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Fichtelgebirge

200 Retter kämpfen gegen Feuer in Fabrik

In der Röslauer Bahnhofstraße ist im Winterling-Gebäude am Mittwochnachmittag ein Feuer ausgebrochen.



Röslau - Schock am Mittwochnachmittag in Röslau. Auf einmal qualmt es heftig aus dem südlich vorgelagerten Gebäudeteil auf dem Winterling-Areal im Industriepark. Wie sich schnell herausstellt, ist der Brand offenbar im Dachstuhl des Flachbaus ausgebrochen. Die Mitglieder einer Künstlergruppe, die eben dabei sind, Möbel in die vierte Etage des Gebäudes für eine Ausstellung zu schleppen, werden vom Qualm jäh gestoppt. Die Künstler stecken gerade mitten in den Vorbereitungen für eine große Schau im obersten Stockwerk, die am 4. Mai eröffnet werden soll. "Ob das jetzt möglich ist, weiß ich nicht", sagt Jakob Wieczorek, der sichtlich mitgenommen dem Feuerwehreinsatz zusieht.

Die Röslauer Rettungskräfte sind binnen Minuten auf dem Gelände des Industriekomplexes. Sie hatten soeben noch einen Brand auf einem Feld bei Dürnberg gelöscht und eilen sofort zum nächsten Einsatz. Da zu befürchten ist dass die Lage schnell noch brenzlicher wird, rücken nach und nach weitere Feuerwehren aus der gesamten Umgebung an. "Wir haben hier insgesamt rund 200 Aktive im Einsatz", sagte Kreisbrandrat Wieland Schletz auf Nachfrage der Frankenpost .

24.04.2019 - Brand im Winterling-Gebäude - Foto: Matthias Bäumler/Bernd Nürnberger

WG:
Brand im Winterling-Gebäude
Brand im Winterling-Gebäude
Brand im Winterling-Gebäude
Brand im Winterling-Gebäude
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Brand im Winterling-Gebäude
Brand im Winterling-Gebäude
Brand im Winterling-Gebäude
Brand im Winterling-Gebäude

Sofort zapfen die Retter sämtliche Hydranten und Löschteiche in der Umgebung an und legen eine mehrere hundert Meter lange Schlauchleitung.

Auch das THW Marktredwitz und das Rote Kreuz stehen am Mittwochnachmittag für den Notfall bereit. Über Verletzte ist bis Redaktionsschluss nichts bekannt.

Der Einsatz gestaltet sich für die Feuerwehr anspruchsvoller als zunächst angenommen. So lagern im Erdgeschoss Behälter mit Kunststoffgranulat eines Unternehmens aus der Region. Über dem gesamten Areal liegt über Stunden der Geruch verbrannten Plastiks. Da zunächst nicht klar ist, ob der Rauch giftige Dämpfe enthält, gibt die Polizei kurzzeitig eine Warnung an die Bevölkerung heraus. Dennoch zieht es aus der Nachbarschaft immer wieder Schaulustige auf das Gelände.

In Windeseile haben sich die Einsatzleiter Grundriss-Pläne des riesigen Industriebaus besorgt. Unter anderem muss ein 500-Liter-Öltank gesichert werden, der gefährlich nah am Brandort steht. Auch ist zunächst nicht klar, ob noch Gasflaschen im Gebäude lagern.

Einer der Helfer ist der Marktleuthener Bürgermeister Florian Leupold. "Ich hatte gerade einen Termin im Rathaus und noch etwas Büroarbeit erledigt, als der Funkwecker klingelte. Natürlich bin ich sofort losgefahren", sagt der passionierte aktive Feuerwehrler.

Wie Kreisbrandrat Wieland Schletz sagt, war es zunächst notwendig, das offene Feuer im Dachstuhl unter Kontrolle zu bringen. Dies gelang den Rettungskräften relativ schnell. Wesentlich aufwendiger gestaltete sich anschließend das Bergen der glimmenden und üble Dämpfe verbreitenden Kunststoffbehälter. Nach und nach schleppten die Feuerwehrmänner und -frauen die gesamten Big-Packs ins Freie und löschten sie unter anderem mit Schaum.

Sofort zum Brandort geeilt ist auch Cäcilia Scheffler, Vorstand des gemeinsamen Kommunalunternehmens (gKU) Winterling. "Ich war in meinem Büro in Kirchenlamitz, als ich von dem Unglück erfahren habe", sagt sie. Im etwa hundert Meter vom Brandort entfernten Leitstellen-Fahrzeug unterstützt sie die Einsatzleiter und informiert sie über die einzelnen Räume in dem Haus. Während das Untergeschoss voll vermietet ist, sind das erste und zweite Obergeschoss teilweise belegt. Im dritten Stock ist derzeit noch kein Mieter eingezogen und den vierten Stock hat das Künstlerkollektiv gemietet.

Ob die Kunstwerke - unter anderem Installationen, Skulpturen, Bilder - durch den Rauch oder die Löscharbeiten beschädigt worden sind, wird sich erst herausstellen. "Zum Glück hatten wir bisher nur einen Teil davon hier", sagt Jakob Wieczorek. Nicht mehr zu retten dürfte der Großteil der Möbel sein, den die Künstler neu angeschafft haben. "Wir wollten sie gerade in den Aufzug stapeln, als wir das Feuer entdeckten. Da steckt richtig viel Geld drin."

Überrascht von dem Brand waren auch die Mitarbeiter im angrenzenden Scherdel-Werk. Für sie bestand aber keine Gefahr.

Autor

Matthias Bäumler
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
24. 04. 2019
16:45 Uhr

Aktualisiert am:
24. 04. 2019
19:36 Uhr

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Autor

Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
24. 04. 2019
16:45 Uhr

Aktualisiert am:
24. 04. 2019
19:36 Uhr



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