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Fichtelgebirge

Neue Mensa für 400 Studierende

Das Dekanat Wunsiedel unterstützt die Bibelschule Mwika in Tansania. Die Spendengelder helfen, die Einrichtung dem Bedarf anzupassen. Die Partnerschaft hat viele Facetten.



Eine Delegation aus dem Dekanat Wunsiedel hat sich vor Kurzem davon überzeugt, dass die Spendengelder in Mwika angekommen sind. Im Hintergrund die neugebaute Mensa, rechts der Neubau für die Sanitäranlagen. Foto: pr.
Eine Delegation aus dem Dekanat Wunsiedel hat sich vor Kurzem davon überzeugt, dass die Spendengelder in Mwika angekommen sind. Im Hintergrund die neugebaute Mensa, rechts der Neubau für die Sanitäranlagen. Foto: pr.  

Wunsiedel - Am Anfang stand ein zerbrochener Pfeil. Das war 1975. Es ist ein alter afrikanischer Brauch, etwas zu zerbrechen, um einen Vertrag zu besiegeln. In diesem Fall den Partnerschaftsvertrag zwischen den Dekanaten Wunsiedel und Weiden und der Bibelschule in Mwika, Tansania. Eine Hälfte des Pfeils nahm der ehemalige Thiersheimer Pfarrer Hans Rösch mit nach Tansania, wohin er im Auftrag des Missionswerks der Evangelischen Kirche als Lehrer berufen wurde. Die andere Hälfte des Pfeils blieb in Bayern. Die Verbindung besteht noch immer. "Wir pflegen einen regen Austausch", bestätigt der Wunsiedler Pfarrer Jürgen Schödel.

Spenden

Das Dekanat Wunsiedel freut sich auch weiterhin über Spenden für die Bibelschule in Mwika, Tansania. Das Spendenkonto: Evangelisches Dekanat Wunsiedel, IBAN: DE78 7805 0000 0200 3290 19

BIC: BYLADEMFHOF

Verwendungszweck: "Mwika College Mensa"

 

Seit 15 Jahren begleitet er die Partnerschaft und freut sich über die Entwicklung, die das ostafrikanische Land seitdem genommen habe. "Es gibt deutliche Verbesserungen in der Infrastruktur", sagt er. "Und die Menschen bemühen sich, etwas in ihrem Land aufzubauen." Fest im Leben der Tansanier verankert ist der Glaube. Der spielt laut Schödel eine wichtige Rolle. "Die Treffpunkte für die Menschen dort sind der Markt und die Gottesdienste." Der Kirche komme eine verbindende Rolle in der Gesellschaft zu - und zwar in der ganzen Breite des Lebens. Neben den Schulen zähle sie zu den wichtigen Bildungseinrichtungen. "Und ganz im Gegensatz zu uns wissen die Pfarrer dort oft nicht, wie sie die vielen Menschen zu den Gottesdiensten in der Kirche unterbringen sollen." Kirche, sagt Jürgen Schödel, sei in Tansania etwas, das die Menschen zusammenbringt.

 

Das Bible-College Mwika, am Fuße des Kilimandscharos, besteht seit 1953. "Es ist eine Art kirchliche Fachhochschule, an der momentan 400 Studierende, hauptsächlich aus Tansania, aber auch aus den benachbarten Ländern, im kirchlichen Dienst ausgebildet werden", erklärt Jürgen Schödel. 20 Lehrer und 20 weitere Mitarbeiter kümmern sich um Lehrerfortbildung, die Ausbildung von Pfarrern, Kirchenmusikern und Parish Worker, Gemeindearbeitern. Vor allem aber werden Evangelisten ausgebildet. "Das sind aber keine Redner bei Großveranstaltungen", erklärt Jürgen Schödel, "sondern Gemeindemitarbeiter, die Besuche machen, ehrenamtliche Mitarbeiter fördern, Unterricht geben, Gottesdienste halten und praktische Sozialarbeit leisten." Sie alle leben und arbeiten auf dem Campus. Um nicht teuer Lebensmittel einkaufen zu müssen, bauen die Studentinnen und Studenten Mais an und halten Vieh. Und hier wie dort pflegen sie die Partnerschaft.

So herrscht ein reger Austausch via Whatsapp-Telefonie und E-Mails. Eine schöne Tradition sei das wechselseitige Gebet zu Pfingsten. "Sie beten für unsere Anliegen und wir beten für konkrete Anliegen in Mwika", erklärt der Wunsiedler Pfarrer. "So bekommt unsere Partnerschaft auch eine spirituelle Dimension." Im Laufe der Zeit sei so eine echte Beziehung entstanden. "Es sind nicht nur Partner, sondern Freunde und Mitchristen, die halt nur woanders leben." Das Vertrauen, das sich über die Jahre aufgebaut hat, sei ein wichtiges Fundament für die finanzielle Seite der Partnerschaft. Zuletzt förderte das Dekanat Wunsiedel den Neubau der Mensa in Mwika. Rund 30 000 Euro seien dafür im Dekanat gesammelt worden. "Das hätten wir niemals gedacht", freut sich Jürgen Schödel über die hohe Summe. Mit Unterstützung der "Mission Eine-Welt" hätten 100 000 Euro nach Tansania überwiesen werden können. Jeder gespendete Cent sei in Mwika angekommen. "Weil es eine Dekanatsaufgabe ist, fallen keine Kosten für die Verwaltung an." Wichtig für Schödel ist die Feststellung, dass die Partnerschaft nicht an der finanziellen Unterstützung hängt. Es sei eine partnerschaftlich-freundschaftliche Beziehung. "Wir tauschen uns auch über gesellschaftliche Themen aus."

Im März hatten sich Pfarrer Jürgen Schödel und Werner Frohmader von der Kirchengemeinde Thiersheim ein Bild von den Arbeiten in Mwika gemacht. "Die Mensa ist noch nicht ganz fertig", berichtet Schödel. "Aber sie kann bereits voll genutzt werden." Auch die Küche konnte neu ausgestattet werden. Der Ofen wurde gegen ein neues Modell ausgetauscht, das auch mit Biogas geheizt werden kann. So fällt laut Jürgen Schödel nur noch ein Viertel des bisherigen Brennholzbedarfs an. "Das alles hat also auch eine ökologische Komponente", sagt er. Eine wirtschaftliche übrigens auch: So seien tansanische Fachleute wie Architekten und Bauarbeiter eingesetzt worden. "Damit haben auch die Handwerker ein Auskommen", erklärt Pfarrer Schödel. Die Idee sei, als nächstes Projekt die Regenwassernutzung zu forcieren. Die Wasserreserven seien rückläufig, die Gletscher des Kilimandscharos am Schrumpfen. "Der Klimawandel ist in der Region Mwika eine große Herausforderung", sagt Schödel.

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Gerd Pöhlmann

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Veröffentlicht am:
15. 05. 2019
17:44 Uhr

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Gerd Pöhlmann

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15. 05. 2019
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