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Tierheim-Zustand "nicht tragbar"

Im Landkreis Tirschenreuth ist die Umlage für die Gemeinden weitaus höher als in Wunsiedel. Jetzt nehmen sich die Bürgermeister der Probleme an.



Die Bürgermeister des Landkreises Tirschenreuth besichtigten mit Landrat Wolfgang Lippert vor der Gemeindetag-Sitzung das Tierheim in Tirschenreuth. Leiterin Daniela Riedl (Mitte) wies sie auf viele Missstände hin. Foto: Lena Schulze
Die Bürgermeister des Landkreises Tirschenreuth besichtigten mit Landrat Wolfgang Lippert vor der Gemeindetag-Sitzung das Tierheim in Tirschenreuth. Leiterin Daniela Riedl (Mitte) wies sie auf viele Missstände hin. Foto: Lena Schulze  

Wunsiedel/Tirschenreuth - Große Probleme hat das Tierheim im Nachbarlandkreis Tirschenreuth. Davon überzeugten sich vor Kurzem die Bürgermeister der Städte und Gemeinden im Landkreis. Kommunen haben die Pflicht, sich um ausgesetzte oder verletzte Tiere zu kümmern. In aller Regel übertragen sie diese Aufgabe dem örtlichen Tierschutzverein. Im Landkreis Tirschenreuth übernimmt der Kreistierschutzverein für 22 der 26 Landkreis-Kommunen diese gesetzliche Verpflichtung. Die Gemeinden Konnersreuth, Pechbrunn, Fuchsmühl und Neualbenreuth sind vor sieben Jahren bereits abgewandert - sie haben einen Vertrag mit dem Wunsiedler Tierheim geschlossen. Seither nimmt das im Wunsiedler Ortsteil Breitenbrunn gelegene Tierheim auch die Fundtiere in den Gemeindegebieten der vier Kommunen im Landkreis Tischenreuth auf.

Der Grund, warum sich Tirschenreuther Gemeinden nach Wunsiedel wenden, ist einfach: Das Tierheim in Wunsiedel verlangt von der Gemeinde eine Fundpauschale von 20 Cent pro Einwohner. Im Landkreis Tirschenreuth hingegen kostet den Gemeinden die Leistung 50 Cent. 2016 hat das Tierheim Tirschenreuth den Beitrag um 30 Cent erhöht. Demnächst steht laut Tierheimleiterin Daniela Riedl die nächste Erhöhung an. Der niedrige Beitrag in Wunsiedel ist laut Daniela Riedl nur durch Sponsoren und höhere Erbschaften zu halten.

Die Bürgermeister der Städte und Gemeinden haben sich bei einem Ortstermin am Tierheim Tirschenreuth über die Situation informiert. Tierheim-Leiterin Daniela Riedl schildert dabei die prekäre Lage der Einrichtung.

Anlass für den Bürgermeister-Besuch war ein Schreiben der Tierheim-Verantwortlichen. Darin informierte der Kreistierschutzverein die Kommunen, dass die Fundtierpauschale von 50 auf 80 Cent erhöht werden müsse. Daniela Riedl, die zugleich Vorsitzende des Kreistierschutzvereins ist, erläuterte die Gründe für die Umlagenerhöhung und schilderte die aktuelle Situation der Einrichtung. Seit 2004 ist sie Leiterin des Tierheims. Aktuell betreuen fünf Mitarbeiter 95 Katzen und 24 Hunde. Riedl beklagt nicht nur den schlechten baulichen Zustand und den Platzmangel, sondern auch die Überlastung der Mitarbeiter - immer wieder müssten krankheitsbedingte Ausfälle kompensiert werden. Für eine weitere Anstellung sei kein Geld da. "Auch mit der Unterstützung durch Ehrenamtliche stoßen wir an unsere Grenzen", sagte die Leiterin. Man brauche ein gewisses Stammpersonal. "Der Betrieb nur mit Ehrenamtlichen funktioniert nicht." Die Einführung des Mindestlohns fresse die Rücklagen.

Dringend benötigt werden ein zusätzlicher Lagerraum oder Container für Futterspenden und Decken sowie Transportboxen. Von den Wänden platzen die Fliesen ab, einige Räume sind von Schimmel befallen und das Dach der Hundezwinger sei marode. "Die Zustände sind nicht mehr tragbar. Wir können das alleine nicht mehr schaffen", sagte die Vorsitzende des Kreistierschutzvereins.

Der Betrieb koste jährlich zwischen 220 000 und 250 000 Euro. Darin enthalten seien Personal- und Tierarztkosten sowie Ausgaben für Wasser und Strom. "Das ist nicht viel", fand Riedl. Das Defizit von rund 50 000 Euro werde aus den Rücklagen finanziert. Doch mit den 200 000 Euro aus einer Erbschaft hätte eigentlich das dringend benötigte, neue Hundehaus gebaut werden sollen, das schon seit Jahren auf der Wunschliste steht. Der Rest komme über Spenden, Tiervermittlungen, die Herbstsammlung, das Tierheim-Lädchen oder Erbschaften herein.

Eine Erhöhung der Beiträge um 30 Cent pro Einwohner sei moderat, findet Riedl. "Wir schmeißen das Geld nicht zum Fenster raus", betonte sie. Die Hundehütten wie auch die Umzäunung im Außenbereich seien in Eigenleistung errichtet worden.

Die Bürgermeister dröselten die Probleme in zwei Anliegen auf. Zum einen, dass die laufenden Kosten nicht gedeckt werden können und so das Ersparte schmilzt. Um die finanzielle Lage nachvollziehen zu können und die Erhöhung auch vor den Stadt- und Gemeinderäten vertreten zu können, forderten sie eine Ein- und Ausgaben-Aufstellung. Der zweite Punkt sei der Neubau eines Hundehauses: Zunächst sollten das Haus geplant und Möglichkeiten einer Förderung gesucht werden, schlugen die Bürgermeister vor. Wenn man etwas auf dem Papier habe - ein konkretes Projekt - könnten sich die Rathauschefs vorstellen, das Tierheim mit einem einmaligen Zuschuss finanziell zu unterstützen.

Zudem kam aus den Reihen der Bürgermeister der Vorschlag, als Hilfskraft einen Bundesfreiwilligendienstler einzustellen. Lena Schulze

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Veröffentlicht am:
13. 06. 2019
18:46 Uhr

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13. 06. 2019
18:46 Uhr



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