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2021 rollen Bagger für JVA-Bau an

Der Bauausschuss bringt das Planungsrecht auf den Weg. 6,5 Meter hohe Mauern umgeben später das Gefängnis. Das Dorf wird durch einen Grünstreifen abgegrenzt.



Stadtplaner Alexander Rieß präsentiert auf dem Plan das zehn Hektar große Areal, auf dem die JVA gegenüber dem Ost-West-Kompetenzzentrum entstehen soll. Der große Verteiler-Mast (links im Hintergrund) muss weichen, weil er dem Bau im Weg ist. Foto: Peggy Biczysko
Stadtplaner Alexander Rieß präsentiert auf dem Plan das zehn Hektar große Areal, auf dem die JVA gegenüber dem Ost-West-Kompetenzzentrum entstehen soll. Der große Verteiler-Mast (links im Hintergrund) muss weichen, weil er dem Bau im Weg ist. Foto: Peggy Biczysko  

Marktredwitz - Am Mittwochmorgen bläst ein äußerst kühles Lüftchen über die Felder bei Lorenzreuth. Doch das wird in einigen Jahren wohl nicht mehr der Fall sein. Denn dann wird eine bis zu 6,5 Meter hohe Einfriedung das Gebäude der Justizvollzugsanstalt (JVA) umgeben. Mauer und Zäune, hinter denen Häftlinge ihre Strafen verbüßen müssen. Weitere Bereiche des insgesamt zehn Hektar großen Areals im Industriegebiet Rathaushütte, das der Freistaat Bayern bereits von der Stadt Marktredwitz erworben hat, dienen als Verwaltungsgebäude oder Parkplätzen. Der Bauausschuss hat am Dienstagabend den Weg frei gemacht für das Verfahren, damit die zukünftige JVA in dem Marktredwitzer Ortsteil gebaut werden kann.

Das Verfahren

28. Mai: Der Bauausschuss beschließt die Änderung des Flächennutzungsplans und billigt die Erweiterung des Bebauungsplans.

25. Juni: Der Stadtrat muss dem zustimmen.

29. Juni: Ab diesem Tag bis zum 13. August werden die Pläne öffentlich ausgelegt für eine frühzeitige Beteiligung.

8. Juli bis 12. August: Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit.

10. September: Dem Bauausschuss wird das Ergebnis der frühzeitigen Beteiligung vorgelegt.

24. September: Der Stadtrat befasst sich mit dem Ergebnis der frühzeitigen Beteiligung.

30. September: Das Ergebnis wird bis 12. November öffentlich bekannt gemacht.

8. Oktober bis 11. November: Das Ergebnis liegt öffentlich aus.

3. Dezember: Der Bauausschuss behandelt das Ergebnis der erneuten Auslegung.

17. Dezember: Der Stadtrat fasst einen Feststellungs- und Satzungsbeschluss.

Binnen der weiteren drei Monate: Die Regierung muss die Flächennutzungsplanänderung genehmigen.

März 2020: Die Stadt rechnet mit dem Inkrafttreten der Bauleitpläne mit Bekanntmachung.

2021: Mit dem Bau könnte begonnen werden.

 

Rückblende: Wir schreiben das Jahr 2015, als Ministerpräsident Markus Söder, damals Finanz- und Heimatminister Bayerns, verkündet, dass in der Großen Kreisstadt eine "Muster-Anstalt" entstehen soll. In Marktredwitz wird nämlich die einzige JVA in ganz Bayern gebaut, in der es eine eigene geriatrische Abteilung für ältere Gefangene geben wird. Damit will der Freistaat auf die demografische Entwicklung reagieren. Aber auch Mütter, die straffällig geworden sind, können mit ihren Kindern später hier untergebracht werden. Doch was heißt später? Immerhin sind schon vier Jahre ins Land gegangen, seit Söder mit seiner Ankündigung alle überrascht hat. Wann rollen die ersten Bagger an? Das sind die Fragen, die die Marktredwitzer und die Menschen in der Region umtreiben.

 

Ausblick: 364 Häftlinge sollen nach dem Bau der JVA einmal in Marktredwitz einsitzen. Rund 200 Arbeitsplätze sollen entstehen, damit der Betrieb im Gefängnis läuft. Was sich hinter den bis zu 6,5 Meter hohen Mauern abspielen wird, wird die Öffentlichkeit kaum mitbekommen. Stadtplaner Alexander Rieß gibt aber schon einmal Einblick, was sich dahinter verbirgt: "Es entstehen Verwaltungs- und Büroräume, Unterkünfte und Tagesstätten, Dienstaufsichts- und Dienstwohnungen, Räume für Aus- und Weiterbildung, Spazierhöfe sowie Sportplätze und Außenanlagen." Auch Einrichtungen für Gesundheitsfürsorge, weitere Versorgungs- und Arbeitsbetriebe befinden sich später auf dem zehn Hektar großen Areal. Die maximale Gebäudehöhe gibt Rieß mit 17,5 Metern an. Die Einfriedung muss mindestens zehn Meter Abstand zur Grundstücksgrenze halten, erst dahinter können Gebäude entstehen.

Bis alle Flächen, auf denen die JVA entsteht, einmal unter Dach und Fach waren, ist einige Zeit vergangen. Jetzt nimmt das formelle Prozedere seinen Lauf. Das kündigt Stadtplaner Rieß in der Bauausschusssitzung an. "Das Thema JVA nimmt langsam Fahrt auf." Nach einer Besprechung bei der Regierung in Bayreuth, deren Details mit in die Planung aufgenommen würden, könne man ins Planungsverfahren einsteigen. "Zunächst müssen wir den Flächennutzungsplan ändern." Hier gibt es von den Räten ebenso wenig Einwände wie gegen die Erweiterung des Bebauungsplans.

Das Sondergebiet, das für die JVA entwickelt wird, hat allerdings noch einige Hürden zu nehmen. Denn mitten durch das Areal führt eine Freileitung, die den Bau des Gefängnisses behindern würde. "Die muss verlegt werden", verdeutlicht Rieß den Mitgliedern des Bauausschusses. Künftig führe die Freileitung an den Grundstücksgrenzen entlang. "Und zwar unterirdisch", wie Oberbürgermeister Oliver Weigel auf Nachfrage der Frankenpost ergänzt.

Das Stadtoberhaupt rechnet mit einem Baubeginn nicht vor 2021. "Die Jahre 2019 und 2020 werden Planungsjahre", schickt er voraus. "Das ist ja kein Einfamilienhaus, das hier gebaut wird. Da müssen extreme Sicherheitsstandards eingehalten werden." Es handle sich um eine "richtig große Baumaßnahme". Das habe ihm die JVA Gablingen bei Augsburg, bei deren Einweihung er dabei war, vor Augen geführt. "Wir reden in Marktredwitz von einer Investition von rund 100 Millionen Euro. Das ist enorm." Die Aufgabe der Stadt liege nun darin, Planungsrecht zu schaffen. "Parallel dazu läuft die Umsetzungs-Planung über das staatliche Bauamt."

Was Oliver Weigel besonders wichtig sei, ist eine räumliche Trennung von JVA und dem Dorf Lorenzreuth. "Hier wird im südwestlichen Bereich des JVA-Grundstücks ein breiter Grünstreifen angelegt."

Wann also rollen die ersten Bagger an? "Ich denke mal, nicht vor 2021. Und dann müssen wir von vier bis fünf Jahren Bauzeit ausgehen", schätzt Oberbürgermeister Weigel.

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Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
29. 05. 2019
17:52 Uhr

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Peggy Biczysko

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29. 05. 2019
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