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Fichtelgebirge

Spatenstich für Megaprojekt

Die Lebenhilfe investiert 14 Millionen Euro in ein Wohnheim und eine Werkstatt. Die Gebäude werden sich in eine riesige Parklandschaft einfügen.



Sie freuten sich, dass der Bau für die Werkstatt und das Wohnheim der Lebenshilfe endlich beginnen kann (von links): Marko Müller von der Firma RK Landschaftsbau, Bürgermeister Stefan Göcking, Landrat Dr. Karl Döhler, Architekt Peter Hilgarth (Werkstatt), Silvia Asadi von der Regierung von Oberfranken, Architekt Karsten Hilbert (Wohnheim), Landschaftsarchitekt Klaus Pöhlmann, Stefan Seewald von der Oberfrankenstiftung und die Geschäftsführerin der Lebenshilfe Fichtelgebirge, Susanne Hilpert. Foto: Matthias Bäumler
Sie freuten sich, dass der Bau für die Werkstatt und das Wohnheim der Lebenshilfe endlich beginnen kann (von links): Marko Müller von der Firma RK Landschaftsbau, Bürgermeister Stefan Göcking, Landrat Dr. Karl Döhler, Architekt Peter Hilgarth (Werkstatt), Silvia Asadi von der Regierung von Oberfranken, Architekt Karsten Hilbert (Wohnheim), Landschaftsarchitekt Klaus Pöhlmann, Stefan Seewald von der Oberfrankenstiftung und die Geschäftsführerin der Lebenshilfe Fichtelgebirge, Susanne Hilpert. Foto: Matthias Bäumler  

Arzberg - Endlich. Susanne Hilpert ist sichtlich ergriffen, dass tatsächlich Handwerker und Bagger auf dem ehemaligen Schumann-Areal in Arzberg arbeiten. Damit beginnt für die Leiterin der Lebenshilfe Fichtelgebirge ein völlig neuer Abschnitt: Außer in Marktredwitz gibt es bis in voraussichtlich kommendes Jahr einen zweiten großen Standort. Am Mittwochnachmittag griffen Susanne Hilpert, Bürgermeister Stefan Göcking, Landrat und Lebenshilfe-Vorsitzender Dr. Karl Döhler sowie die Planer und Zuschussgeber zu den bereitliegenden Spaten und gaben damit das offizielle Zeichen zum Start.

Umzug

Die Verwaltung der Lebenshilfe Fichtelgebirge zieht um: Da das städtische Parkhaus in Marktredwitz mit all den angegliederten Geschäften und Büros abgerissen wird, muss auch die Lebenshilfe ausziehen. Wie Leiterin Susanne Hilpert sagte, werden die Verwaltungsmitarbeiter im Sommer in den ersten Stock der Sparkasse am Markt ziehen.


Immer wieder hatte sich das Projekt verzögert und mancher Arzberger bezweifelte, ob das Gelände überhaupt jemals bebaut wird. Jetzt ist für jeden sichtbar, dass die Arbeiten begonnen haben: Bagger haben schon große Mengen Erdreich zur Seite geschoben und die Handwerker mit den Erschließungsarbeiten begonnen.

Auf dem Grundstück entsteht eine Werkstatt mit 30 Plätzen und am westlichen Rand ein Wohnheim für 24 Menschen mit geistiger Behinderung und besonderen Verhaltensauffälligkeiten. Da es sich um extreme Störungen handelt, können die Bewohner weder in der Werkstatt noch auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Beschäftigung finden. Meist liegt ein Unterbringungsbeschluss vor.

Die neue Werkstatt war notwendig geworden, weil die in Marktredwitz seit Jahren überbelegt ist. "Mit den 30 neuen Plätzen bieten wir endlich psychisch behinderten Menschen eine eigene Werkstatt. Die Arbeiten hier werden sicherlich ein etwas anderes, abwechslungsreicheres Profil haben als in Marktredwitz", sagt Leiterin Susanne Hilpert. Die Mitarbeiter könnten auf dem ersten Arbeitsmarkt keine drei Stunden arbeiten und seien derzeit in Marktredwitz beschäftigt. "Im Alltag hingegen sind die psychischen Behinderungen kaum merkbar." Die Krankheitsbilder sind Borderline, leichte Formen von Depressionen, behandelte Psychosen und Folgen von Drogenmissbrauch.

Aufträge hat die Lebenshilfe-Werkstatt genug, da die Qualität von Unternehmen geschätzt wird. Voraussichtlich werden sechs Betreuer von Marktredwitz nach Arzberg wechseln.

Etwa 35 neue Arbeitsplätze im pädagogischen und hauswirtschaftlichen Bereich entstehen im angrenzenden Wohnheim. "Hier gibt es einen hohen Betreuungsschlüssel."

Parallel zu den Arbeiten für die Werkstatt und das Wohnheim will die Stadt Arzberg östlich der alten Schumann-Ökonomie einen großen Landschaftspark mit vielen Attraktionen anlegen. Die örtlichen Vereine, unter anderem die Imker und die Obst- und Gartenbauer, seien mit eingebunden, sagt Bürgermeister Stefan Göcking. Auch der Park, durch den künftig der Wallensteinradweg verläuft, wird voraussichtlich 2020 fertig sein. Allerdings hängt über den Bau der Lebenshilfe-Gebäude und dem Park ein Damokles-Schwert: Stadt und Lebenshilfe müssen die Arbeiten noch ausschreiben und geeignete Unternehmen finden. Sowohl Susanne Hilpert als auch Stefan Göcking sind trotz der in der Region ausgelasteten Handwerks-Firmen aber zuversichtlich.

Die Grüngruppe der Lebenshilfe, die ebenfalls von Marktredwitz nach Arzberg ziehen sollte, bleibt nun doch in der Großen Kreisstadt. "Das ursprüngliche Konzept hat sich nicht komplett verwirklichen lassen", sagt Susanne Hilpert.

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Matthias Bäumler
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Veröffentlicht am:
27. 03. 2019
19:04 Uhr

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Matthias Bäumler

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27. 03. 2019
19:04 Uhr



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