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Fichtelgebirge

Eine Pfarrer-Ära geht zu Ende

Mit Wehmut und viel Lob bedacht nimmt das Ehepaar Christof Henzler und Doris Schirmer-Henzler Abschied. Seit 25 Jahren begleiten sie Menschen in Tröstau und Nagel.



Dekan Peter Bauer (links) verabschiedete das Pfarrer-Ehepaar Doris Schirmer-Henzler und Christof Henzler. Foto: Lilo Keltsch
Dekan Peter Bauer (links) verabschiedete das Pfarrer-Ehepaar Doris Schirmer-Henzler und Christof Henzler. Foto: Lilo Keltsch  

Tröstau - Mit einem musikalischen Festgottesdienst ist das Pfarrers-Ehepaar Doris Schirmer-Henzler und Christof Henzler in der Christuskirche Tröstau von Dekan Peter Bauer verabschiedet worden. Fast 25 Jahre teilten sich die beiden die Pfarrstelle und prägten sie mit ihrer Leidenschaft zur Verkündigung des Wortes Gottes und zur Musik. In der Region sind sie bei vielen musikalischen Ereignissen gefragte Teilnehmer gewesen. Ganz nach dem Wunsch des hochmusikalischen Paares war der Festgottesdienst umrahmt von Darbietungen des Posaunenchors und den gesungenen Lobpreisungen des Singkreises. In beiden Chören wirken die Pfarrleute mit.

Dekan Peter Bauer schilderte die engagierte Arbeit des Paares, "das sich mehr als 100 Prozent eingebracht hat". Als es 1994 die Pfarrstelle jeweils zur Hälfte übernahm, seien sie noch ohne Kinder gewesen. 1996 kam Paul zur Welt, 1998 Joachim und 1999 Matthias. Das Paar teilte sich nun neben den Anforderungen des Berufs auch die Erziehung der drei Söhne. 2010 übernahm Pfarrerin Doris Schirmer-Henzler auch die Krankenhaus-Seelsorge des Klinikums Fichtelgebirge im Haus Marktredwitz. Sie begleitete neben ihrer Arbeit als Gemeindepfarrerin die Dekanats-Frauen und die Flüchtlingsarbeit und sang oder musizierte, wo immer sie gefragt wurde.

Pfarrer Henzler unterstützte den Aufbau der Notfallseelsorge, vertrat Kollegen und in Weißenstadt und Arzberg die vakanten Pfarrstellen. Er wurde Obmann der Posaunenchöre Selb-Wunsiedel und Vertrauensmann des Pfarr-Kapitels.

Der Dekan dankte dem Paar für den Einsatz, die Liebe und Treue, mit der sie ihrer Berufung zur Verkündigung des Wortes Gottes nachgingen. "Aus der Fülle Ihres Glaubens haben Sie die Fülle Ihrer Aufgaben gemeistert und sich ergänzt." Der Dekan gab die Pfarrer frei von der dienstlichen Verpflichtung im Dekanatsbezirk, "der für die Familie Heimat wurde, um eine neue Heimat mit neuen Aufgaben zu finden".

In ihrer gemeinsam vorgetragenen Predigt gingen die Pfarrer auf den Brief des Paulus an die Römer ein. Das Paar betrachtete Wochenspruch, Lesung und die festgelegten Lesungen für diesen Sonntag als Fügung, seien diese doch für die Familie bei Abschied und Neuanfang bedeutungsvoll.

Bei einer kleinen Abschiedsfeier in der Aula der Kösseine-Schule betonte Bürgermeister Heinz Martini, wie dankbar er sei, dass "diese Familie ein Vierteljahrhundert bei uns war und sich für uns eingesetzt hat". Unterbrochen von den Darbietungen des Posaunenchors, des gemischten Chors des ATG Tröstau und des Singkreises erzählte er Anekdoten von den vielfältigen Hilfseinsätzen in guten und schlechten Zeiten und "von dem hervorragenden Koch und Spezialisten für etwa 20 verschiedene Eis-Kreationen". Der Bürgermeister fügte hinzu: "Das Menschliche schweißt eben zusammen."

Bezirkskantor Reinhold Schelter, ein langjähriger persönlicher Freund der Henzlers, schwärmte vom gemeinsamen Musizieren. Bei allen Konzerten habe sich die Familie eingebracht. Die Söhne seien jahrelang Mitglieder der Kinder- und Jugendchöre gewesen, und Sohn Paul sei nun Musikstudent für Posaune. Die Kirchenmusik werde die Familie vermissen.

Im Namen des Landrats dankte Johanne Arzberger "für alles, was Sie für die Gemeinde und in der Gemeinde geleistet haben". Rektorin Maria Schindler lobte die gute Zusammenarbeit und die Begleitung der Kinder über ein Vierteljahrhundert: "Sie haben die Kinder geprägt." Ein Apfelbäumchen, das im Lutherjahr gemeinsam mit den Pfarr-Leuten gepflanzt wurde, werde die Familie und die Schule weiter verbinden.

ATG-Chorleiterin Elke Hofmann erinnerte an viele schöne Konzerte in der Christuskirche, bei denen die Pfarr-Leute mitwirkten und "durch die verbindenden Texte daraus Gottesdienst werden ließen". Pfarrer Günter Vogl von der katholischen Gemeinde dankte auch im Namen von Nagel. Es sei nicht selbstverständlich, dass man über Konfessionen hinweg die gleiche Wellenlänge habe und vieles miteinander auf den Weg gebracht habe.

Pfarrer Thomas Browa aus Schönbrunn betonte die Freundschaft der Familien. Gemeinsam habe man viele Marathonsitzungen im Ringen um gute Entscheidungen erlebt. Christof Henzler sei ein Künstler im Improvisieren, der manche Situation gerettet habe. Er bedankte sich für spontane Vertretungen, gute Begleitung und das legendäre Eis.

Bürgermeister Theo Bauer aus Nagel bedankte sich bei Doris Schirmer-Henzler für ihr enormes Engagement im Flüchtlings-Kreis Nagel: "Ihre Arbeit ist auf fruchtbaren Boden gefallen." Der beste Beweis seien die Iraner, die den Gottesdienst mit einem Lied bereicherten. Nun sei sie schwer zu ersetzen.

Der Leiter des Posaunenchors Ernst Köhler erzählte von der Leidenschaft des Pfarrers für die Tuba. "Er war von der Leistung des Chors sehr beeindruckt, merkte aber schnell, dass eine Tuba fehlte. Er erlernte das Spielen und trat dem Chor bei." Und seither spiele er Tuba, und niemand wisse heute, wie er zu ersetzen sei. Ernst Köhler erinnerte an viele schöne Stunden nach Gottesdiensten auf der Kösseine. Auch der Vorsitzende der Dekanatssynode Hannes Müssel übermittelte seinen Dank für die jahrelange gute Zusammenarbeit.

Pfarrer Christof Henzler fasste seine Rührung über so viel Sympathie zusammen: "Meine Frau und ich haben zusammen 27 Jahre in dieser Region verbracht und nehmen viele schöne Erinnerungen mit. Wir und unsere Kinder haben hier die prägenden Jahre erlebt und Heimat gefunden. Dass wir hier so lange geblieben sind, liegt an den Menschen, an den Kollegen und an wunderbaren Begegnungen. Es waren Erfahrungen, die man nicht vergisst."

Pfarrerin Doris Schirmer-Henzler dankte für die Grußworte und alle guten Wünsche und bat, die Grüße auch an die weiterzuleiten, von denen sie sich nicht persönlich verabschieden konnten.

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Lilo Keltsch
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Veröffentlicht am:
23. 01. 2019
19:16 Uhr

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Lilo Keltsch

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23. 01. 2019
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