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Fichtelgebirge

Zirkus Afrika heftig in der Kritik

Viele Menschen halten Elefanten in der Manege für Tierquälerei. Auch im Marktredwitzer Stadtrat ist der Auftritt der Tiere ein Thema.



Die Elefanten-Dressur ist einer der Höhepunkte der Darbietungen des Zirkus Afrika. Foto: Zirkus Afrika
Die Elefanten-Dressur ist einer der Höhepunkte der Darbietungen des Zirkus Afrika. Foto: Zirkus Afrika  

Marktredwitz - Nicht jeder freut sich, wenn ein Zirkus in die Stadt kommt. So auch im Falle des Zirkus Afrika. In den sozialen Medien werfen viele Marktredwitzer den Verantwortlichen des Zirkus Tierquälerei vor. Vor allem die Elefanten-Dressur halten sie für alles andere als artgerecht. Auch im Marktredwitzer Stadtrat ist das Gastspiel des Zirkus Afrika auf dem Angerplatz diskutiert worden. Oberbürgermeister Oliver Weigel ging dabei auf die Vorwürfe in etlichen Kommentaren gegen die Stadt Marktredwitz ein. Mehrere Bürger empörten sich darüber, dass die Stadt einen Zirkus auftreten lasse, der Tiere nicht artgerecht behandle und betreue.

"Auch die Stadt hat eine Mail der Tierschutzorganisation Peta erhalten. Peta spricht dem Zirkus eine artgerechte Haltung ab und wirft ihm vor, sogar kranke Tiere auftreten zu lassen", zitierte Weigel. Er unterstrich, dass die Stadt keine Genehmigungsbehörde für Zirkus-Auftritte sei. Für die Genehmigung auf dem Angerplatz sei Voraussetzung, dass eine Genehmigung und Bewilligung der zuständigen Tierschutzbehörde vorliege. Die sei beim Landratsamt angesiedelt. Die Stadt selber müsse das Gastspiel gar nicht genehmigen. Die Kontrolle, ob die Tiere artgerecht in einem Zirkus gehalten werden, liege beim Landratsamt.

Lothar Friedmann von der Stadtverwaltung ergänzte, es sei bekannt, dass manche Städte kleinere Zirkusse gar nicht mehr auftreten lassen wollen. Hier sei die Rechtsprechung eindeutig und besage, dass für diese Genehmigungen nicht die Kommunen zuständig seien.

Mittlerweile hat die Kleinstpartei "V-Partei" für Samstag um 18 Uhr eine Demonstration gegen die nicht artgerechte Tierhaltung angemeldet. Auch viele Tierrechts-Aktivisten aus Marktredwitz und Umgebung wollen vor dem Angerplatz ihre Meinung kundtun. So hat zum Beispiel Lisa Schiener schon viele Mitstreiter gefunden, die ebenfalls gegen die Haltung von großen Wildtieren protestieren wollen. "Ich sehe, dass mittlerweile viele Menschen Auftritte von Elefanten, Löwen oder anderen Wildtieren kritisch beurteilen", sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Auch eine Leserin, die in der Fikentscherstraße mit direktem Blick auf den Angerplatz wohnt, hat sich bei der Frankenpost gemeldet. "Ich habe gesehen, dass die Tiere über Stunden auf dem Asphalt im Regen gestanden sind. Während der gesamten Zeit hat sich niemand um sie gekümmert." Es handle sich um Wildtiere und nicht um Pferde oder Schafe. "Ich will hier nicht mit dem Finger auf andere zeigen, aber Elefanten in einem Zirkus sind meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß."

Mittlerweile entbrennt immer, wenn ein Zirkus mit Wildtieren in einer Stadt auftritt, eine teils heftige Diskussion. Dabei geht es nicht nur um das Tierwohl, sondern immer öfter auch über zum Teil sogar tödliche Unfälle: So hat zum Beispiel 2013 ein Elefant in Frankreich erst eine Plane über einen Elektrozaun geworfen und ist dann ausgebrochen. Dabei hat er einen älteren Mann tödlich verletzt. Auch in Baden-Württemberg ist es im Jahr 2015 zu einem tragischen Vorfall gekommen. Ein aus einem Zirkus entlaufener Elefant hat dabei einen 65 Jahre alten Mann niedergetrampelt und getötet.

Das Gerücht, dass auch in Marktredwitz Elefanten kurzzeitig ausgebrochen sind, hat die Polizei auf Nachfrage nicht bestätigt.

Autor

Herbert Scharf, Matthias Bäumler
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Veröffentlicht am:
22. 05. 2019
18:50 Uhr

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Herbert Scharf, Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
22. 05. 2019
18:50 Uhr



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