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Fichtelgebirge

Granit und Eisen sollen Kreisverkehr zieren

Die Steinwüste am Wunsiedler Edeka-Markt soll erblühen. German Schlaug sieht in der Gestaltung keine Kunst.



Mit zwei Felsen und zwei Stahlplatten wird der Kreisverkehr am E-Center 2020 gestaltet. Auch die Steinwüste wird verschwinden. An ihrer Stelle entsteht eine insektenfreundliche Blühwiese. Animation: Stadt Wunsiedel
Mit zwei Felsen und zwei Stahlplatten wird der Kreisverkehr am E-Center 2020 gestaltet. Auch die Steinwüste wird verschwinden. An ihrer Stelle entsteht eine insektenfreundliche Blühwiese. Animation: Stadt Wunsiedel  

Wunsiedel - Noch ein Jahr tragen die Wunsiedler den unrühmlichen Titel als Inhaber des hässlichsten Kreisverkehrs im Landkreis. Landläufig wird er auch Steinwüste genannt. Doch schon im kommenden Jahr wird sich die Situation am E-Center ändern. Der Stadtrat hat sich am Donnerstagabend entschieden, eine Arbeit aus einem Wettbewerb der Steinfachschule (wir berichteten) zu verwirklichen. Allerdings - und darauf legte Bunte-Liste-Stadtrat und ehemaliger Kunsterzieher German Schlaug Wert - handelt es sich dabei nicht um Kunst. "Es ist zweifellos eine gut gelungene Schülerarbeit. Aber eben auch nicht mehr."

An der Gestaltung entzündete sich sogleich eine lebhafte Diskussion über Kunst. Für Schlaug muss Kunst polarisieren und den Geist fordern. Diesen Anspruch sieht er weder in dem vom Stadtrat ausgewählten Vorschlag noch in den übrigen, die zur Debatte standen. "Ich habe mich gefragt, ob ich mich ärgern oder amüsieren soll. Ich habe mich für Letzteres entschieden", sagte Schlaug über den Gestaltungswettbewerb. Es sei eben typisch für den Wunsiedeler Stadtrat: Wenn dieser sich mit Kunst befasse komme am Ende etwas Beliebiges, ja Redundantes, heraus.

Diese Aussagen ärgerten Manfred Söllner (SPD). "Ich finde es schade, dass hier die Arbeit der Schüler öffentlich so niedergemacht wird." Dass dies überhaupt nicht der Fall sei, entgegnete Schlaug. "Im Gegenteil, es handelt sich um eine geradezu hervorragende Schülerarbeit, mehr war aber auch nicht zu erwarten."

Bürgermeister Karl-Willi Beck, der ausdrücklich nach Schlaugs Meinung gefragt hatte, sagte, dass es sich im Falle des Kreisverkehrs nicht um einen Kunst-, sondern um einen Gestaltungswettbewerb gehandelt habe.

Unabhängig von der Frage, was Kunst überhaupt ist, war es Jürgen Fraas (CSU) ein Anliegen, dass auf dem Platz eine Blühwiese angelegt werden solle. "Wir können gerade angesichts der Artensterben-Debatte hier keine Steinwüste belassen." Das sahen die übrigen Stadträte ebenso. Und noch etwas war Fraas wichtig: Die für die Gestaltung verwendeten Steine sollen möglichst von der Luisenburg stammen. Auf keinen Fall dürften hier Kunstfelsen verwendet werden. Dies sicherte Bürgermeister Beck zu.

Mit einem Detail des Wettbewerbsbeitrags hatten die Stadträte Probleme: Der in dem Stahlelement, das inmitten der beiden Granitsteine steht, herausgefräste Luisenburg-Kopf fällt zu wenig auf. "Wir werden auf den Künstler zugehen und mit ihm eine Lösung finden." Kommentar Schlaug: "Das ist kein Künstler."

Letztlich beschloss der Stadtrat, den Vorschlag des Steinfachschülers umzusetzen und 2020 den Kreisverkehr neu zu gestalten. Auch die rings herum anzulegende Blühwiese werde verwirklicht.

Apropros Kunst. Nicht immer erschließt sich Kunst auf den ersten Blick. So berichtete Stadtbaumeister Klaus Brunner davon, dass ein umgefallenes Kunstwerk im Stadtgebiet wieder aufgestellt worden sei. Einige Stadträte hatten nicht gemerkt, dass sich die sehr abstrakte Steinskulptur überhaupt in der falschen Position befand. M. Bäu.

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Veröffentlicht am:
17. 05. 2019
18:18 Uhr

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17. 05. 2019
18:18 Uhr



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