Topthemen: Fall Peggy KnoblochHofer Kaufhof wird HotelGerchRegionale Videos: Pittroff-Villa, Tiny House

Fichtelgebirge

Tschechischer Jäger erlegt dritte Kuh

Das Rätselraten um das Schicksal der dritten der im Raum Hohenberg-Schirnding umhergeisternden Kühe hat ein Ende: Sie ist die erste gewesen, die erlegt wurde.



Hohenberg - Jörg Nürnberger hat den "tierischen Fall" geklärt. Der SPD-Politiker, der als Jurist in Prag arbeitet, hat das Schicksal der Kuh eruiert - hilfreich dabei waren seine tschechischen Sprachkenntnisse. Wie berichtet, sind im November drei Kühe aus einer tschechischen Herde ausgebüxt und haben sich viele Wochen nahe Hohenberg herumgetrieben. Dabei sind sie Straßen, unter anderem der B 303, gefährlich nahe gekommen. Während zwei der drei Kühe um die Jahreswende von hiesigen Jägern erlegt wurden, war das Schicksal der dritten zunächst nicht klar.

Viele Menschen aus der Region haben sich in dem tierischen Fall engagiert, unter anderem Albrecht Schläger aus Hohenberg, ehemals Landtagsabgeordneter. Er hat eine der Registriernummern der Kühe, die dank einer Wildkamera-Aufnahme bekannt war, Jörg Nürnberger mitgeteilt. "Ich habe mich dann an den Computer gesetzt und nach der zuständigen Behörde in Tschechien gegoogelt", berichtet er am Montag im Gespräch mit der Frankenpost . Die Frau in der Behörde wollte den Namen des Eigentümers, der anhand der Nummer einfach zu ermitteln gewesen ist, nicht rausrücken. "Daher habe ich ihr meine Telefonnummer gegeben und ihr gesagt, sie soll mit dem Eigentümer Kontakt aufnehmen." Nur wenig später hat sich der tschechische Rinderhalter telefonisch bei Nürnberger gemeldet. "Er berichtete mir, dass die dritte Kuh tatsächlich wieder über die Grenze nach Tschechien gegangen sei, allerdings nicht mehr zur Herde zurückgefunden habe. Daher sei sie von einem tschechischen Jäger erlegt worden."

Drei Tage später ist in der Gegend von Hohenberg die letzte der Kühe von der örtlichen Jägerschaft erlegt worden. Wie Albrecht Schläger erzählt, der die Leitung der "Operation Kuh" innehatte, ist die Kuh im Wald über viele Tage angefüttert worden. "Am Schluss kam sie immer zur gleichen Zeit."

Dass die Kuh sterben musste, war klar. Zum einen waren die Tiere für die Autofahrer auf den Straßen eine ständige Gefahr, zum anderen war es (wie berichtet) nicht möglich, die Tiere zu betäuben. Während die Kuh, die Tage vorher ein Jäger aus Schirnding erlegt hatte, zur Tierkörperbeseitigungs-Anlage gebracht werden musste, sollte dies bei der anderen nicht passieren. Schläger: Das Zeitfenster betrug eine Stunde vom Abschuss bis zum Transport ins Schlachthaus. "Hätten wir länger benötigt, wäre das Fleisch nicht freigegeben worden", sagt Schläger. Letztlich hat es von der Lebendbeschau, dem Abschuss bis zum Transport vom Wald in den Tiertransporter und weiter in den Schlachthof Marktredwitz 45 Minuten gedauert. Ach ja: Wie Schläger berichtet, haben sich die Jäger den Rinderbraten am Sonntag schmecken lassen. "Er war hervorragend."

Autor

Matthias Bäumler
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
21. 01. 2019
20:18 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Albrecht Schläger Kühe und Rinder Rinderbraten Schicksal Schlachthöfe Transport
95352 Hohenberg
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Über den Verbleib einer der drei ausgebüxten Kühe rätseln Jäger und Landwirte rund um Hohenberg. Symbolbild: Florian Miedl

18.01.2019

Rätselraten um die dritte Kuh

Jäger haben zwei der im November aus Tschechien ausgebüxten Rinder erlegt. Die Behörden hattet befürchtet, dass die Tiere auf die Bundesstraße laufen könnten. » mehr

Ein Teil der Aussteller vor der mächtigen Kulisse der Burg Hohenberg. Foto: Herbert Scharf

06.07.2018

Sommerlounge wird international

Der Förderverein Fichtelgebirge feiert rund um die Burg Hohenberg. Mit der Partnergemeinde Libá kommen auch Museen und Aussteller aus dem Bäderdreieck in Böhmen. » mehr

Kuh im Mond

20.12.2018

Hohenberg: Vorsicht vor freilaufenden Kühen

Auf dem Gebiet der Stadt Hohenberg wurden, wie die Gemeinde mitteilt, drei frei umherlaufende Kühe gesichtet, die folgendermaßen beschrieben werden: Fleischrasse, Farbe schwarz, ursprünglich wohl aus Tschechien kommend. » mehr

Kuhglocken-Streit

20.11.2018

Herrenlose Kühe streifen bei Hohenberg

Eine Kuh macht muh, drei Kühe machen Mühe - vor allem, wenn sie das Weite gesucht haben. Bei Hohenberg treiben sich drei scheinbar herrenlose Milchkühe herum. » mehr

"Raus in die Natur" heißt eines der vielen Projekte, die die Ökologische Bildungsstätte anbietet. Symbolfoto: Christoph Soeder/dpa

01.02.2019

Spielend Zusammenhänge erkennen

Naturerlebnisse anbieten, globale Auswirkungen des Konsums aufzeigen, Kurse und vieles mehr. Das Programm der Öbi für dieses Jahr ist vollgepackt. » mehr

Unterm Regenschirm lässt sich auch gemütlich Glühwein trinken.

09.12.2018

Hohenberger Romantik im Regen

Die Besucher stellen sich der Nässe und genießen die Burg-Weihnacht. Die Kinder erfreuen mit Gesang, der Nikolaus und Engel bringen Geschenke. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Klimademo in Hof Hof

Klima-Demo in Hof | 22.02.2019 Hof
» 61 Bilder ansehen

Black Base - Mens Night

Black Base - Mens Night | 16.02.2019 Hof
» 59 Bilder ansehen

Selber Wölfe-Eisbären Regensburg 3:2

Selber Wölfe -.Eisbären Regensburg 3:2 | 17.02.2019 Selb
» 48 Bilder ansehen

Autor

Matthias Bäumler

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
21. 01. 2019
20:18 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".