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Weißenstadt: Zonenhalteverbot für den Marktplatz?

Noch einmal müssen die Weißenstädter Stadträte über die Parksituation auf dem zentralen Platz in der Stadt sprechen. Bürgermeister Dreyer bietet eine kurzfristige Lösung an.



Die ungeordnete Parksituation auf dem Marktplatz war und bleibt Thema im Weißenstädter Stadtrat. Foto: Christian Schilling
Die ungeordnete Parksituation auf dem Marktplatz war und bleibt Thema im Weißenstädter Stadtrat. Foto: Christian Schilling  

Weißenstadt - In den Wintermonaten haben falsch parkende Autos um und auf dem Weißenstädter Marktplatz für teils chaotische Verhältnisse gesorgt. In der jüngsten Stadtratssitzung hat Bürgermeister Frank Dreyer nun eine Lösung präsentiert, die demnächst in einem Gespräch mit den Fraktionen und den zuständigen Behörden diskutiert und anschließend umgesetzt werden soll.

"Es ist schön, dass so viele Besucher nach Weißenstadt kommen, aber es gibt auch Verkehrsregeln, die eingehalten werden müssen", sagte Dreyer mit Blick auf die Parksituation am Marktplatz. Rund um den zentralen Brunnen würden Autos zum Teil in zweiter oder dritter Reihe parken. Gerade im Winter gebe es dadurch kaum ein Durchkommen mehr, vor allem für die Linienbusse.

Deshalb habe es vor Kurzem ein Sicherheitsgespräch gegeben. Nach Rücksprache mit Martin Mayer vom Landratsamt und Armin Karger vom Staatlichen Straßenbauamt Bayreuth sei ein Zonenhalteverbot demnach das einzige kurzfristig umsetzbare Mittel, um die Situation am Marktplatz "rechtssicher in den Griff zu bekommen". Das könne auch ohne eine 30er-Zone umgesetzt werden. Dies heiße in der Praxis, an den vier Zufahrten zum Marktplatz Schilder "Zonenhalteverbot" mit dem Zusatzschild "Parken in gekennzeichneten Flächen erlaubt" aufzustellen. Auf den Rückseiten befänden sich die Aufhebungen dieser Regelung.

Nun folge ein weiteres Beratungsgespräch, bei dem geklärt werden müsse, ob die Zone eingeführt werde und wo und wie die Schilder installiert würden. Zudem müsste die Anzahl der Parkplätze und deren Kennzeichnung festgelegt werden. Die Fraktionssprecher Stephan Gesell, Markus Zitzmann und Steffen Langer stimmten dem Vorschlag zu, allerdings ohne die Umsetzung einer 30er-Zone. Bürgermeister Dreyer bat daher, dass von jeder Fraktion mindestens ein Mitglied an der nächsten Besprechung teilnehmen möge.

Zentrales Thema der Sitzung war der Sachstandsbericht, den Reinhard Wesinger vom Geo-Team Bayreuth zum Projekt "boden:ständig" und dessen Maßnahmen und Umsetzungen gab. Das Projekt war 2017 auf das Vorhaben "Wasser verbindet" von 2004 gefolgt. Das Geo-Team ist dabei im Auftrag des Amtes für ländliche Entwicklung (ALE) Oberfranken unterwegs. Hauptziel sei es, den Phosphateintrag in den Weißenstädter See zu reduzieren. Das Phosphat werde durch die umliegenden Wälder, Moore und landwirtschaftlichen Flächen in den See gespült.

Bei zu hoher Konzentration könne der See umkippen, erklärte Wesinger. Das Hauptaugenmerk liege nun darauf, dass das Phosphat möglichst gleichmäßig in den See geschwemmt werde, um den Ph-Wert auf einem Level zu halten. Für den Eintrag in den See sorgten neben dem Grundwasser hauptsächlich die Dränagen, die angelegt wurden, um die Flächen um den See zu entwässern; aber auch Erosionen, vor allem nach der Schneeschmelze und nach Starkregen, würden vermehrt Phosphat in den See leiten.

Dagegen gebe es Maßnahmen, die mit den Landwirten, der Stadt und der Wasserversorgung umgesetzt werden sollten. Möglich wären Feuchtflächen, die Umwandlung von Ackerflächen in Grünland mit extensiver Bewirtschaftung sowie der Einbau von "Nährstofffallen" in Form von Struktur- und Landschaftselementen, etwa mit dem Anlegen kleiner Tümpel. Gefördert werde das Projekt, dessen Umsetzung nur wenige Tausend Euro koste, zu 80 Prozent vom ALE, 20 Prozent könnte die Stadt beisteuern. "Wir müssen nicht alles sofort umsetzen", betonte der Experte. Am Hirtbach seien bereits unter anderem das Seeufer abgesenkt und niedrigere Dämme angelegt worden, auch wenn der Biber oft gegen das Projekt arbeite. Durch Beratung sollen nun die Landwirte von einer "sensibleren Bewirtschaftung" überzeugt werden. Derzeit würden an anderen Stellen einige Maßnahmen umgesetzt, so der Bau von "Nährstofffallen" vor Durchflussrohren oder das Anlegen weiterer Feuchtwiesen. Auch Blühstreifen seien denkbar. Die nötigen Flächen würden Stadt, Landwirte und der Wasserversorger bereitstellen.

"Alles, was hier stattfindet, geschieht im Konsens", betonte Bürgermeister Dreyer. Es gehe nicht darum, Schuldzuweisungen auszusprechen oder Zwang und Druck auszuüben. "Wir wollen die Wasserqualität auf einem Niveau halten, um ein ständiges Abfischen zu verhindern", betonte Dreyer und sagte die finanzielle Unterstützung der Stadt bei den geplanten Vorhaben zu.

Der Stadtrat beschloss zudem, die Verwaltung zu beauftragen, weitere Fördermittel bei der Regierung von Oberfranken für private Sanierungsmaßnahmen und Beratungen im Zuge der Förderoffensive NordostBayern zu beantragen. Der Stadtrat hat bereits 220 000 Euro in den Haushalt eingestellt. Der damalige Beschluss soll nun erweitert werden, um Fördermittel zu erhalten, die in anderen Kommunen nicht abgerufen werden, erklärte Dreyer. Des Weiteren beschloss das Gremium die endgültige Satzungsänderung für die Wasserabgabesatzung und gab das gemeindliche Einvernehmen zum Bau eines Einfamilienhauses in der Schneebergstraße sowie zu einer Tekturänderung beim Neubau des Kurzentrums Weißenstadt.

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Christian Schilling
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Veröffentlicht am:
22. 04. 2019
16:48 Uhr

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Christian Schilling

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22. 04. 2019
16:48 Uhr



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