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Fichtelgebirge

Helferkreis zieht positive Bilanz

Das Integrationsprojekt "Wir alle sind Wunsiedel" kann ein Vierteljahr nach seiner Gründung kleine Erfolge feiern. Die Mitglieder stehen Flüchtlingen bei Problemen zur Seite.



Die Mitglieder des Wunsiedler Helferkreises "Wir alle sind Wunsiedel" mit Martina Kerschbaum und Nour Atebbaa (Mitte) trafen sich im Mehrgenerationenhaus zu einem ersten Austausch. Foto: Herbert Scharf
Die Mitglieder des Wunsiedler Helferkreises "Wir alle sind Wunsiedel" mit Martina Kerschbaum und Nour Atebbaa (Mitte) trafen sich im Mehrgenerationenhaus zu einem ersten Austausch. Foto: Herbert Scharf  

Wunsiedel - Im Februar dieses Jahres hat sich der Wunsiedler Helferkreis "Wir alle sind Wunsiedel", ein Integrationsprojekt der Arbeiterwohlfahrt (AWO), unter dem Schirm der Arbeiterwohlfahrt in der Kreisstadt gegründet. Jetzt, keine drei Monate später, trafen sich ein Dutzend Helferinnen und Helfer um Martina Kerschbaum und Nour Altabba im Mehrgenerationenhaus. Sie zogen eine positive erste Bilanz und tauschten sich über zahlreiche Ideen zu weiteren Projekten aus.

Mehr Helfer gesucht

Wer möchte mitmachen bei dem Integrationsprojekt "Wir alle sind Wunsiedel" der Arbeiterwohlfahrt (AWO)? Ansprechpartner sind Martina Kerschbaum (Telefonnummer: 09232/9198264, E-Mail: Martina.kerschbaum@awo-wunsciedel) und Nour Altebbaa (Telefonnummer: 0170/2083114, E-Mail: nour.altabbaa@awo-wunsiedel.org. Sprechzeiten sind im Mehrgenerationenhaus montags bis mittwochs von 10.30 bis 13 Uhr und donnerstags von 15 bis 17 Uhr nach Vereinbarung.

 

Seit der Gründung im Februar haben die Mitglieder des Helferkreises schon viel erreicht und einige Projekte in die Wege geleitet, erläutern Kerschbaum und Altabbaa, beide Pädagoginnen, bei dem Treffen. So mussten sie zunächst einmal Kontakte knüpfen. Dazu besuchten die beiden nicht nur Behörden, sondern auch weitere Helferkreise, Schulen, das Jugendzentrum und andere Wohlfahrtsverbände, aber auch die Menschen in der Wunsiedler Gemeinschaftsunterkunft. Bei dem Besuch in der Unterkunft ging es eher um kleinere Probleme. So konnte der fehlende TV-Empfang rasch abgehakt werden. In Gesprächen erkundeten die Helferinnen, wo den Flüchtlingen der Schuh drückt.

 

Ebenso erfreulich ist, dass die Mitglieder des Helferkreises bereits einige Projekte auf den Weg gebracht haben. So sei das Angebot "Sport mit Georgette", einer Fitnesstrainerin aus Jordanien, die vor einem halben Jahr mit Mann und Kindern nach Deutschland geflohen ist und in der Gemeinschaftsunterkunft wohnt, schon kurz nach seiner Einführung ein Renner. Eine Stunde lang können Frauen jeden Alters bei der Mischung aus flotter Gymnastik und Bauchtanz im Mehrgenerationenhaus mitmachen. Treffpunkt ist montags um 18.15 Uhr oder mittwochs um 10.30 Uhr.

Mit Hilfe eines Lehrers aus Russland bietet die Helfergruppe außerdem Nachhilfeunterricht an. Er lehrt Physik und Mathematik in offenen Ganztagsgruppen. Angeboten werden Flüchtlingsfrauen auch Rat und Hilfe im Falle von häuslicher Gewalt.

Da für Veranstaltungen in den Räumen der Gemeinschaftsunterkunft strenge Regeln gelten, habe sich der Helferkreis auf die Suche nach weiteren Räumen gemacht, in denen Flüchtlingsfamilien auch einmal zu privaten Feiern wie Geburtstagen einladen können. Bei diesem Vorhaben, freuten sich die beiden Leiterinnen, sei man besonders bei der Diakonie, bei Dekan Bauer, auf offene Ohren gestoßen. Gegen einen geringen Obolus, der für die Reinigungskraft bestimmt ist, könnten die Flüchtlinge die Räume der Diakonie für Veranstaltungen und Treffen nutzen.

Bei der ersten Zusammenkunft des Helferkreises ging es auch um ganz profane Dinge wie den Abschluss einer Haftpflichtversicherung für Helfer oder betreute Familien, um den Datenschutz bei Veröffentlichungen, aber auch um die Kostenerstattung bei notwendigen Fahrten. Es besteht die Möglichkeit, eine Förderung zu erhalten, wenn die betreuten Personen ein Ziel nicht mit einem öffentlichen Verkehrsmittel erreichen können.

Nour Altabbaa stellte bei dem Treffen einige Ideen für weitere Projekte des Helferkreises vor. So wolle man mit Anpflanzungen oder der Pflege eines öffentlichen Grundstücks einen kleinen Teil dazu beitragen, damit Wunsiedel blüht, erzählt sie. Das Vorhaben sei auch dazu geeignet, Einheimische und Flüchtlinge zusammenzubringen und sich gegenseitig kennen zu lernen.

In der Umweltstation auf dem Katharinenberg in Wunsiedel ist außerdem eine Schulung für das Anlegen von Hochbeeten in Planung. Für dieses Projekt würden die ehrenamtlichen Helfer auch gerne das Jugendzentrum mit ins Boot holen.

Ein Problem für geflüchtete Familien sei häufig, dass es in der Gemeinschaftsunterkunft keinen Garten gebe, wo Kinder spielen könnten. Der Ausgang münde stattdessen sofort in eine Straße und der Weg auf das frühere Bahnhofsgelände führe ebenfalls über Straßen. Aus Gesprächen mit der Diakonie ergab sich die Möglichkeit, dass Kinder künftig einen kleinen Garten an dem Verwaltungsgebäude ganz in der Nähe nutzen können.

Schließlich wollen die Mitglieder des Helferkreis und die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft beim Wunsiedler Brunnenfest zusammenhelfen und einen Brunnen gestalten. Dazu biete sich der Brunnen auf dem Hackerplatz an, der jedoch nicht ganz einfach zu schmücken sei. Der Planer des Brunnens habe mit dem herzförmig gestalteten Wasserzulauf wohl kaum an die Arbeiterwohlfahrt gedacht, damit aber genau ihr Symbol getroffen.

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Herbert Scharf
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Veröffentlicht am:
17. 05. 2019
17:14 Uhr

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Herbert Scharf

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17. 05. 2019
17:14 Uhr



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