genutzt werden? Was brauchen die Alexandersbader Kinder und Jugendlichen? Wie schafft man Einkaufsmöglichkeiten für die Dinge des täglichen Bedarfs? Was versteht man in der Gemeinde unter Kultur als Daseinsvorsorge? Wie kann der Wiederaufbau des Badehauses am Quellenplatz realisiert werden? Wie gelingt es, dass sich Gäste willkommen fühlen? Wie kann Bad Alexandersbad die Nachbarschaft zu Tschechien besser nutzen? Wie schafft man es, die Herzkammer der Gemeinde, das Alexbad, möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern näherzubringen?

Diese und viele weitere Fragen präsentiert das Redner-Quartett und gibt sie zur Diskussion frei. Ausdrücklich sind alle, die Bad Alexandersbad mitentwickeln möchten, aufgerufen, "auch einmal Dinge zu denken, die nicht gleich einleuchtend sind". Man möchte Kreatives nicht abwürgen, außergewöhnliche Vorschläge hervorkitzeln, erstaunlichen Lösungen eine Chance geben. An dieser Stelle sucht CSU-Mann Peter Berek den Schulterschluss mit einem atypischen Weggefährten: Oskar Lafontaine, Ex-Vorsitzender der SPD, später der Linken. Ihn zitiert Berek mit dem Satz "Wenn wir schon kein Geld haben, dann brauchen wir wenigstens gute Ideen."

Der Bürgermeister zeigt sich optimistisch, dass es gelingen wird, Bad Alexandersbad bis 2030 weiterzuentwickeln und als Heilbad weiterhin prominent den Landkreis und das Fichtelgebirge zu vertreten. Er erinnert daran, dass beim Nachbau des Brunnentempels eines immer da war, egal, ob über das Fundament, die Säulen oder das Dach gesprochen wurde: "unsere Quelle." Berek: "Sie ist unser Ursprung, unsere Lebensader, unser Antrieb."

Den Abend, der vom evangelischen Posaunenchor musikalisch und vom Förderverein Historisches Badehaus kulinarisch gestaltet wurde, schließt der Bürgermeister mit der Präsentation der Titelseite der neuen Broschüre des bayerischen Heilbäder-Verbandes (BHV). "Für die Ausgaben der letzten Jahre wurden allgemeine Titelbilder zum Thema Gesundheit ausgewählt, die sich nicht auf einen bestimmten Ort bezogen", sagt Peter Berek. "Bei der Ausgabe für das Jahr 2019 haben sich die Verantwortlichen jedoch für ein Bild aus dem Alexbad entschieden!" So repräsentiere Bad Alexandersbad nun ein ganzes Jahr lang alle 47 bayerischen Heilbäder und Kurorte.

Es gibt viel zu tun.

Also: Lasst uns über

die Zukunft sprechen!


zitat

Gemeinsamer Schlusssatz

bei der Präsentation

der acht Zukunftsthemen-Säulen


Autor

Rainer Maier
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Veröffentlicht am:
11. 01. 2019
17:54 Uhr

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11. 01. 2019
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