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Fichtelgebirge

Mit 81 Jahren an einem Tag über zwölf Gipfel

Die von Roman Lebek veranstaltete Extrem- Wanderung durch das Fichtelgebirge reizt immer mehr Sportler. Auch zwei besondere Teilnehmer wollen es wissen.



Herrliche Ausblicke, wie hier auf die Kösseine, können die Teilnehmer der Tour genießen. Foto: Matthias Bäumler
Herrliche Ausblicke, wie hier auf die Kösseine, können die Teilnehmer der Tour genießen. Foto: Matthias Bäumler  

Wunsiedel - Dieser Flow, dieser einmalige Flow. Für den Wunsiedler Kardiologen Roman Lebek gibt es kaum etwas Schöneres, als stundenlang durch die Natur zu laufen und seine Gedanken schweifen zu lassen. Am Samstag, 29. Juni, will er wieder Sportwanderer aus der weiten Region an dieser Erfahrung teilhaben lassen. Zum 14. Mal startet er um 5 Uhr am Morgen zur mittlerweile legendären "Zwölf-Gipfel-Tour". Für viele Ausdauersportler ist dies eine der großen Herausforderungen, der man sich zumindest einmal stellen muss.

Wenn am Samstag in einer Woche die Wanderer starten, sind auch ein Mädchen und ein Mann dabei, die womöglich etwas Besonderes vollbringen: Sie können Altersrekorde knacken.

"Ja, ein 81 Jahre alter Selber hat sich angemeldet und will die zwölf Gipfel auf einen Streich bewältigen", sagt Roman Lebek im Gespräch mit der Frankenpost. Damit wäre er der älteste Teilnehmer. 60- und auch einige 70-Jährige haben die Extrem-Tour bereits gewagt und erfolgreich absolviert. "Und ich bin mir auch sicher, dass der 81 Jahre alte Teilnehmer wohlbehalten an den Endpunkt kommt, den Parkplatz bei der Luisenburg." Lebek will den Namen des Mannes nicht öffentlich nennen, er verrät nur so viel: "Er ist Mitglied der Hutschenreuther Laufgruppe in Selb und ein sehr erfahrener Sportler mit rund 60 Marathons in den Beinen."

Ist es in dem fortgeschrittenen Alter von über 80 Jahren überhaupt ratsam, sich gut 16 Stunden derartigen Strapazen auszusetzen. "Selbstverständlich, so man einige Voraussetzungen erfüllt. Natürlich sollte man möglichst ein Leben lang sportlich gewesen sein. Unser Teilnehmer war dies zweifellos."

Nicht nur ältere Haudegen lockt die Zwölf-Gipfel-Tour, sondern mittlerweile auch Kinder. Diesmal schickt sich ein neun Jahre altes Mädchen aus dem Bayerischen Wald an, den fünf Jahre alten Altersrekord zu unterbieten, den damals Roman Lebeks Tochter Ronja aufgestellt hat. Ronja war zehn Jahre alt, als sie das erste Mal die Tortur hinter sich brachte. Im Gegensatz zu dem erfahrenen 81-jährigen Marathon-Mann aus Selb hat Lebek bei dem Mädchen Bedenken. "Es ist natürlich gut möglich, dass sie den Tag körperlich durchsteht. Am Ende der Wanderung ist aber vor allem der Kopf gefragt, das ist für ein Kind eine große Herausforderung." Er habe schon Erwachsene gesehen, die weinend den letzten Anstieg zur Kösseine hinaufgelaufen sind, solche Schmerzen hatten sie in den Beinen. "Wenn das Laktat in die Muskulatur kommt, ist das Weiterlaufen eine reine Kopfsache", sagt Lebek.

Allerdings, und das betont der Wunsiedler Mediziner ausdrücklich, handle es sich bei der Zwölf-Gipfel-Tour nicht um einen Wettkampf. "Es geht um das Naturerlebnis, um gute Gespräche und die Freude am Wandern." Wer nach vier, fünf Gipfeln beschließt, dass es für ihn oder sie nicht mehr weitergeht, könne guten Gewissens abbrechen und sich abholen lassen. "Es ist doch gut, wenn jemand die Tour einfach mal ausprobiert, man muss sie nicht mit aller Gewalt schaffen. Nächstes Jahr ist dazu auch noch Gelegenheit."

Start der Wanderung ist um 5 Uhr an der Talstation des Kornberglifts. Über den Kornberggipfel geht es durch Kirchenlamitz und über den Epprechtstein zum Waldstein. Hier steht ein Frühstück auf dem Programm. Danach wandern die Sportler hinab nach Weißenstadt. Nach dem See steht der Rudolfstein und danach der höchste Gipfel Frankens bevor: der Schneeberg. Weiter geht es über den Nusshardt und hinab zum Karches. Traditionell stärken sich die Wanderer hier für die Königsetappe.

Diese führt auf den Ochsenkopf. Danach geht es wieder zurück zum Seehaus. Extra für die Wanderer gibt es in dem derzeit eigentlich geschlossenen Unterkunftshaus Kaffee und Kuchen. Über die Platte führt die Tour zur Hohen Mätze. Noch wartet der Fußmarsch auf die Kösseine und zum Burgstein oberhalb der Luisenburg. Von hier aus führt der Weg nach Wunsiedel, wo Roman Lebek zum Grill-Buffett lädt. Insgesamt haben die Teilnehmer dann 60 Kilometer und 2300 Höhenmeter zurückgelegt.

Wer mitlaufen will, kann sich in der Vitalscheune in Wunsiedel, Marktredwitzer Straße 5a, oder unter 09232/915460 sowie per Mail unter info@vitalscheune-wunsiedel.de anmelden. Für Mitglieder der Vitalscheune ist das anschließende Grill-Buffett kostenlos, alle anderen zahlen sechs Euro.

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Matthias Bäumler
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Veröffentlicht am:
19. 06. 2019
16:36 Uhr

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Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
19. 06. 2019
16:36 Uhr



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