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Fichtelgebirge

"Ohne Trachten geht fast nichts mehr"

Oktoberfest-Stimmung zu Pfingsten. Das Brauereihof-Fest der Lang-Bräu in Schönbrunn zeigt plakativ, warum manche Feiern besser laufen als andere.



Auch Geschicklichkeits-Spiele mit leeren Bierkästen gehören zum Programm des Brauereihof-Festes. Foto: Hannes Bessermann
Auch Geschicklichkeits-Spiele mit leeren Bierkästen gehören zum Programm des Brauereihof-Festes. Foto: Hannes Bessermann   » zu den Bildern

Schönbrunn - Ein Dorf in Partylaune. Alle zwei Jahre wird das kleine Schönbrunn von Feierwütigen überrannt. Immer wenn die Lang-Bräu zum Brauereihof-Fest ruft, kommen die Gäste jeden Alters von weither. Wir sprachen mit Marketing-Leiter Rudolf Hopf über den Erfolg des Festes.

 

Das Brauereihof-Fest der Lang-Bräu ist Kult, warum eigentlich?

Wir wollen für alle etwas bieten: Für die jungen Partygäste, für das ältere Publikum und die Familien. Daher haben wir alles im Programm und treffen offenbar den Geschmack des Publikums. Viele Menschen in der Region fragen uns, wann wir unser Brauereihof-Fest veranstalten. Viele haben einfach im Hinterkopf, dass dies ein wichtiger Termin ist, den man nicht vergessen darf.

 

Auf der anderen Seite gibt es Feste, sogar größere Schützen- oder Wiesenfeste, bei denen das Zelt die meiste Zeit halb leer bleibt. Woran liegt es?

Der Aufwand, ein Fest zu organisieren, ist erheblich. Allein die Auflagen werden immer strenger. Das wichtigste ist allerdings, dass man es schafft, dass das Fest eine Marke wird. Nehmen Sie das Selber Wiesenfest. Dieses hat einen so guten Ruf, dass die Besucher von überall her kommen. In Selb haben sie es eben geschafft.

 

In anderen Städten läuft es schlechter.

Manchmal haben Feste auch zu unrecht nicht den Ruf, den sie eigentlich verdient hätten. Die Gründe dafür sind vielfältig, es kann allein schon daran liegen, dass der Termin ungünstig ist.

 

Es hatte den Anschein, dass beim Brauereihof-Fest am Wochenende besonders viel los war.

Es war sogar brutal viel los. Das Fest ist zwar immer hervorragend besucht, doch heuer kam nochmal eine Schippe darauf. Erstmals mussten wir am Samstagabend einen Einlass-Stopp aussprechen. Der hat zum Glück nur eine halbe Stunde gedauert.

 

So schön Feiern auch sind, meist gibt es auch unschöne Szenen: Schlägereien etwa.

Da muss ich widersprechen. Wir hatten ein absolut friedlich feierndes Publikum. Es gab auf dem Gelände keine einzige Schlägerei, darauf sind wir stolz.

 

Bei einem Brauereihof-Fest spielt naturgemäß Alkohol eine große Rolle. Haben Sie als Veranstalter hier nicht auch eine Verantwortung - vor allem gegenüber den jungen Gästen?

Natürlich haben wir eine Verantwortung. Deshalb engagierten wir wieder den Nightliner, der die Jugendlichen bis nach Schönwald, Marktredwitz oder Nagel sicher nach Hause brachte. Das kostet zwar einiges Geld, aber das ist es allemal wert.

 

Wie es scheint, ist das Brauereihof-Fest der Lang-Bräu ein Selbstläufer. Welche Rolle spielt da überhaupt noch die Musik?

Da muss ich korrigieren: Nichts ist ein Selbstläufer. So schnell man sich einen Ruf erarbeitet hat, so schnell kann man ihn sich wieder ruinieren. Daher planen wir alles ganz genau, vor allem auch die Musik. Ich nehme nur die "Gipfelstürmer": Die haben die gleiche Philosophie wie wir vom Brauerei-Team. Die Band überträgt ihre Spielfreude und Leidenschaft regelrecht auf das Publikum. Jeder, der dabei war, weiß, wovon ich rede. Kaum stehen die Musiker auf der Bühne, explodiert das Zelt regelrecht. Das gilt natürlich für die anderen Gruppen ebenso. Jeder trägt auf seine eigene Art zum Gelingen des Festes bei. Auch die Bierspiele, die ruhigeren Stunden, alles ist ein großes Ganzes, damit sich Jung und Alt bei uns wohlfühlen.

 

Heutzutage tragen fast alle jungen Besucher Tracht.

Das ist wirklich ein Phänomen: Die Jugend steht wieder auf Tracht. Diesen Trend gibt es jetzt seit etwa zehn Jahren. Als ich 2006 auf dem Oktoberfest in München arbeitete, trug kaum ein junger Besucher Tracht. So ändern sich die Zeiten. Bei uns ist übrigens der Sonntag der traditionelle Trachtentag. Wer als junger Mensch ohne Tracht kommt, gilt in dieser Gruppe mittlerweile fast als Außenseiter. Bei uns sind aber alle Gäste willkommen, Hauptsache, sie haben gute Laune und verstehen es, friedlich zu feiern.

 

Sie haben davon gesprochen, dass die Organisation von Festen immer komplizierter wird. Glauben Sie, dass es in Zukunft nach wie vor so viele Festveranstaltungen, vom Gartenfest bis zum riesigen Wiesenfest geben wird?

Wahrscheinlich wird sich die Zahl tatsächlich etwas reduzieren, weil manche Feste vielleicht nicht mehr funktionieren, oder der Aufwand einfach zu groß ist. Das beginnt mit den Anforderungen für das Zeltmaterial und endet mit den Auflagen für den Zoll noch lange nicht. Ich gehe davon aus, dass langfristig die wirklich guten Veranstaltungen übrig bleiben werden. Wir sind in der glücklichen Lage, genügend Manpower zu haben.

 

Wie lange gibt es das Brauereihof-Fest eigentlich schon?

Wir haben es heuer zum 23. Mal veranstaltet. Seit 2003 findet es in der aktuellen Größenordnung statt. Natürlich kann man sagen: Muss man sich das antun? Doch so anstrengend und aufwendig es auch sein mag, wir werden auch in den kommenden Jahren feiern.

 

Manche sagen, das Brauereihof-Fest ist ein regelrechtes Oktoberfest zu Pfingsten.

Ganz so ist es nicht. Bei uns ist es trotz der vielen Besucher gemütlich geblieben. Ich würde das Brauereihof-Fest als kleines, schickes und edles Volksfest bezeichnen.

Die Fragen stellte Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
11. 06. 2019
19:00 Uhr

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11. 06. 2019
19:00 Uhr



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