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Fichtelgebirge

Tierquäler schlägt bei Kunstnacht auf Hund ein

Ein Selber steht wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz vor Gericht. Er soll öffentlich seinen Hund verletzt haben.



Wunsiedel - Das hat auch öffentlich Aufsehen erregt: Ausgerechnet bei der Selber Kunstnacht hat ein 37 Jahre alter Mann auf seinem Balkon einen kleinen Hund misshandelt und verletzt. Mit der Faust, so sagten später mehrere Zeugen aus, soll er so auf den Chihuahua eingeschlagen haben, dass er am Kopf blutete.

Eine Anwohnerin war durch das laute Gejaule des Tieres aufmerksam geworden. Es was kurz nach 19 Uhr, und viele Passanten waren vor dem Haus unterwegs. Sie hörten und sahen die Tierquälerei. Schließlich rief eine Frau die Polizei. Ein Fotograf, der wegen der Kunstnacht unterwegs war, fotografierte die Szene.

Als wenig später eine Polizeistreife eintraf, war der Mann verschwunden. Nur ein Kind war Zuhause, das das alles mit angesehen hatte. Und der Hund, der nach Aussagen des Polizeibeamten völlig verstört war und am Kopf blutete. Der Mann wird deshalb beschuldigt, "einem Wirbeltier Leiden zugefügt zu haben", wie es in der Anklageschrift heißt.

Der Wohnungsinhaber kam nach kurzer Zeit wieder zurück und trat dem Polizeibeamten "völlig aggressiv" entgegen, wie dieser als Zeuge aussagte. Die Misshandlung des Tieres stritt er auch gar nicht ab. Das sei sein gutes Recht, verteidigte er sich. Immerhin habe das Tier kurz vorher auf das Sofa gepinkelt. Pech für den Mann, dass der Polizeibeamte in der Wohnung Marihuana-Geruch wahrgenommen hatte. Bei einer Durchsuchung fanden Polizisten 11,6 Gramm Marihuana. Deshalb steht dem Mann ein weiteres Verfahren wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz bevor.

Das Tier wurde erst einige Monate später wegen einer verspätet eingegangenen Anzeige vom Amtstierarzt untersucht. Dieser stellte lediglich noch eine Narbe hinter dem Ohr und einen gebrochenen Schwanz fest. Zum Zeitpunkt der Verletzungen konnte er nichts mehr sagen.

Der Verteidiger beantragte nach der Beweisaufnahme die Einstellung des Verfahrens, weil seinem Mandanten in dem noch bevorstehenden Verfahren wegen des Betäubungsmittelverstoßes eine höhere Strafe drohe. Außerdem sei nicht nachzuweisen, dass die Verletzungen von der Misshandlung stammten. Ersatzweise beantragte er einen weiteren Gutachter und die Vorladung der früheren Lebensgefährtin des Angeklagten. Der Prozess wird fortgesetzt.

Autor

Herbert Scharf
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Veröffentlicht am:
11. 07. 2019
16:26 Uhr

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11. 07. 2019
16:26 Uhr



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