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Fichtelgebirge

Der Landkreis Wunsiedel wird zur Smart City

Eine Jury hat das Fichtel-gebirge als Modell-Region in ein bundesweites Programm aufgenommen. Für Digitalisierung stehen somit rund zehn Millionen Euro zur Verfügung.



Wunsiedel - Der Landkreis Wunsiedel ist eine von 13 Modellregionen in ganz Deutschland für das interkommunale Projekt Smart City. Eine neunköpfige Jury hatte, wie Landrat Dr. Karl Döhler mitteilt, drei Großstädte, drei mittlere Städte, vier Kleinstädte und drei Regionen - darunter den Landkreis Wunsiedel - unter rund 100 Bewerbern dafür ausgewählt. Die unter anderem hier gewonnenen Erkenntnisse sollen auf nicht-geförderte Kommunen übertragen und nationalen wie internationalen Experten zur Verfügung gestellt werden.

Für die finanzielle Ausstattung der ersten Förderstaffel stehen , wie der Bundestagsabgeordnete Dr. Hans-Peter Friedrich (CSU) mitteilt, für die 13 Modell-Kommunen im Bundeshaushalt 2019 rund 150 Millionen Euro zur Verfügung. "Bei dem Projekt im Landkreis Wunsiedel geht es um ein Investitionsvolumen von über zehn Millionen Euro, für die eine Förderquote von 90 Prozent vorgesehen ist." Mit seinem Projektantrag, der die Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales kombiniert, habe der Landkreis die Jury überzeugt.

Das Programm sehe "eine befristete Förderung des Bundes im Rahmen der Umsetzungsstrategie für Gestaltung des digitalen Wandels vor". Friedrich weiter: 65 Prozent der förderfähigen Kosten würden vom Bund übernommen, in Kommunen mit Haushaltsnotlage seien es sogar 90 Prozent der förderfähigen Kosten.

"Ganz Deutschland soll vom Fichtelgebirge lernen!": Über den Zuschlag freut sich der Wunsiedler Landrat Dr. Karl Döhler natürlich besonders. "Hier im Fichtelgebirge sollen in den kommenden Jahren Ansätze entwickelt werden, wie die Digitalisierung den Einzelnen im Alltag praktisch unterstützen kann, aber auch, wie die Entwicklung einer Region in allen Bereichen weiter gefördert und der ländliche Raum zukunftsfähig gemacht werden können. Die Projektskizze aus dem Fichtelgebirge hat offenbar überzeugt." Die Konzeptphase, für die sich der Landkreis beworben habe, werde bis zu zwei Jahre lang gefördert, die Realisierung dann auf fünf Jahre.

Die Jury habe wohl anerkannt, fährt Döhler fort, dass die Digitalisierung im Fichtelgebirge schon länger einen hohen Stellenwert besitzt. "Gerade im Bereich Energie, aber auch bei Mobilität oder Telemedizin ist der Landkreis anderen voraus und möchte diese Aktivitäten weiter ausbauen."

Im Öffentlichen Personennahverkehr etwa biete die Digitalisierung eine Reihe von Chancen. So etwa die im Landratsamt angedachte Mobilitäts-App, die alle Angebote von Fifty-fifty-Taxi über Nightliner und Anrufbusse bis hin zum gesamten ÖPNV auf einen Blick zusammenfasse. Sie will der Landkreis entwickeln und habe das in seiner Bewerbung vorgestellt. Das habe die Jury überzeugt. "Wir haben aber noch nicht alles in ein fertiges Konzept gegossen", berichtet Döhler. In den nächsten Monaten stünden Gespräche mit dem Bundesinnenministerium und den anderen beteiligten Modell-Kommunen an, bei denen abgesprochen werde, wer was beispielhaft für alle ausarbeite. "Das soll in ständigem Austausch und völlig transparent geschehen. Hauptziel ist, dass die Konzepte auf andere Regionen übertragbar sind."

Ein anderer Bereich, in dem der Landkreis schon einiges aufweisen könne, sei die Energie- und Wasserstofftechnologie. "Hier ist schon vieles mit Partnern wie Siemens, der Hochschule Hof oder dem Fraunhofer-Institut im Gespräch." Auch Wirtschaft, Tourismus oder Kultur könnten von der Digitalisierung profitieren. "Im Bereich Bildung eröffnet sie Schülern und Lehrern neue Möglichkeiten, und auch die Verwaltung könnte sich damit neu und modern aufstellen."

Der Landrat fasst zusammen: "Wir wollen die Technologie in den Dienst der Menschen hier im Fichtelgebirge stellen. Aus diesem Grund werden wir die Bürger und Bürgerinnen auch ganz aktiv an der Entwicklung unseres Landkreises zur Smart City beteiligen. Wir möchten die Visionen, die es im Fichtelgebirge gibt, erfragen und dann gemeinsam entscheiden, welchen Weg wir einschlagen wollen; wo Digitalisierung Sinn hat und wo vielleicht auch nicht." Dazu würden der Landkreis, seine 17 Kommunen und alle Bewohner in den kommenden Jahren eng zusammenarbeiten. "Ich bin mir sicher, dass es uns gemeinsam gelingt, Ansätze zu finden, die jedem hier im Fichtelgebirge für die Zukunft nützen können und von denen dann ganz Deutschland profitieren kann. Denn so ist das Projekt der Smart Cities angelegt."

Auch die Bayreuther Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretärin Anette Kramme (SPD) freut sich über den Zuschlag. Sie schreibt: "Die Förderung wird deutliche Impulse für den Landkreis Wunsiedel, aber auch für die Region und die Stadtentwicklungspolitik insgesamt auslösen. Mit den Smart-City-Modellvorhaben wird es uns gelingen, unsere Kommunen zukunftsfähig zu machen. Dabei muss die Digitalisierung mit und für die Menschen vor Ort gestaltet und genutzt werden."

Kerstin Starke

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Veröffentlicht am:
10. 07. 2019
16:46 Uhr

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10. 07. 2019
16:46 Uhr



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