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Fichtelgebirge

Am Plärrer kann es jetzt losgehen

Thiersheim und Wunsiedel wollen das Industriegebiet gemeinsam aufbauen. Der Zweckverband dafür ist ab sofort handlungsfähig. Zur "Geburtsstunde" kommen beide Väter des Projekts.



Sie wollen im Zweckverband das Gewerbegebiet Am Plärrer gemeinsam voranbringen: Vorsitzender Karl-Willi Beck und sein Stellvertreter Bernd Hofmann (vorne von links) sowie die Verbandsräte aus Thiersheim und Wunsiedel (hinten von links) Karl-Peter Mötsch, Jürgen Fraas, Manfred Söllner, Wilfried Kukla, Uschi Schricker und Christine Medick. Foto: T. Pohl
Sie wollen im Zweckverband das Gewerbegebiet Am Plärrer gemeinsam voranbringen: Vorsitzender Karl-Willi Beck und sein Stellvertreter Bernd Hofmann (vorne von links) sowie die Verbandsräte aus Thiersheim und Wunsiedel (hinten von links) Karl-Peter Mötsch, Jürgen Fraas, Manfred Söllner, Wilfried Kukla, Uschi Schricker und Christine Medick. Foto: T. Pohl  

Wunsiedel/Thiersheim - Der "Interkommunale Gewerbepark Thiersheim-Wunsiedel, Am Plärrer, A 93" ist den beiden Bürgermeistern Bernd Hofmann und Karl-Willi Beck eine Herzensangelegenheit. Schon im Dezember haben die beiden Väter dieses Projekts ihr Baby gemeinsam mit ihren Mitstreitern aus der Taufe gehoben: Damals gründete sich der Zweckverband.

Dass erst jetzt die konstituierende Sitzung samt Erlass einer Geschäftsordnung stattfand, liegt an der Krebserkrankung des Wunsiedler Bürgermeisters. Er befand sich nun längere Zeit im Krankenhaus. Umso herzlicher fiel der Empfang für Karl-Willi Beck am Donnerstagmittag aus: "Es war uns ein Anliegen, mit der konstituierenden Sitzung auf dich zu warten", erklärte Thiersheims Bürgermeister Bernd Hofmann. "Schön, dass du nun wieder in unserer Mitte bist." Diese Auffassung teilten offenbar auch die übrigen Zweckverbandsräte; warme Worte und ehrliche Freude begleiteten den Weg Karl-Willi Becks von der Tür zu seinem Sitzplatz.

Das wiederum freute Karl-Willi Beck, der sich im kleinen Sitzungssaal des Wunsiedler Rathauses sichtlich wohl fühlte; er scherzte: "Irgendwann gefallen dir auch die Krankenschwestern nimmer, dann willst du nur noch heim."

Wobei er auch im Krankenstand an seine Heimat dachte; zumindest Teile der Sitzungsunterlagen hat er noch vorbereitet. Für die rechtlich relevanten Ausführungen der Geschäftsordnung, die sich der Zweckverband nun gegeben hat, zeichneten zwei weitere "Geburtshelfer" verantwortlich: Bernd Hofmann dankte ausdrücklich Martin Rogler und Frank Müller, der eine geschäftsleitender Beamter von Thiersheim, der andere von Wunsiedel.

Die beiden hatten einen ganzen Stapel Papier vorbereitet, über den die Runde zu beschließen hatte: Als Vorsitzender des Zweckverbands Karl-Willi Beck, als sein Stellvertreter Bernd Hofmann, als Zweckverbandsräte für Wunsiedel Jürgen Fraas, Wilfried Kukla und Manfred Söllner, für Thiersheim Uschi Schricker, Christine Medick und Karl-Peter Mötsch in Vertretung für Kornelia Schaffhauser. Der Vorsitz wechselt 2020 nach der Kommunalwahl nach Thiersheim; drei Jahre später wieder nach Wunsiedel. Mit der Geschäftsordnung, so Karl-Willi Beck, gebe sich der Zweckverband das Werkzeug, um handeln zu können. "Jetzt können wir Entscheidungen treffen, Aufträge vergeben und so weiter."

Tatsächlich drängt langsam die Zeit: Schon im Dezember hatten die beiden Zweckverbandsvorsitzenden davon gesprochen, dass sich 18 Unternehmen gemeldet hatten, die sich gerne Am Plärrer ansiedeln würden. Inzwischen seien weitere dazugekommen - konkrete Zahlen nannten beide aber nicht. Karl-Willi Beck stellte in Aussicht, dass der Zweckverband Kontakt zur Ansiedlungsagentur des Freistaats Bayern, "Invest in Bavaria", aufnehmen werde, um weitere Interessenten zu gewinnen. Schon jetzt arbeite der Zweckverband mit der Entwicklungsagentur des Landkreises eng zusammen.

Die Kooperation mit dem Landkreis könnte womöglich darüber hinausgehen; nach kurzer Debatte einigten sich die Zweckverbandsräte, keinen eigenen Datenschutzbeauftragten auszubilden oder anzustellen. Stattdessen wollen sie gegen Gebühr auf den gemeinsamen Datenschutzbeauftragten des Landkreises zurückgreifen.

Das gilt womöglich auch für einen zukünftigen Geschäftsleiter. Zunächst aber führte Karl-Willi Beck aus, dass er bereit sei, sich in den Zweckverband stark einzubringen. Derzeit sei noch nicht abzusehen, wie viel Arbeit auf einen Geschäftsleiter zukomme, was eine Ausschreibung schon alleine unter dem Gesichtspunkt Voll- oder Teilzeit erschwere. Zumal die Haushaltsangelegenheiten des Zweckverbands - ebenfalls gegen finanzielle Entschädigung - bei der Stadt Wunsiedel erledigt würden. "Am besten wäre, wir würden zum Beispiel einen Pensionär finden, der sich auskennt." Karl-Peter Mötsch kommentierte das mit einem knappen: "Also du." Karl-Willi Beck erwiderte: "Das stellen wir mal zurück." Bernd Hofmann verwies auf die Experten der Entwicklungsagentur Fichtelgebirge. Womöglich käme hier jemand in Teilzeit infrage. Der Zweckverband will das prüfen - und sich zugleich alternativ nach einem "nebenamtlichen" Kandidaten umsehen.

Autor

Tamara Pohl
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Veröffentlicht am:
25. 04. 2019
17:46 Uhr

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Tamara Pohl

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25. 04. 2019
17:46 Uhr



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