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Fichtelgebirge

Erste Öko-Modellregion im Landkreis

Die Verwaltungsgemeinschaft Tröstau, Wunsiedel und Weißenstadt setzten auf biologischen Landbau. Auch die Vermarktung der Produkte soll professionalisiert werden.



Das Kräuterdorf Nagel mit seinen Kräutergärten ist einer der Orte der "Öko-Modellregion Siebenstern". Foto: Florian Miedl
Das Kräuterdorf Nagel mit seinen Kräutergärten ist einer der Orte der "Öko-Modellregion Siebenstern". Foto: Florian Miedl  

Wunsiedel - Gut möglich, dass die Wunsiedler Stadtwerke demnächst "Bienenstrom" verkaufen. Denkbar ist auch, dass sich der südwestliche Landkreis Archeregion nennen wird und einige Landwirte Kräuterheu anbauen. Seit Dienstag dürfen sich die Städte Wunsiedel und Weißenstadt sowie die Gemeinden Nagel, Bad Alexandersbad und Tröstau "Öko-Modellregion Siebenstern" nennen. Es ist neben der "Öko-Modellregion Steinwald" die erste derartige Projektgemeinschaft in Nordostbayern. Für zwei Jahre erhält sie eine Förderung in Höhe von insgesamt 150 000 Euro. Damit können die Kommunen unter anderem ein Projektmanagement finanzieren. Konkret bedeutet das, dass es einen professionellen "Kümmerer" geben wird, der die Projekte zu verwirklichen hilft.

Davon gibt es viele. Da ist zum Beispiel der Kräuteranbau. Für Kräuter gäbe es in den Kureinrichtungen in Bad Alexandersbad und Weißenstadt bei verschiedenen Anwendungen Bedarf. Da im Fichtelgebirge kein Kräuterheu angebaut wird, bezieht zum Beispiel das Kurzentrum in Bad Alexandersbad welches aus dem Allgäu. Mittlerweile hat ein Landwirt aus Nagel sein Interesse bekundet, in den professionellen Bio-Kräuteranbau einzusteigen.

Die Gemeinde Nagel könnte beispielgebend sein für die Modellregion. "Der Ort hat den größten Anteil von FFH-Flächen in ganz Bayern", sagt Christine Lauterbach, die im Landratsamt zusammen mit Naturpark-Geschäftsführer Ronald Ledermüller federführend für die Bewerbung um das Prädikat "Öko-Modellregion" zuständig war.

Beide sehen in den fünf Gemeinden ein riesiges Potenzial, wenn es um ökologisches Wirtschaften geht. "Die kleinteilig strukturierte Landwirtschaft ist auf jede Nische angewiesen. Sie ist aber auch prädestiniert für den Anbau von Bioprodukten", sagt Ledermüller. Mit Hilfe der "Öko-Modellregion" könnten die Betriebe unterstützt werden, regionale und biologisch angebaute Produkte zu vermarkten.

Hierfür existiert bereits eine Projektidee: Im ehemaligen Tröstauer Gasthof "Siebenstern" könnte eine zentrale Anlieferungs-, Verteilungs- und Vermarktungsstelle als Plattform für ökologischen Landbau entstehen.

Ein weiteres Standbein der "Öko-Modellregion Siebenstern" ist die regenerative Energie. Bad Alexandersbad etwa nennt sich schon jetzt Bioenergie-Heilbad. Hier wird der Energiebedarf des Biomasseheizwerks aus Hackschnitzel und Biogas in der Region erzeugt. Wunsiedel gilt deutschlandweit als Energiestadt, da die SWW und die Tochtergesellschaft ZEF weit mehr regenerative Energie erzeugen, als in der näheren Region verbraucht wird. In einer Beschreibung heißt es, dass die "Öko-Modellregion" mit der SWW ein Stromprodukt entwickeln soll, das Einspeise-Möglichkeiten für Kleinerzeuger bietet und sich "Bienen-Strom" nennt.

Ronald Ledermüller erhofft sich, dass die "Öko-Modellregion Siebenstern" ähnlich erfolgreich wird wie die Nachbarregion Steinwald. Hier sei die Nachfrage nach regionalen Produkten enorm gestiegen. Dies helfe den Erzeugern ebenso wie den Tourismus-Betrieben. "Auch bei uns sind viele positive Effekte möglich: Gesunde, regionale Bio-Produkte und Angebote im Gesundheitstourismus gehören einfach zusammen. Jeder Tourist will im Urlaub Lebensmittel und Spezialitäten aus der Region genießen. Hier sind wir auf einem guten Weg." Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
17. 04. 2019
18:42 Uhr

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