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Fichtelgebirge

Zeit drängt für Schulsanierung

Die Arbeiten sollen in den Sommerferien beginnen. Allerdings hat der Thiersheimer Gemeinderat noch keine Aufträge vergeben können. Die Architekten sind im Verzug.



30 Fenster müssen an dieser Seite der Schule erneuert werden. Die Fenster in Werkräumen sind noch in Ordnung, der Graben davor soll breiter werden und in der Mitte Platz für ein "grünes Klassenzimmer" bieten. Die Aula (hinten) bekommt ein neues Dach.	Foto: Gerd Pöhlmann
30 Fenster müssen an dieser Seite der Schule erneuert werden. Die Fenster in Werkräumen sind noch in Ordnung, der Graben davor soll breiter werden und in der Mitte Platz für ein "grünes Klassenzimmer" bieten. Die Aula (hinten) bekommt ein neues Dach. Foto: Gerd Pöhlmann  

Thiersheim - Der Marktgemeinde Thiersheim rennt die Zeit davon. Wenn die energetische Sanierung der Grundschule in den Sommerferien beginnen soll, dann müssten die Arbeiten im Mai ausgeschrieben werden. "Aber mal ehrlich", brachte es zweite Bürgermeisterin Uschi Schricker in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf den Punkt, "das wird nichts mehr bei der Lage."

Weniger Tempo

Die Gemeinde Thiersheim installiert in der Straße Am Grasigen Weg eine Geschwindigkeitsmessanlage. Das Gerät kann dem Bürgermeister zufolge das gefahrene Tempo auswerten. Damit komme die Gemeinde dem Wunsch vieler Anlieger nach, sagte Hofmann.

 

Enttäuschung hatte sich im Gremium schon zuvor breitgemacht, nachdem ein anderer Punkt von der Tagesordnung genommen werden musste, weil das Architekturbüro Plaß wichtige Daten nicht beibringen konnte. Es ging um die Abwasserentsorgung des geplanten Dorfgemeinschaftshauses. Die führt unter Umständen unter einem Spielplatz entlang. Doch solange das nicht feststeht, kann der Markt Thiersheim den Spielplatz nicht aufwerten. Auch das hätte zeitnah passieren sollen.

 

Zurück zur Schule: Gilbert Blumenthaler vom Architekturbüro Plaß hatte dem Gemeinderat zunächst Kostenvoranschläge für die neue Heizungsanlage in der Grundschule - sie versorgt zugleich den Dorfgemeinschaftsraum und das neue Vereinsheim des TSV Thiersheim - vorgelegt. Rund 132 000 Euro kostet die neue Pellets-Kesselanlage inklusive der Demontage und Entsorgung des alten Gaskessels, Befüll- und Entnahmesystem, Rohrleitungen und Kaminanpassungen. Die Pellets können laut Blumenthaler im alten Tankraum gelagert werden. "Im Gegensatz zu Hackschnitzel kommt es zu keiner Staubbelastung", erklärte der Architekt. Weitere 163 000 Euro fallen für die Verteilung der Wärme in der Schule und den angeschlossenen Gebäuden an. Beide Posten seien zu 90 Prozent gefördert, sagte Bürgermeister Bernd Hofmann auf Nachfrage. Die Kosten für die Wärmeverteilung im Dorfgemeinschaftsraum und TSV-Heim sollen der Nutzfläche entsprechend aufgeteilt werden, schlug Karl-Peter Mötsch vor. Bürgermeister Hofmann bat den Architekten noch zu prüfen, ob eine Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung für Dorfgemeinschaftsraum und TSV-Heim Sinn ergebe.

Neben der neuen Heizungsanlage sieht die energetische Sanierung der Grundschule den Einbau neuer Fenster, ein Wärmedämmverbundsystem und die Beschattung der Klassenzimmer vor. Begonnen werden müssten die Arbeiten jedoch im Graben vor den Fenstern zu den Werkräumen auf der Südseite des Gebäudes. Der Graben solle auf 1,9 Meter erweitert und mit einer Drainage versehen werden. Mittig vor dem Gebäude ist ein Halbrund mit Sitzgelegenheiten vorgesehen, das im Sommer als "grünes Klassenzimmer" dienen kann. 30 alte Fenster seien auszutauschen, sagte Blumenthaler. Er schlug absperrbare zweiflüglige Fenster vor. "Die einfachste Lösung", sagte der Architekt. Verschattung und Blendfreiheit schaffen sogenannte Textilscreens vor den Fenstern. Die Gewebe sorgen im Gegensatz zu normalen Rollläden nicht für eine vollkommene Verdunkelung und lassen den Blick aus den Klassenzimmern zu. Außerdem seien sie pflegeleicht, sagte Gilbert Blumenthaler.

Auch für die Dachkonstruktion der Schulaula hatte der Architekt neue Vorschläge dabei. So sollen die Binder, auf denen das Dach liegt, keine Unterspannung aus Metall bekommen. Diese zunächst angedachte Variante sei zu teuer. Das Dach werde aus Holzplattendecken gefertigt. Die würden mit kompletter Untersicht geliefert. "Das hat den Vorteil, dass wir das Dach schnell wieder zu bekommen", sagte Blumenthaler. Der Gemeinderat stimmte den Ausführungen zu, mahnte aber zur Eile wegen des knapp bemessenen Zeitfensters in den Sommerferien.

Die Gemeinde Thiersheim hat eine Art Mäh-Vereinbarung getroffen. Daran beteiligt waren Vertreter des Gemeinderats, des Landratsamts und die Kommunalarbeiter. Demnach wird der Naturpark Fichtelgebirge Flächen im neuen Thiersheimer Baugebiet bearbeiten. Auf nicht genutzten Bauflächen hat sich Gemeinderat Thomas Strötz bereit erklärt, Heu zu machen. Die Straßengräben sollen nur bis zur Mitte gemäht und gemulcht werden, der Rest könne bis zum Herbst stehen bleiben, sagte Hofmann. Entlang des Radwegs soll frühestens im Juli gemäht werden. "Wir werden das in diesem Jahr probieren und sehen, ob es sich bewährt", sagte Hofmann.

Der Bürgermeister informierte über eine vorangegangene Sitzung des Bauausschusses. Bei einem Ortstermin hatte das Gremium festgestellt, dass sich der Zustand der Marktredwitzer Straße verschlechtert hat. Hier sei eine Sanierung des Asphaltbelags angebracht, sagte Bernd Hofmann. Das Oberflächenwasser solle zudem in den Thiersbach eingeleitet werden, allerdings sei dafür noch kein Geld im Haushalt eingeplant. Die Mängel am Spielplatz im Grasigen Weg sind dokumentiert und würden nach und nach abgearbeitet. Die Gemeinde möchte neue Spielgeräte anschaffen. "Wünschenswert wäre es, wenn die Anwohner Patenschaften für Sitzgelegenheiten übernehmen würden", sagte der Bürgermeister.

Grünes Licht gab der Gemeinderat mehreren geplanten Baumaßnahmen. Das betraf die Errichtung von zwei Silos in Kothigenbibersbach, den Bau eines Einfamilienhauses mit Garage und Carport am Grasigen Weg, den Wiederaufbau einer Scheune in Altdürrlas und die Errichtung eines Carports im Kirchsteig. Ebenfalls keine Einwände brachte das Gremium gegen die Änderung des Bebauungsplans "Hopfengrund" des Marktes Thierstein und der Bauleitplanung für das Gebiet "Hammerberg West" in Marktredwitz vor. Der Restaurierung eines Hoftors erteilten die Rätinnen und Räte die Erlaubnis nach dem Denkmalschutzgesetz.

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Gerd Pöhlmann

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Veröffentlicht am:
17. 04. 2019
17:42 Uhr

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Gerd Pöhlmann

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