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Fichtelgebirge

Freiwillige nutzen soziales Jahr zur Orientierung

Drei junge Frauen und zwei Männer probieren bei der Lebenshilfe in Marktredwitz aus, was ihnen liegt. Sie sammeln dabei wertvolle Erfahrungen.



Vier der fünf FSJ-Mitarbeiter der Lebenshilfe Fichtelgebirge mit den Betreuerinnen Erna Weis (links) und Kristina Küspert (rechts). Foto: Scharf
Vier der fünf FSJ-Mitarbeiter der Lebenshilfe Fichtelgebirge mit den Betreuerinnen Erna Weis (links) und Kristina Küspert (rechts). Foto: Scharf  

Marktredwitz - "Ich habe viel gelernt und würde es sofort wieder machen." Dieses Fazit zieht Julia Laub. Die 17-Jährige hat sich nach der Mittlere Reife für ein Freiwilliges Soziale Jahr (FJS) entschieden. Ebenso wie vier andere junge Menschen arbeitet Julia Laub bei der Lebenshilfe Fichtelgebirge in Marktredwitz mit und bildet sich fort.

Verschiedene Angebote

Für ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Lebenshilfe Fichtelgebirge nehmen Erna Weis, Telefonnummer 09231/997124, oder Kristina Küspert, 997160, Bewerbungen an.

Möglich ist das FSJ auch im Klinikum Fichtelgebirge, bei der Turnerschaft Selb, im Theater Hof, der Lebenshilfe Mitterteich, dem Sozialzentrum Bauer Selb, dem AWO-Seniorenhaus Marktleuthen, der Seniorenresidenz K&S Marktredwitz, dem BRK und dem Mehrgenerationenhaus in Wunsiedel. Geboten werden auch ein monatliches Entgelt von 440 Euro, Seminare und ein Arbeitszeugnis.


Eigentlich könnten die Aspiranten für das FSJ schon ab 16 Jahren mitarbeiten. Die Lebenshilfe aber hat das Mindestalter auf 17 Jahren heraufgesetzt, erläutern Erna Weiß und Kristina Küspert, Leiterin für die Förderstelle der Tagespflege, weil es die jungen Leute auch mit psychisch Behinderten zu tun hätten. Da sollte man schon etwas älter und erfahrener sein und die schulische Ausbildung hinter sich haben. Prinzipiell genommen würden junge Leute aus verschiedenen Schulformen - ob nun aus der Mittelschule oder dem Gymnasium.

Das Freiwillige Soziale Jahr ist ein Angebot von Arbeitgebern sozialer Einrichtungen. Es ermöglicht jungen Menschen nach der Schulausbildung, in verschiedene Berufe "hineinzuschnuppern", und soll eine Entscheidungshilfe für die Berufswahl sein. Für viele aber ist dieses Jahr auch eine wertvolle Erfahrung fürs Leben.

Julia Laub interessiert sich für einen sozialen Beruf, sei es im Behinderten- oder Pflegebereich. Seit September sammelte sie nun bei verschiedenen Einsätzen bei der Lebenshilfe Erfahrungen und hat sich entschlossen: "Ich bleibe bei einem Pflegeberuf." Was auf sie zukomme, habe sie im vergangenen halben Jahr gesehen, erklärt die 17-Jährige. Ob das Betreuen von Rollstuhlfahren oder anderer Behinderter - sie fand es interessant. Julia unterstreicht, dass diese Monate für sie eine Erfahrung für das ganze Leben seien.

Franziska Müller, 20 Jahre, hat bereits die Fachoberschule abgeschlossen. Das FSJ war für sie auch ein Mittel, um persönlich zu sich zu finden und die berufliche Zukunft auszuloten. Sie half bei der Betreuung in der Metallverarbeitung und in der Druckerei und hat dort die Gruppenleiter unterstützt. "Es war schön, mal reinzuschnuppern," sagte sie. Auch sie bereut es nicht, obwohl sie sich jetzt doch für eine Lehre in der Industrie entschlossen hat. Trotzdem solle man niemals nie sagen. Vielleicht kehre sie später doch einmal in einen sozialen Beruf zurück, meint Franziska Müller.

Jannick Sammet, 21 Jahre, nutzt das Jahr nicht nur zur Berufsorientierung, sondern auch als Vorstufe für seine Ausbildung als Heilerzieher. So hat er in den vergangenen Monaten zusammen mit behinderten Mitarbeitern Kartons zusammengesteckt und geholfen, wenn Not am Mann war. "Es macht mir Spass", erzählt er. Deshalb werde er bei einem sozialen Beruf bleiben.

Dominik Warkuß, 18 Jahre alt, war sich nach dem Abitur nicht ganz klar, welches Studium nun folgen soll. Er versichert: "Das soziale Jahr bei der Lebenshilfe hat mir schon viel geholfen. Ich war froh, dass ich nach der Theorie in der Schule auch einmal etwas in der Praxis tun konnte." Dominik Warkuß genoss das Arbeiten mit und in der Gruppe, wo er sich auch mal durchsetzen oder aber bei den technischen Federn mit Hand anlegen musste. Sein Wunschstudium hat er auch gefunden: "Ich studiere Lehramt."

Kristina Küspert und Erna Weis loben das Engagement der jungen Leute, die Behinderte betreuten, die auf ihre Arbeit vorbereitet werden, aber Behinderte, die nicht arbeiten können. Da gehe es auch um Körperpflege oder Hilfe beim Essen. Förderpläne mussten abgearbeitet werden mit dem Ziel, Behinderten ein selbstständiges Leben zu ermöglichen.

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Herbert Scharf
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Veröffentlicht am:
10. 06. 2019
16:04 Uhr

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Herbert Scharf

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Veröffentlicht am:
10. 06. 2019
16:04 Uhr



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