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Fichtelgebirge

Die Sanierung der Altstadt wird konkret

Weißenstadt einigt sich mit der Bezirksregierung, schreibt das ISEK aus und leitet die Detailplanungen ein. 2020 soll der Bau in der Langen Straße starten.



Noch mal Ideen sammeln, um optimale Lösungen zu finden: Für den Weißenstädter Marktplatz und die Kirchenlamitzer Straße (hinten rechts) schreibt die Stadt jetzt auf Druck der Bezirksregierung einen Wettbewerb für die Detailplanung aus. Foto: Rainer Maier
Noch mal Ideen sammeln, um optimale Lösungen zu finden: Für den Weißenstädter Marktplatz und die Kirchenlamitzer Straße (hinten rechts) schreibt die Stadt jetzt auf Druck der Bezirksregierung einen Wettbewerb für die Detailplanung aus. Foto: Rainer Maier  

Weißenstadt - Die Stadt Weißenstadt wird in Abstimmung mit der Regierung von Oberfranken und dem Landesamt für Denkmalpflege ihr Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) vorantreiben. Wie Bürgermeister Frank Dreyer (SPD) in der Stadtratssitzung am Mittwoch bekannt gab, waren sich bei einem Ortstermin alle Beteiligten einig über die Dringlichkeit der Stadtsanierung. Das Gremium ermächtigte die Verwaltung, für die Sanierung der Langen Straße einen Zuwendungsantrag zu stellen und die Planung in Auftrag zu geben. Außerdem wird für Marktplatz und Kirchenlamitzer Straße ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben.

Dreyer sah es als Erfolg, dass man nach den Gesprächen mit der Regierung "jetzt endlich wenigstens in einem Teilbereich mit der Stadtsanierung beginnen kann". Für die Lange Straße erhoffe er einen Baubeginn bereits 2020. Um den mit der Bezirksregierung eingegangenen Kompromiss, für Marktplatz und Kirchenlamitzer Straße nun nochmals Ideen von Planern zu sammeln, entspann sich eine längere Diskussion.

Dreyer stellte klar: "Die Regierung bewilligt die Zuschüsse. Im Gegenzug favorisiert sie diesen Wettbewerb." Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz sei der Auffassung, dass man über solche Wettbewerbe die beste Chance habe, eine optimale Lösung zu finden. Die von Planerin Susanne Augsten im Stadtbodenkonzept festgeschriebenen Grundlinien stünden dadurch aber nicht mehr zur Diskussion. "Jetzt geht es um die Details", sagte Dreyer. Zudem sei die Stadt wegen der Größe des Projekts gemäß neuer Richtlinien zu einer europaweiten Ausschreibung verpflichtet. Von der ursprünglichen Sitzungsvorlage, den Sieger des Ideenwettbewerbs gleich mit der Realisierung zu beauftragen, rückte der Stadtrat allerdings ab. Stephan Gesell (CSU) sagte, es müsse zunächst sicher geklärt sein, wie stark die Position der Stadt bei der Entscheidung über die Realisierung sei. Hans Jahn (SPD) pflichtete bei: "Wir verändern das Stadtbild so, wie es dann für die nächsten hundert Jahre prägend sein wird. Da sollten letztlich wir entscheiden, was wir wollen."

Bürgermeister Dreyer sagte, es sei noch nicht endgültig klar, inwieweit die Stadt darin frei sei, aus den verschiedenen vorgeschlagenen Lösungen die besten herauszusuchen und in Auftrag zu geben. Hier habe die Bezirksregierung möglicherweise ein Mitspracherecht. Dies habe sich auch bei der Diskussion um das ISEK gezeigt. So habe die Regierung von Oberfranken zunächst moniert, dass zu viele Parkplatzflächen geschaffen werden sollen. Beim Ortstermin habe man die Städtebau-Expertin der Regierung, Dr. Antonella Sgobba, aber überzeugen können, dass das allein schon für die Autos der Anwohner notwendig sei.

Andererseits habe sich Sgobba mit ihrer Forderung durchgesetzt, die Hierarchie der Straßen durch den Belag klar erkennbar zu machen. Entgegen der ursprünglichen Planung sollen jetzt nur die Hauptverkehrsstraßen wie Kirchenlamitzer und Wunsiedler Straße asphaltiert werden. Die Anliegerstraßen dagegen werden überwiegend mit Granitsteinen gepflastert. Besonderer Wert soll auf die Gestaltung der Übergänge zwischen beiden gelegt werden. Dreyer stellte klar, dass mit der nun erfolgten Absegnung des Stadtbodenkonzepts als gestalterischem Rahmen für die Sanierung der Altstadt die Voraussetzungen für die Fortführung des Stadtsanierungsprozesses erfüllt seien. Die Räte sprachen sich deshalb dafür aus, das ISEK jetzt formell auszuschreiben. "Damit sind wir einen ganz entscheidenden Schritt vorangekommen", sagte der Bürgermeister. "Schließlich wollen wir endlich mal bauen und nicht immer nur planen."

Wie Dreyer weiter bekannt gab, wird Weißenstadt als eines von einem guten Dutzend bayerischer Heilbäder und Kurorte am Projekt "Wald und Gesundheit" teilnehmen: "Unsere Bewerbung beim bayerischen Wirtschaftsministerium hat überzeugt." Das vom Heilbäderverband angestoßene Projekt greife ein Thema auf, das nach Überzeugung des Bürgermeisters in den nächsten Jahren sehr an Dynamik gewinnen wird und den Gästen neue Therapien und Naturerlebnisse bieten soll.

Keine Einwände hatten die Stadträte gegen den Plan, im Heimstättenweg 2a ein Einfamilienhaus mit Garage zu bauen. Gegen den bereits erfolgten Einbau eines Garagentores in eine denkmalgeschützte Scheune in der Gartenstraße stimmten allerdings zwei Mitglieder des Gremiums.

Über in nichtöffentlicher Sitzung vergebene Aufträge berichtete dann der Bürgermeister. Demnach wird das Ingenieurbüro Wolf und Zwick aus Marktredwitz die Sanierung der Ortsverbindungsstraße nach Grub und den Weiterbau des Egerradwegs planen, das Ingenieurbüro USS Consult aus Naila wird sich um die Sanierung der Straße nach Birk kümmern. Die Lüftungsinstallation im neuen Kinderhort nimmt die Firma Leupold aus Selb vor.

Frank Dreyer berichtete den Stadträten über die Ergebnisse der Bürgerversammlungen und stellte das Programm für das Volks- und Wiesenfest vor, das am 19. Juli beginnt. Das "Rock the Ruins"-Festival am 31. August genehmigte das Gremium ebenso wie die Auflösung der schon seit Jahren nicht mehr aktiven Flurbereinigungs-Teilnehmergemeinschaft in Schönlind. Keine Einwände gab es gegen den Bebauungsplan der Nachbarstadt Kirchenlamitz für das ehemalige Bahnhofsareal und gegen die Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt Bayreuth, der den Bau eines XXX-Lutz-Möbelmarktes auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne ermöglichen soll.

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Rainer Maier
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Veröffentlicht am:
27. 06. 2019
17:56 Uhr

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Rainer Maier

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Veröffentlicht am:
27. 06. 2019
17:56 Uhr



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