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Fichtelgebirge

Stadt Waldershof verkauft Haus für 200 Euro

Viele Interessierte rätseln über den Preis für das innerstädtische Ensemble. Kann der wirklich so niedrig sein?



Dieses Haus am Markt in Waldershof bietet die Stadt Waldershof zum Preis von 200 Euro an. Foto: Matthias Bäumler
Dieses Haus am Markt in Waldershof bietet die Stadt Waldershof zum Preis von 200 Euro an. Foto: Matthias Bäumler  

Waldershof - Da hat es einer ganz eilig gehabt. Kaum ist das Schnäppchen bekannt geworden, ist es auch schon weg. Die Stadt Waldershof hat ein Stadthaus mitten im Markt für 200 Euro verkauft. Als die Stadt das Haus samt Exposé auf der Homepage veröffentlicht hat, staunten die Menschen in der gesamten Region. Wie kann es sein, dass ein dreigeschossiges Haus mit einer Bruttogeschossfläche von 460 Quadratmetern samt 850 Quadratmeter Grundstück und Nebengebäuden gerade mal 200 Euro kostet? "Der Preis ist tatsächlich reell gewesen", sagt Bürgermeisterin Friederike Sonnemann auf Nachfrage der Frankenpost . Knackpunkt sind die Scheunen im Hinterhof, die zu dem Ensemble gehören. Eine davon ist laut Friederike Sonnemann derart baufällig, dass der neue Eigentümer sie abreißen muss. Die weiteren Nebengebäude lassen sich zumindest sanieren.

Ursprünglich wollte die Stadt Waldershof das Haus sanieren. Architekt Peter Kuchenreuther hat ein Konzept entwickelt, das außer Wohnungen im Erdgeschoss ein Café vorsah. Dafür gäbe es in Waldershof sicherlich Bedarf. Das Ensemble hätte eine Initialzündung für die Innenstadtentwicklung werden sollen. Da dies wegen der hohen Kosten der Sanierung der Rosenthal-Brache derzeit nicht möglich ist, wollte die Stadt das Haus möglichst schnell wieder los werden. Architekt Kuchenreuther kalkuliert den Abriss der einen gemauerten Scheune und die Sanierung der anderen Nebengebäude auf 250 000 Euro - wenn alle Arbeiten vergeben werden. Dies teilte Kämmerer Harald Fischer auf Nachfrage mit. Der Abriss ist so teuer, weil wegen der engen und niedrigen Tordurchfahrt keine schweren Baumaschinen für den Abriss und Transport des Abbruchmaterials eingesetzt werden können. Das erschwere und verzögere die Arbeiten. "Wegen der hohen zu erwartenden Aufwendungen handelt es sich bei den 200 Euro eher um einen symbolischen Preis", sagt Fischer.

Die Stadt hat das Haus vor Jahren zum ebenfalls symbolischen Preis von einem Euro gekauft. Das Gebäude war fortan stets gut für Ideen, was man damit anfangen könnte. So wollte noch vor einiger Zeit CSU-Stadträtin Angela Burger in dem Haus eine Art kleines Museum der Waldershofer Porzellan-Industrie unterbringen. Genügend Relikte der traditionsreichen einstigen Haviland- und späteren Rosenthal-Fabrik sind noch immer vorhanden und warten darauf, würdig präsentiert zu werden. Die geplante Unterbringung von Asylbewerbern, die zwischenzeitlich ebenfalls angedacht gewesen war, hat sich ebenfalls schnell zerschlagen.

Als feststand, dass die Stadt kein Geld für derartige Projekte hat und das Gebäude verkaufen wollte, hatte sich schnell ein potenzieller Käufer gemeldet. Mit diesem haben die Verantwortlichen der Stadt den Preis von 200 Euro ausgehandelt. "Deshalb haben wir das Haus auch jetzt so angeboten", sagt Friederike Sonnemann.

In Waldershof und Umgebung haben noch in der Nacht zum Mittwoch, als die Stadt das Haus auf der Homepage und auf Facebook offeriert hatte, mehrere Bürger ihr Interesse bekundet. "Allein bei mir haben sich dann tatsächlich vier Leute gemeldet", sagt Fischer. Obwohl die Stadt mit offenen Karten spielte und die Interessenten über den notwendigen Abriss der Scheune informierte, war der Kaufpreis offenbar extrem verlockend. Wer letztlich den Zuschlag erhielt, durfte die Verwaltung nicht sagen.

In dem Gebäude am Markt 15 waren in früheren Jahren eine Metzgerei und später einige Zeit lang eine Eisdiele untergebracht. Die vergangenen zehn Jahre stand das Haus komplett leer. Wann das Ensemble einst gebaut worden ist, lässt sich nicht mehr rekonstruieren.

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Matthias Bäumler
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Veröffentlicht am:
06. 03. 2019
17:36 Uhr

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Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
06. 03. 2019
17:36 Uhr



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