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Fichtelgebirge

Festlicher Gesang zu Gottes Lob

Die Kantoreien Wunsiedel und Bad Steben führen zwei Kantaten von Bach auf. Die hoffnungsfrohe Stimmung greift auch Solistin Ulrike Schelter-Baudach an der Orgel auf.



Bassist Johannes G. Schmidt und Sopranistin Marie Hänsel (vorne) vor den vereinigten Kantoreien Wunsiedel und Bad Steben unter Leitung von KMD Reinhold Schelter (rechts) Foto: kst
Bassist Johannes G. Schmidt und Sopranistin Marie Hänsel (vorne) vor den vereinigten Kantoreien Wunsiedel und Bad Steben unter Leitung von KMD Reinhold Schelter (rechts) Foto: kst  

Wunsiedel - "Festliche Werke von J. S. Bach" kündigt der Programmzettel für das Konzert am Samstag in der Wunsiedler Stadtkirche St. Veit an. Und festlich in der Tat sind Klänge und Worte der beiden Kantaten und des Konzerts für Orgel und Orchester, das die beiden Vokalwerke an diesem Abend in dem sehr gut besuchten Gotteshaus trennt.

Für dieses durchaus anspruchsvolle Vorhaben haben sich die Kantorei St. Veit und die Kantorei Bad Steben zu einem großen, mehr als 50 Sängerinnen und Sänger zählenden Chor vereinigt. Unter dem Dirigat von Kirchenmusikdirektor Reinhold Schelter meistern sie zusammen mit dem Orchester "Soli Deo Gloria" aus Weimar und vier Solisten die beiden Werke mit Bravour.

Der Titel der ersten Kantate - "Erschallet, ihr Lieder", BWV 172 - ist dabei durchaus Programm. Das siebenteilige Werk, das Johann Sebastian Bach als Hoforganist in Weimar 1714 für das Pfingstfest komponiert hatte, imponiert schon mit einem festlichen Auftakt durch Pauken und Trompeten und mit einem vielstimmigen virtuosen Chorsatz, der Freude und Hoffnung Gestalt verströmt.

Mit dem geradlinigen Choral "Von Gott kömmt mir ein Freudenschein" und der Wiederholung des Eingangs-chores werden die hörbar inspirierten Chorsänger später, wie bei den meisten Kantaten, das letzte, hier hoffnungsfrohe Wort haben. Zuvor jedoch erheben die vier Solisten ihre Stimmen.

Den Anfang macht Johannes G. Schmidt. Die schlanke, wendige Stimme des Bassisten hat zunächst zeitweise Mühe, sich gegen die in dieser Phase etwas zu laut einsetzenden Trompeten zu behaupten; doch setzt sie sich mit großer Ausdruckskraft bald gegen den Instrumenten-Jubel durch. Etwas leichter hat es da der Tenor Stefan Romankiewicz, der von den Streichern sensibel und zuverlässig getragen wird. Etwas störend ist hier, wie auch später bei der zweiten Kantate, dass er seine Noten allzu nah hält, was Ausdruck und Tragkraft seiner Stimme deutlich beeinträchtigt.

Einen harmonischen Weg gehen die Sopranistin Marie Hänsel und die Altistin Dorothea Zimmermann in ihrem Duett zum Abschluss der Solisten-Parts. Der unerschütterliche, gewohnt mütterlich-warme Alt trägt die weiche, sehr klare Sopranstimme auf einem wunderbaren Fundament. Gleichzeitig ergänzen sich beide Stimmen in ihrem glühenden Lobgesang an die "höchste Liebe", die von Gott kommt.

Zwischen den Vokalwerken stimmt das Konzert für Orgel und Orchester d-Moll, BWV 1052 b, instrumental in den Lobgesang ein. Ulrike Schelter-Baudach hat sich des virtuosen Solistenparts angenommen. Sie spielt das anspruchsvolle Werk - ohne Dirigent - zusammen mit den Streichern, die hier mal Begleiter sind, mal gleichberechtigte Partner. Die schwierigen Rhythmen, vor allem in den Solo-Phrasen meistert die Organistin bis auf ein paar Unsauberkeiten gut. Bestens gelingt Ulrike Schelter-Baudach dann der ruhige, fast melancholische zweite Satz. Im dritten übernimmt die Orgel schließlich strahlend die freudig-festliche Grundstimmung, die von den Trompeten eingeleitet wird.

Gottes Lob feiert die zweite Kantate, die KMD Schelter für diesen wunderbaren Konzertabend in Wunsiedel ausgewählt hat: "Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren", BWV 137. Bach hat dazu den Text von Joachim Neander aus dem 17. Jahrhundert verarbeitet. Seine Vertonung ist eines der bekanntesten und meist gesungenen Lieder in der evangelischen Kirche.

Der berühmte Cantus firmus des Chorals beherrscht auch die Kantate und taucht darin immer wieder auf: etwa in der von den anderen Stimmen in einer kunstvollen Fuge umspielten Sopranstimme im Eingangschor oder in der Trompete, die sich damit über die Tenor-Arie erhebt, sowie in weiteren Variationen. Auch hier wechseln sich die Solisten mit den einzelnen Strophen ab, wobei das innige, ausdrucksstarke Duett von Sopran und Bass besonders heraussticht. Die Kantate gipfelt schließlich in dem bekannten Choral, mit dem alle Mitwirkenden - kurz, dafür aber umso eindrücklicher - das Konzert majestätisch beschließen.

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Kerstin Starke
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Veröffentlicht am:
14. 07. 2019
16:44 Uhr

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Kerstin Starke

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Veröffentlicht am:
14. 07. 2019
16:44 Uhr



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