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Fichtelgebirge

Die Kunst kommt zu den Kindern

Das bayernweit einmalige Modellprojekt startet in Kirchenlamitz mit vielen Gästen. Die Workshops des Jugendkunst-Mobils laufen beim Auftakt gut an.



Volltreffer: Wie gerne Kinder künstlerisch tätig sind, zeigte sich gleich bei der Auftaktveranstaltung am Freitag in Kirchenlamitz. Fotos: Florian Miedl
Volltreffer: Wie gerne Kinder künstlerisch tätig sind, zeigte sich gleich bei der Auftaktveranstaltung am Freitag in Kirchenlamitz. Fotos: Florian Miedl  

Kirchenlamitz - Gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land herzustellen, ist eine uralte Forderung - ein neues Modellprojekt eröffnet im Landkreis Wunsiedel nun die Möglichkeit, die Lebensqualität junger Fichtelgebirgler tatsächlich zu verbessern. Bei der Auftaktveranstaltung für das Jugendkunst-Mobil bekamen große und kleine Gäste am Freitag in Kirchenlamitz einen ersten Eindruck davon. Im großen Muster-Raum der ehemaligen Winterling-Porzellanfabrik duften Kinder bei drei heiß begehrten Workshops zwanglos ihre kreative Ader erkunden, während die Verantwortlichen das Projekt vorstellten.

Workshop "Logos entwerfen"

In den kommenden drei Jahren wird das Jugendkunst-Mobil immer wieder Städte und Gemeinden des Landkreises Wunsiedel besuchen. Sowohl in Gebäuden als auch im Freien bieten Künstler aus der Region verschiedenste Workshops an. Nächster Termin ist am Mittwoch, 13. März, um 15.30 Uhr. In den Räumen des Wunsiedler Bürgerforums am Markplatz dürfen Kinder ab zehn Jahren Logos herstellen - auch eines für das Juku-Mobil selbst. Wer mitmachen möchte, sollte sich bei Projektleiter Stefan Frank per E-Mail anmelden unter

stefan.frank@juku-mobil.de .


"Das freut mich: Es ist viel los und schöne Stimmung", kommentierte Stefan Frank den Auftakt in Kirchenlamitz. Der Wunsiedler leitet das bayernweit einmalige Modellprojekt. Die mobile Jugendkunstschule im Kreis stellt er unter das Motto "Die Kinder müssen nicht zur Kunst gebracht werden - die Kunst kommt zu den Kindern!" Das funktioniert so: In verschiedenen Dörfern und Städten werden unterschiedliche Künstler aus der Region drei Jahre lang Workshops, Projekte und Kurse für Kinder und Jugendliche anbieten. Hier kommt der am Freitag in Kirchenlamitz eingeweihte Kleinbus ins Spiel: Das Juku-Mobil ist mit Materialien wie Leinwänden, Kameras, Spraydosen und Werkzeug bestückt und lädt dazu ein, kreatives Potenzial kostenfrei oder günstig zu entfalten. Ziel ist, nach den drei Jahren mit Anschubförderung aus dem bundesweiten Programm Land-Kultur dauerhaft eine Jugendkunstschule im Fichtelgebirge zu etablieren. Außerschulische Projekte in bildender Kunst sollen ebenso selbstverständlich werden wie Musikschulen.

Träger des Projektes ist der Landesverband der Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Einrichtungen Bayern in Kooperation mit dem Landkreis Wunsiedel.

"Letztendlich geht es um Lebensqualität", machte Reinhard Kapfhammer deutlich, Vorsitzender der Landes-Jugendjugendkunstschulen. Großstädte investierten 151 Euro pro Jahr und Bewohner in Kunst-Teilhabe - Kleinstädte nur 22 Euro. Doch kulturelle Bildung trage dazu bei, sich mit der Herkunftsregion zu identifizieren. Jugendliche brauchten in ihrer Heimat eine Perspektive - sonst wanderten sie ab.

Wer spielerisch kreativ sei, entwickle außerdem Selbstbewusstsein, betonte Kapfhammer: "Für Kinder ist das Gefühl wichtig, gesehen und ernst genommen zu werden." Gerade in unserer mediatisierten Welt müssten junge Menschen ihre analoge Wahrnehmungsfähigkeit schulen sowie eine kritische und differenzierte Sicht auf die Dinge entwickeln.

Mit der Aktion "Freiraum für Macher", die ebenfalls im Musterraum der ehemaligen Winterling-Fabrik startete, machte man auf sich aufmerksam, sagte Landrat Dr. Karl Döhler. Das trug sicher dazu bei, dass der Landkreis Wunsiedel nun als einziger in Bayern den Zuschlag für das Modellprojekt Jugendkultur-Mobil erhielt. Döhler: "Das macht mich dankbar und stolz."

Während die Erwachsenen noch Hintergründe erläuterten, machten sich die Kinder an die Arbeit: Aus Pappe gestalteten sie fantasievolle Masken - behutsam angeleitet von der Bibersbacher Künstlerin Annette Hähnlein. Doch sogar eine leere Milchtüte lässt sich mit einigen Schnitten in eine Faschingsmaske verwandeln. Wie, zeigte Irene Fritz, Leiterin der Kulturwerkstatt Kalmreuth. Ihr Angebot, mittels Tape-Art kreative Türschilder zu gestalten, kam ebenfalls gut an. Statt Papier- und Pappe-Reste wegzuwerfen, bastelte Andi Dünne vom Kunstbetrieb Cham kleine Rahmen mit den Mädchen und Jungen, in die sie noch ein Bild hineinmalten - so konnten die jungen Künstler sofort ein fertiges Werk mit nach Hause nehmen.

Autor

Brigitte Gschwendtner
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Veröffentlicht am:
22. 02. 2019
20:26 Uhr

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Brigitte Gschwendtner

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22. 02. 2019
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