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Fichtelgebirge

Eisbader springen in den Fichtelsee

Paul Hörmann lädt am Sonntag wieder zum Neujahrsschwimmen ein. Der Niederländer, der im Fichtelgebirge lebt, etabliert den Brauch aus seiner alten Heimat in der neuen.



Wagemutige vor: Wer diesen Eisbadern des vergangenen Jahres nacheifern will, darf am Sonntag selbst im Fichtelsee abtauchen. Foto: Archiv Florian Miedl
Wagemutige vor: Wer diesen Eisbadern des vergangenen Jahres nacheifern will, darf am Sonntag selbst im Fichtelsee abtauchen. Foto: Archiv Florian Miedl  

Fichtelberg - Wer abenteuerlustig ist, sich konsequent abhärtet und mental gut vorbereitet ist, kann ins kalte Wasser springen: Zum dritten Mal organisiert Paul Hörmann das Neujahrsschwimmen im Fichtelgebirge. 2016 badete der Schauspieler und Sänger, der in Wunsiedel lebt, erstmals allein im Weißenstädter See - seit 2017 lädt er Unerschrockene ein, ihm in den eisigen Fichtelsee zu folgen. Am Sonntag, 10. Februar, können Mitschwimmer Punkt 12 Uhr am Waldhotel erneut beweisen, wie Kälte-erprobt sie sind. Bereits um 11 Uhr werden Helfer beginnen, die Eisschicht aufzuhacken, um das Wasserloch vorzubereiten.

Kostenfrei Eis-Schnitzen am Jugend-Kunst-Mobil

Mit der Eisbad-Aktion möchte Paul Hörmann die Aufmerksamkeit auf zwei besondere Jugendprojekte lenken und Spenden für sie sammeln.

Das brandneue Jugend-Kunst-Mobil des Landkreises Wunsiedel ist am Sonntag sogar selbst in Fichtelberg dabei. Passend zum Thema biete eine Bildhauerin Eis-Schnitzen an, sagt Projektleiter Stefan Frank.

Kinder und Jugendliche seien kostenfrei eingeladen, aus dem besonderen Werkstoff Eis eine vergängliche Skulptur zu schaffen. Damit werde das Spektakel ein Event für Familien, weil die Kinder beschäftigt seien, während die Eltern badeten oder die Aktion als Zuschauer verfolgten, sagt Frank. Wie berichtet, bringt das nagelneue Jugend-Kunst-Mobil ab sofort kunst- und kulturpädagogische Angebote in die Region. In Jugendtreffs, auf Dorfplätzen, in Kooperation mit Schulen und Institutionen möchten Künstlerinnen und Künstlern aus dem Fichtelgebirge vielfältige Workshops, Projekte und Kurse realisieren. Mehr Infos über das Projekt gibt es im Internet unter www.juku-mobil.de

Unterstützen wollen die Eisbader außerdem Jonas Thoma, der sich Wunsiedel für den Bau einer Pumptrack-Anlage engagiert. Der 13-Jährige hat schon Mitstreiter gefunden und einen Förderverein gegründet, der ebenfalls Spenden sammelt. Beim Bau wollen die Jugendlichen selbst Hand anlegen, damit sich ihr Pumptrack kostengünstig realisieren lässt.

 

Paul Hörmanns Ziel ist, das Neujahrsschwimmen im Fichtelgebirge als Happening zu etablieren, wie es in seiner niederländischen Heimat üblich ist. Hier stürzten sich jedes Jahr Hunderte Niederländer bei Scheveningen in die kalten Fluten der Nordsee. Das sei ihre Art, das neue Jahr zu begrüßen: "So abgehärtet begegnen sie dann allen kommenden Herausforderungen."

 

"Paul Hörmann & Friends of the Cold" laden Wagemutige und Schaulustige zu dem Spektakel am Sonntag ein. Vor ihrem Sprung ins kalte Wasser schult der Initiator die Teilnehmer. Das Training solle wichtige Grundlagen vermitteln wie kontrolliert zu atmen, wenn man keine Luft bekomme, sagt der Schauspieler. Von der Kälte selbst erhole man sich schnell; auf Haut und Immunsystem wirke das Eisbad ohnehin positiv.

Bislang meldeten sich sieben Fichtelgebirgler im Alter von Mitte 30 bis Mitte 50 für die Aktion an - "eine bunte Mischung aus wagemutigen Abenteurern und systematisch Trainierten". Erfahrungsgemäß kämen kurzfristig weitere Mitbader hinzu. Hörmann rechnet mit einer Mannschaft von zehn bis zwanzig Leuten, mindestens eine Frau wolle auch wieder dabei sein.

In den vergangenen Wintern war Gudrun Frohmader-Heubeck die einzige, die sich mit einer Männergruppe in den Fichtelsee wagte. "Kaltes Wasser zu mögen" hält die Wunsiedlerin für die allerwichtigste Voraussetzung: Sie selbst braust sich jeden Morgen kalt ab. Wobei das kälteste Dusch-Wasser meist noch 20 Grad warm sei - im Gegensatz zum Fichtelsee-Wasser mit maximal fünf Grad. Nach dem Eisbad fühlte sich Frohmader-Heubeck nicht völlig ausgefroren. "Ich bin Kneippianerin - hart im Nehmen." Die 57-Jährige hält das Winter-Schwimmen für eine spannende Möglichkeit, um Grenzen zu testen. "Ich bin verblüfft, was ich aushalte." Wichtig sei, gesund zu sein, betonen Frohmader-Heubeck und Hörmann: Die Teilnehmer müssten dies vor dem Bad sogar auf einem Formular bestätigen.

Wer am Sonntag mitmachen will, solle ab sofort täglich kalt duschen, empfiehlt Hörmann: Beim ersten Mal mindestens 30 Sekunden, danach über eine Minute lang - "dabei regelmäßig atmen, herumtanzen und sich bewegen". Maximal drei Minuten sollten die Teilnehmer am Fichtelsee im Eiswasser bleiben.

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Zum kostenlosen Neujahrsschwimmen können sich Eisbader bei Paul Hörmann anmelden unter www.paulhormann.com. Das Training beginnt am Sonntag um 11 Uhr im Waldhotel, das Neujahrsschwimmen um 12 Uhr am Fichtelsee.

Autor

Brigitte Gschwendtner
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
06. 02. 2019
19:04 Uhr

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Brigitte Gschwendtner

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06. 02. 2019
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