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Schüler helfen Schülern in El Salvador

Patricia Vàsquez vom Projekt Taquillo berichtet Kirchenlamitzer Kindern aus ihrem Land. Es geht um Bildung und Zukunft.



In der Grund- und Mittelschule Kirchenlamitz referierte Patricia Vàsquez aus El Salvador vor Schülern und stellte ihnen ihr Land vor.	Foto: Willi Fischer
In der Grund- und Mittelschule Kirchenlamitz referierte Patricia Vàsquez aus El Salvador vor Schülern und stellte ihnen ihr Land vor. Foto: Willi Fischer  

Kirchenlamitz - 80 Schüler aus drei Klassen haben in Kirchenlamitz ein besonderes Highlight erlebt: Patricia Vàsquez aus El Salvador war in die Grund- und Mittelschule gekommen, um im Rahmen des Projektes Taquillo, das sich für Jugendliche in ihrer Heimat einsetzt, ihr Land vorzustellen. Ziel ist es, Bildung und sozialen Zusammenhalt zu schaffen und zu stärken, um etwas an der Armut und Ungerechtigkeit im Land ändern zu können.

Rektor Martin Bergmann erläuterte, dass das Projekt von Dr. Stefanie Kainzbauer gegründet worden sei. Warum Taquillo in El Salvador? Arme gibt es überall auf der Welt. Eine persönliche Beziehung der Initiatorin hat darüber entschieden, wo sie sich engagiert. Ein Studienprojekt hatte sie in das Dorf verschlagen, und sie fuhren regelmäßig dorthin, um mit den Jugendlichen in der entstehenden Gruppe zu arbeiten. Nach und nach wurden engagierte Salvadorianerinnen gefunden, die bei der Umsetzung des Bildungs- und Stipendienprogramms tatkräftig mitarbeiten. Patricia Vàsquez, die Referentin in Kirchenlamitz, ist seit mehr als zehn Jahren eine treue Stütze der Arbeit in El Salvador.

Wie Rektor Bergmann sagte, wollen die drei Kirchenlamitzer Klassen ein Hilfsprojekt für die Schule in dem Dorf in El Salvador entwickeln. Das Vortragsprogramm aus erster Hand sollte die Schüler sensibilisieren und motivieren. Die Referentin verstand es vorzüglich, ihr Land in Zentralamerika vorzustellen und die Schüler auf die Missstände aufmerksam zu machen. Der Name "El Salvador" bedeutet auf Spanisch "der Erlöser", "der Heiland". Das Land liegt am Pazifik und grenzt im Nordwesten an Guatemala, im Nordosten an Honduras. Das kleinste Land der Region ist mit einer Fläche von 21 041 Quadratkilometern etwa so groß wie Hessen, hat jedoch die höchste Bevölkerungsdichte und liegt in einem Erdbebengebiet.

Patricia Vàsquez berichtete, gedolmetscht von Susanne Hilpert vom Projekt Taquillo, dass in ihrem Land die Bildung im Argen liege. Die Zahl der Schüler pro Lehrer sei sehr hoch, im ländlichen Raum sei sogar Analphabetismus weit verbreitet. Nachdrücklich machte sie den Kirchenlamitzer Schülern begreiflich, dass es ein Glück bedeuten könne, eine Schule zu besuchen, und dass es keineswegs selbstverständlich sei, wenn die Grundbedürfnisse befriedigt werden. Ein Problem, sagte Vásquez, sei die Bandenkriminalität. El Salvador weise weltweit die höchste Rate gewaltsamer Tötungen auf. Die Zahl der Gewaltverbrechen sei hoch, wobei die Hemmschwelle beim Gebrauch von Schuss- oder Stichwaffen sehr niedrig sei. Erheblich zugenommen habe der Drogenkonsum. Vor allem Jugendliche, die geringe Zukunftsaussichten haben, würden von der Drogenszene vereinnahmt.

Patricia Vàsquez sagte, die Motivation des Projekts ergebe sich aufgrund der herrschenden harten Lebensumstände, denen die Sehnsucht der Jugendlichen nach Lebenslust und einer besseren Zukunft gegenüberstehe. Es habe sich gezeigt, dass in den Jugendlichen große Talente und Fähigkeiten vorhanden sind, für die Möglichkeiten geschaffen werden müssten, sie zu entfalten. Vàsquez: "Die Jugendlichen sind die Besitzer der Zukunft, in El Salvador sind sie jedoch die Gefangenen der Gegenwart. Wer in El Salvador in Armut aufwächst, ist mit vielen Problemen konfrontiert, deren Lösung zum Großteil außerhalb des eigenen Handlungsspielraumes liegen, die aber das eigene Leben sehr beeinträchtigen."

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Willi Fischer

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Veröffentlicht am:
12. 06. 2019
18:12 Uhr

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