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Fichtelgebirge

Beim BN heißt es nun "vom Karl zu Marx"

Die neue Geschäftsführerin der Kreisgruppe stellt sich bei der Jahreshauptversammlung vor. Johanna Marx will langsam in Karl Paulus‘ große Fußstapfen hineinwachsen.



Johanna Marx aus Marktredwitz übernimmt heute die Geschäftsführung der Kreisgruppe Wunsiedel im Bund Naturschutz. Fotos: Rainer Maier
Johanna Marx aus Marktredwitz übernimmt heute die Geschäftsführung der Kreisgruppe Wunsiedel im Bund Naturschutz. Fotos: Rainer Maier   » zu den Bildern

Höchstädt - "Wo ein Abschied ist, da ist auch ein Neuanfang." Mit diesen Worten hat der Vorsitzende der Kreisgruppe Wunsiedel im Bund Naturschutz (BN), Fred Terporten-Löhner, die neue Kreisgeschäftsführerin vorgestellt. Johanna Marx übernimmt zum heutigen 1. April die Aufgaben des am Freitag verabschiedeten Karl Paulus (wir berichteten).

Die Marktredwitzerin ist 24 Jahre alt und hat Forstwissenschaft, Umweltplanung und Ingenieurökologie studiert. Sie bedankte sich beim Kreisvorstand und beim Landesverband für das Vertrauen und bemerkte selbstbewusst: "Ich hoffe, ich kann die Erwartungen vielleicht sogar übertreffen."

Marx sagte, sie sei froh, dass ihr der ausgeschiedene Kreisgeschäftsführer noch bei der Einarbeitung helfe. Sie werde versuchen, "langsam reinzuwachsen in die großen Fußstapfen vom Karl". Für sie sei es ein Glück, nach dem Studium nun wieder nach Hause nach Marktredwitz und in den Landkreis Wunsiedel kommen zu können, "um hier etwas zu bewegen".

Terporten-Löhner hatte bei der Hauptversammlung in der Höchstädter Gaststätte "Schlosshügel" die Mitglieder in Rekord-Tempo auf den neuesten Stand gebracht. Schließlich war die "BN-Familie" vor allem gekommen, um Karl Paulus zu feiern.

In seinem Tätigkeitsbericht erwähnte der Kreisvorsitzende zunächst den Widerstand gegen das geplante Groß-Gewerbegebiet am Thiersheimer Plärrer. "Völlig überdimensioniert" seien die Planungen gewesen. Das Vorhaben, hier eine Papierfabrik mit "irrsinnigem Wasserverbrauch und irrsinnigem Flächenverbrauch" anzusiedeln, sei nun vom Tisch, vor allem, weil sich auch die Grundbesitzer gegen das Projekt solidarisiert hätten.

Terporten-Löhner betonte, der BN wolle kein Totalverhinderer sein. "Wir bieten auch Alternativen an und können Kompromisse eingehen." So habe man sich nicht gegen den Mountainbike-Fun-Park am Großen Kornberg gestellt, allerdings eine naturschutzfachliche Begleitung der Maßnahme gefordert.

Ein harter Kampf werde noch der Widerstand gegen die HGÜ-Stromtrasse durch den Landkreis werden. Das Vorhaben sei "eine wahnsinnige Landschaftszerstörung, die wir nicht wollen". Das habe man bei einer Großdemonstration am Thiersheimer Wartberg gemeinsam mit den Bauern der Region gezeigt. Die Chancen stünden nicht schlecht, dass man diese Trasse noch verhindern könne.

Ein Ärgernis-Thema im Hochsommer sei das Mulchen neben den Fahrradwegen im Landkreis und die damit verbundene Vernichtung von Insekten-Lebensräumen gewesen. Hier habe der BN bei einem Treffen mit den Verantwortlichen einen Kompromiss gefunden.

Auf die Barrikaden sei der BN auch gegangen, als der Investor des Factory Outlet in Selb Ende Februar alle Bäume und Sträucher auf einer geplanten Parkfläche habe fällen lassen. Nun versuche man, gemeinsam mit dem Investor und der Stadt hier wenigstens einen ökologischen Parkplatz zu gestalten. "Wir müssen halt jetzt das Beste daraus machen", sagte Terporten-Löhner.

Der Kreisvorsitzende berichtete von diversen Exkursionen in Moore und Wälder ("Richtiger Naturschutz findet mit Gummistiefeln draußen in der Fläche statt"), von Info-Fahrten, Demonstrationen und dem Einsatz für das Volksbegehren für mehr Artenschutz. "Wertvoller als Gold", sagte Terporten-Löhner, "sind unsere Aktivisten, die die Pflege unserer fast fünfzig Biotope betreiben. "Ein super Dankeschön an unsere Kämpfer im Grünen!"

Eine große Aufgabe sei auch der Umzug der Kreisgeschäftsstelle nach Arzberg gewesen: "Hier haben wir für unsere neue Geschäftsführerin ein wunderbares Biotop geschaffen", sagte der Kreisvorsitzende. Vorgänger Karl Paulus habe alle Akten für Johanna Marx noch einmal überarbeitet und ihr "ein vorbildliches ökologisches Vermächtnis" hinterlassen.

Kreisschatzmeister Dieter Kammerer berichtete von 1240 Mitgliedern zum Jahreswechsel und einer befriedigenden Finanzlage. Kassierer und Vorstand wurden von den Versammelten in Höchstädt einstimmig entlastet.

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Rainer Maier
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Veröffentlicht am:
31. 03. 2019
16:28 Uhr

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Rainer Maier

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31. 03. 2019
16:28 Uhr



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