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Fichtelgebirge

Vom Leerstand zum Aushängeschild

Das Gasthaus "Goldner Löwe" wird 2020 saniert. Bürgermeister Schwarz und Architekt Kuchenreuther stellen die Pläne vor.



Der riesige Komplex des Areals des Gasthauses "Goldner Löwe" im Plan. Rot eingezeichnet sind die vorgesehenen Veränderungen. Fotos: Willi Fischer
Der riesige Komplex des Areals des Gasthauses "Goldner Löwe" im Plan. Rot eingezeichnet sind die vorgesehenen Veränderungen. Fotos: Willi Fischer  

Kirchenlamitz - Was wird aus dem Gasthaus "Goldner Löwe"? Diese Frage beschäftigt die Kirchenlamitzer schon eine ganze Weile. Dementsprechend groß war die Resonanz bei der öffentlichen Projektvorstellung zur vorgesehenen Nutzungsänderung.

Der Gebäudekomplex ist Teil des denkmalgeschützten Marktplatzensembles mitten in Kirchenlamitz. Geplant ist der Umbau zu einem innerstädtischen Wohn- und Kulturhaus. Für das Projekt erhielt die Stadt Kirchenlamitz bereits Anerkennung von höchster Stelle: Bayerns Bauminister Dr. Hans Reichhart sprach sich begeistert über das Leuchtturmprojekt mit der gelungenen Kombination aus öffentlicher Nutzung und bezahlbarem Wohnraum aus.

Bürgermeister Thomas Schwarz erläuterte in dem historischen Gewölbegang das Millionen-Projekt. Dabei schilderte er auch den äußerst steinigen Weg, der bis zur jetzigen Planung zurückzulegen war. "Ich freue mich sehr, dass wir uns alle hier versammeln können, denn jahrelange Bemühungen kommen nun endlich zum Ziel", sagte Schwarz. Man wolle der Öffentlichkeit das Projekt präsentieren, bevor die Detailplanungen beginnen. Die Besucher hatten die Möglichkeit, ihre Anregungen aufzuschreiben.

Schwarz ging dann auf die historische und städtebauliche Bedeutung des Gebäudes ein und griff dabei auf die Daten von Stadtarchivar Werner Bergmann zurück. Gemeinsam mit dem benachbarten Gasthof "Post" war der Gasthof "Zum Goldnen Löwen" die älteste Gastwirtschaft in Kirchenlamitz: Sie wurde 1656 erstmals urkundlich erwähnt. Errichtet wurde sie um 1550. Beim Stadtbrand 1830 fiel auch der "Goldne Löwe" den Flammen zum Opfer. Beim Neubau blieb das schöne Wirtshausschild erhalten. Schwarz versicherte, dass dieses Wahrzeichen restauriert und wieder am Gebäude angebracht werde.

Der Gasthofbetrieb endete im August 1980. Von 1990 bis 1999 wurde das Gebäude als Aus- und Übersiedlerheim genutzt. Seit 2000 steht das Gebäude größtenteils leer.

Städtebaulich stellt der "Goldne Löwe" laut Schwarz ein denkmalgeschütztes und ortsbildprägendes Gebäude dar, das sich im innerstädtischen Sanierungsgebiet befindet. Geprägt war das Areal auch von vielen Anbauten und Nebengebäuden. Die wurden 2018 zum größten Teil abgebrochen.

Wie der Bürgermeister sagte, hat er vor elf Jahren mit dem Eigentümer in Straßkirchen Kontakt aufgenommen, um zu erfahren, wie es mit den leer stehenden Gebäuden weitergehen soll. Der damalige Eigentümer habe sich keine wirtschaftlich lohnende Sanierung vorstellen können. Im August 2010 habe er aber sein Einverständnis erklärt, dass die Stadt in Machbarkeitsstudie Nutzungsvarianten untersuchen lässt. Somit konnte das Gebäude betreten und vermessen werden. Im Juli 2011 habe man die Studie dem Stadtrat vorgestellt. Die Stadt habe dann am Wettbewerb "Ort schafft Mitte" im Rahmen des Programms Stadtumbau-West teilgenommen und sei zweiter Sieger geworden. Untersucht worden seien Varianten mit Gastronomie, Wohnen und Tagespflege. Allerdings habe sich kein Träger eine wirtschaftlich tragfähige Nutzung vorstellen können.

Sehr schwierig sei auch der Grunderwerb gewesen, nachdem das Areal in Sondereigentumsflächen und Gemeinschaftsflächen aufgeteilt war. Wie Schwarz weiter sagte, habe man mit der Regierung von Oberfranken Fördermöglichkeiten besprochen. Im August 2014 seien die Förderanträge eingereicht worden. 2015 habe der Stadtrat die Notariatsurkunden genehmigt, seit März 2016 sei die Stadt Eigentümerin. Der Bürgermeister listete auch die bisher umgesetzten Maßnahmen und Kosten auf: Erneuerung der Fassade, Entfernung des Hausschwamms und Entrümpelung für rund 31 000 Euro. Weitere 270 000 Euro seien für Abbruchkosten sowie Ver- und Entsorgungsleitungen angefallen.

Die weiteren Architektenleistungen habe man europaweit ausschreiben müssen werden. An dem Verfahren beteiligten sich laut Schwarz vier Architekturbüros. Den Zuschlag habe letztlich das Architekturbüro Kuchenreuther bekommen. Nach mehreren Gesprächen mit den zuständigen Stellen habe man auch die Förderzusagen und Baufreigaben erreicht.

Der Bürgermeister skizzierte auch den Finanzierungsplan: 505 400 Euro kommen aus dem Kommunalen Wohnungsförderungsprogramm, 606 600 Euro aus Wohnungsbau-Darlehen, 3 830 414 Euro aus der Städtebauförderung, 400 000 Euro von der Oberfrankenstiftung, 87 000 von der Bayerischen Landesstiftung, 20 000 Euro von der Denkmalpflege sowie 15 000 Euro aus dem Anteil der Denkmalpflege von Landkreis und Stadt. Insgesamt ergeben sich Zuschüsse in Höhe von 4 857 814 Euro sowie ein Eigenanteil der Stadt von 458 672 Euro. Die Baukosten summieren sich auf 5 923 086 Euro.

Architekt Peter Kuchenreuther zeigte sich überwältigt vom großen Interesse der Bevölkerung. Es bestehe auch die Möglichkeit, Wünsche und Anregungen vorzubringen. Kuchenreuther erläuterte die Aufgabenstellung für die Planung. Aufgrund des Leerstandes gehe es darum, das Quartier funktional zu stärken und dafür ein Konzept zu entwickeln, mit dem auch die Aufenthaltsbereiche deutlich aufgewertet würden.

Als Nutzung für das Erdgeschoss seien Räume für die Stadtbücherei, Vortrags- und Ausstellungsräume sowie ein Angebot für Vereine vorgesehen. Im ersten Obergeschoss sollen moderne Wohnungen eingerichtet werden, die über einen Aufzug barrierefrei erreicht werden können. Für das Dachgeschoss seien Kellerersatzräume vorgesehen. Der Architekt versicherte, dass die alten historischen Gebäude nach der Renovierung in altem Glanz erstrahlen werden. Er hob hervor, dass der Innenhof für Veranstaltungen geeignet sei. So könnten darin beispielsweise Sommer- und Musikfeste abgehalten werden. Auch würden in dem Gebäude sehr schöne Innenstadtwohnungen entstehen.

Bürgermeister Thomas Schwarz gab bekannt, dass noch in diesem Jahr die Baugenehmigungen für die Nutzungs- und baulichen Änderungen beantragt werden. Auch soll die Ausschreibung heuer erfolgen. Der Bürgermeister rechnet mit dem Baubeginn im kommenden Jahr und mit der Fertigstellung 2021.

Von den Besuchern kamen eine ganze Reihe von Anfragen und auch kreative Anregungen.

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Willi Fischer

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Veröffentlicht am:
09. 07. 2019
17:50 Uhr

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09. 07. 2019
17:50 Uhr



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