Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerHofer Volksfest 2019Video: Lagerleben Collis Clamat

Fichtelgebirge

Was wird aus dem "Siebenstern"?

Das Areal in Tröstau ist beherrschendes Thema in einer Gemeinderatssitzung. Ein baldige Lösung ist bislang nicht in Sicht.



Wohin führt der Weg des "Siebenstern"? Das war Thema bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Tröstau. Foto: Christian Schilling
Wohin führt der Weg des "Siebenstern"? Das war Thema bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Tröstau. Foto: Christian Schilling  

Tröstau - Bereits seit über zwei Jahren beschäftigt sich der Gemeinderat Tröstau mit der künftigen Nutzung des Gebäudekomplexes "Siebenstern", dem Vereinsheim des ATG Tröstau. Das Objekt umfasst neben einer Gaststätte auch einen Saal; Sorgen bereitet seit Jahren vor allem das marode Dach. Unter anderem war geplant, das markante Gebäude zu renovieren und mit neuen Konzepten regionale Akzente zu setzen. In der jüngsten Sitzung hat Gemeinderat Ernst Köhler nun gefordert, endlich Nägel mit Köpfen zu machen.

"Der Verein ist nicht in der Lage, das Gebäude alleine zu erhalten", mahnte Köhler an. Dies hätten auch die Feierlichkeiten zu den beiden Jubiläen des ATG am Wochenende gezeigt. Seit einiger Zeit stehe eine Machbarkeitsstudie im Raum, wann diese in die Wege geleitet werde, wollte der Vorsitzende der Freien Wählervereinigung (FW) wissen. Bernhard Großkopf, geschäftsführender Beamter der Verwaltungsgemeinschaft Tröstau, erklärte, dass eine Renovierung mit 90 Prozent gefördert werde, aber vorher die weitere Nutzung des Gebäudes geklärt sein müsse.

Um eine weitere Nutzung zu planen, müsse erst die Bausubstanz untersucht werden, argumentierte Köhler und erhielt dabei die Zustimmung von Bernd Tuchbreiter (CSU) und Barbara Lerch (SPD). "Wir müssen erst wissen, was wir wollen und unser Projekt vorlegen", warf Jörg Nürnberger ein. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion wagte gar eine Prognose und prophezeite den Abriss des gesamten Komplexes aus rein wirtschaftlichen Gründen. Nach seiner Meinung komme dies billiger als eine komplette Sanierung.

Dazu brauche es konkrete Aussagen, eventuell könnten einige Bereiche stehen bleiben, erwiderte Dr. Herbert Thurn (FW). Auch Tuchbreiter sah das "Mauerwerk so schlecht nicht". Horst Brei und Reinhard Wölfel (beide SPD) fragten, ob das Projekt auch förderfähig sei, obwohl die Besitzverhältnisse noch nicht geklärt seien. Schließlich gehöre das gesamte Gemäuer noch immer dem Tröstauer Verein. Großkopf erläuterte dazu, dass, wenn das Gebäude in seiner jetzigen Nutzung bleibe, es zügig mit den Planungen vorangehen könne.

Bürgermeister Heinz Martini verwies darauf, dass das Areal erst im vergangenen Jahr als Sanierungsgebiet ausgewiesen worden und nun Teil der Erneuerung des Projekts "Alt Tröstau - Neue Mitte" sei. Mit der Ausweisung als Sanierungsgebiet komme die Gemeinde auch in den Genuss von Fördermitteln. Für Untersuchungen seien deshalb Mittel von 40 000 Euro in den Haushalt eingestellt worden. Erst wenn die Untersuchungen abgeschlossen seien, könnten die nächsten Schritte eingeleitet werden. Und dazu müsse auch der ATG mit ins Boot genommen werden, ergänzte Jörg Nürnberger. "Wir drehen uns im Kreis", monierte Matthias Sticht (CSU). Er erinnerte daran, dass der Vorstand des ATG sich dazu bereit erklärt habe, den Komplex zu verkaufen.

"Der Siebenstern ist eine Begegnungsstätte von enormer Wichtigkeit, die wir nicht verlieren wollen", sagte Bürgermeister Martini. Der ATG nutze derzeit vor allem noch die Duschen nach dem Training oder den Fußballspielen. Egal, wie sich der ATG beteilige, ob mit oder ohne Verein, spiele für die Gemeinde keine Rolle. Das Areal mit dem gesamten Umfeld und den Parkplätzen sei erstrangig als Treffpunkt für Feiern und andere Veranstaltungen für die Tröstauer Bürger.

Frank Kilgert brachte die Feuerwehr ins Spiel. Deren Gerätehaus am Rathaus sei inzwischen auch in die Jahre gekommen. Er forderte eine Art Bürgerversammlung, "bei der jeder seine Meinung kundtut".

Dr. Thurn stellte schließlich den Antrag, die Verwaltung solle bei den zuständigen Behörden nachfragen, ob eine Untersuchung der Bausubstanz förderfähig sei. Dem Antrag schlossen sich die anderen Gemeinderatsmitglieder an.

Ein weiteres Problem der Gemeinde sprach Tuchbreiter an. Er forderte eine Erweiterung der Baugebiete. "Vor allem junge Leute warten darauf", sagte er. Bei steigenden Grundstückspreisen in der Region sei der Quadratmeter mit 45 Euro in Tröstau noch günstig.

Bürgermeister Martini erklärte zu dem Baugebiet, dass der Besitzer der Grundstücke momentan kein Interesse habe, sie zu erschließen, sie aber jederzeit an die Gemeinde verkaufen würde. Derzeit wolle man aber erst noch die gemeindeeigenen Bauplätze nutzen. "Uns ist jederzeit freigestellt, zusätzliche Bauplätze zu kaufen. Allerdings mit allen finanziellen Konsequenzen", sagte Martini. Ernst Köhler regte an, dass sich die Gemeinde über die Kosten kundig machen solle. Frank Kilgert wollte das Thema lieber im Bauausschuss diskutieren.

die Seniorenbeauftragte und Gemeinderätin Barbara Lerch berichtete, dass der Seniorenbeirat der Gemeinde Tröstau die Strecke eines barrierefreien Wanderwegs festgelegt habe. Dieser führe rund um das Hammerschloss und die Teiche in Leupoldsdorf. Der Weg solle in einem Flyer, den das Landratsamt derzeit erstellt, vorgestellt werden. Ein barrierefreier Wanderweg mit nur 1,3 Kilometern Länge wäre eine guter Werbeträger für die Gemeinde, vermutete Lerch. Allerdings müssten auf dem Weg noch einige Stolpersteine beseitigt werden. Zudem mahnte die Gemeinderätin einen Behindertenparkplatz sowie Nachbesserungen in der Toilette im Torhaus an. Hier fehle vor allem ein Haltegriff.

Bürgermeister Martini sagte, dass die Ausweisung eines Behindertenparkplatzes problemlos mit einem Schild zu bewältigen sei. Auch Nachbesserungen auf dem Wanderweg seien keine Schwierigkeit. Die Toilette im Torhaus sei beim Bau rollstuhlgerecht gebaut worden. Über Nachbesserungen will sich nun die Verwaltung informieren.

Der Gemeinderat beschloss zudem den Entwurf zur Änderung des Bebauungsplanes "Gewerbegebiet Tröstau-Ost". Damit soll der Bau von Photovoltaik-Anlagen verhindert werden. Zustimmung fand auch der Bauantrag zur Erweiterung von Garagen in der Eulenloher Straße 3. Allerdings braucht der Bauherr für den Aufbau mit Satteldach und zwei Dachgauben die Zustimmung der Nachbarn.

Aus nichtöffentlichen Sitzungen gab Bernhard Großkopf noch zwei Beschlüsse bekannt, deren Gründe für die Geheimhaltung weggefallen sind. Zum einen hat das Gremium die Mehrkosten für den Ausbau der Fundamente der Lichtmasten in Vordorfermühle in Höhe von 3200 Euro genehmigt. Zum anderen hat der Gemeinderat die Pflege für die Vegetationsflächen im Schlosspark Leupoldsdorf an die Firma Garten und Grün in Nagel für den Preis von über 5300 Euro vergeben.

Autor

Christian Schilling
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
02. 07. 2019
17:22 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bau Bauanträge Beamte Bebauungspläne CSU Ernst Köhler Feier Gebäude Grundstücke Grundstückskaufpreise SPD SPD-Fraktion Stadträte und Gemeinderäte Öffentliche Behörden
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Soll mit Fördergeldern aus einem Sonderprogramm des Freistaats saniert werden: das Stadtbad am Weißenstädter Campingplatz. Foto: Rainer Maier

01.08.2019

Weißenstadt saniert sein Stadtbad

Der Stadtrat will einen neuen Fördertopf nutzen. Dafür ist eine schnelle Antragstellung nötig. » mehr

Steine des Anstoßes: Weil diese Beton-Einfriedung eines Grundstücks nördlich des Wunsiedler Bahnhofsparks ohne Genehmigung erbaut wurde, soll ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden. Foto: Rainer Maier

19.07.2019

Schwarzbauer soll ein Bußgeld zahlen

Die Stadträte sind empört über das eigenmächtige Vorgehen beim Mauerbau von Wunsiedel. Die Beton-Einfriedung genehmigen sie nachträglich dennoch - mit strengen Auflagen. » mehr

162 Seiten dick ist das Konsolidierungskonzept der Stadt Wunsiedel. Da es noch einige leere Stellen gibt, wird es noch etwas dicker werden. Foto: David Trott

17.05.2019

Konzept bereitet Kopfzerbrechen

Der Wunsiedler Stadtrat beschließt mit knapper Mehrheit die weitere Konsolidierung der Finanzen. Die Debatte nimmt groteske Züge an. » mehr

Wird nach der Ablehnung des Baus einer Ortsumgehung ein "Kreisverkehr" mit nur je einer Zu- und Abfahrt bleiben: der 15 Jahre alte Kreisel nahe dem Holenbrunner Bahnhof. Foto: Rainer Maier

21.07.2019

Ortsumgehung Holenbrunn ist vom Tisch

Der Wunsiedler Stadtrat stimmt gegen das Projekt. 31 Jahre nach der ersten Planung ist der Straßenbau damit jetzt gestorben. » mehr

18.07.2019

Ochsenkopf: Neue Seilbahnen sollen 26 Millionen Euro kosten

Die Tage der alten Seilbahnen am Ochsenkopf sind gezählt: 16 Millionen Euro für die Nordbahn, zehn Millionen Euro für die Südbahn sind geplant. Die anstehenden Verfahren sind kompliziert, die Zeit drängt. » mehr

Stadtplaner Alexander Rieß präsentiert auf dem Plan das zehn Hektar große Areal, auf dem die JVA gegenüber dem Ost-West-Kompetenzzentrum entstehen soll. Der große Verteiler-Mast (links im Hintergrund) muss weichen, weil er dem Bau im Weg ist. Foto: Peggy Biczysko

29.05.2019

2021 rollen Bagger für JVA-Bau an

Der Bauausschuss bringt das Planungsrecht auf den Weg. 6,5 Meter hohe Mauern umgeben später das Gefängnis. Das Dorf wird durch einen Grünstreifen abgegrenzt. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Bauarbeiten an der Radarstation der Bundeswehr am Döbraberg

Bauarbeiten an der Radarstation der Bundeswehr am Döbraberg | 20.08.2019 Döbraberg
» 11 Bilder ansehen

SonneMondSterne Saalfeld

SonneMondSterne-Festival | 10.08.2019 Saalburg
» 122 Bilder ansehen

SpVgg Bayern Hof - Viktoria Kahl 2:0

SpVgg Bayern Hof - Viktoria Kahl 2:0 | 17.08.2019 Hof
» 120 Bilder ansehen

Autor

Christian Schilling

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
02. 07. 2019
17:22 Uhr



^