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Fichtelgebirge

Krankenhaus nutzt digitale Patientenakte

Das Papier hat bald ausgedient: An beiden Standorten, in Selb und Marktredwitz, führt das Klinikum Fichtelgebirge jetzt die mobile Datenverwaltung ein.



Pflegekraft Simone Markus und Stationsleitung Ramona Pietsch (von links) geben Patientendaten in eines der neuen Tablets ein. Foto: pr.
Pflegekraft Simone Markus und Stationsleitung Ramona Pietsch (von links) geben Patientendaten in eines der neuen Tablets ein. Foto: pr.  

Marktredwitz/Selb - Seit einigen Wochen sieht man in den Gängen und Zimmern des Klinikums die Pfleger und Schwestern oft an Tablets hantieren. "Das hat einen einfachen Grund: An beiden Klinikum-Standorten in Marktredwitz und Selb sind neue digitale Visitenwagen und Tablets im Einsatz", erklärt Pressesprecherin Peggy Kuniss-Pfeiffer. Ziel der Digitalisierungsstrategie sei die mobile Patientenakte. Die Bundesregierung plane, dass die elektronische Akte bis März 2021 Pflicht für alle Krankenhäuser wird.

Wenn Schwester Ramona Pietsch auf der Station S-03 in Selb morgens bei den Patienten Puls, Blutdruck und Temperatur misst, vermerkt sie die Ergebnisse nun in ihrem Tablet-Rechner. "Unsere Patienten müssen sich noch an den neuen Anblick des tippenden Personals gewöhnen", wird Manuel Schaumberger in einer Pressemeldung des Klinikums zitiert. Der gelernte Krankenpfleger und studierte Pflegemanager ist Projektleiter für die Einführung der digitalen Akte. Die aufgenommenen Werte fließen in die elektronische Patientenakte ein. "Alle Patientendaten sind sofort und überall verfügbar - das ist unser Ziel", erklärt Schaumberger.

Das Projektteam des Klinikums Fichtelgebirge hat sich vor der Entscheidung für einen Anbieter verschiedene Systeme angesehen und sich für den Anbieter Advanova entschieden. "Bisher setzen weniger als 20 Prozent der deutschen Kliniken eine elektronische Kurve ein", beschreibt Thomas Schels, Projektmanager bei Advanova aus Erlangen, die derzeitige Situation in den deutschen Krankenhäusern.

Für die komplette Umstellung auf die "digitale Akte" sind im Klinikum Fichtelgebirge gut zwei Jahre angesetzt. In das Projekt investiere das Klinikum allein 280 000 Euro für die benötigte Software. Hinzu kämen die Kosten für die Hardware wie die Tablets, den Visitenwagen und künftig auch die Kosten für neue Akkus und Ersatzbeschaffungen. Ein Tablet im täglichen Einsatz habe eine Lebenszeit von lediglich drei bis vier Jahren. Dies alles finanziere das Klinikum bisher aus eigenen Mitteln und den pauschalen Fördermitteln, die jedes Krankenhaus im Freistaat für Investitionen in die gesamte Krankenhaus-Infrastruktur erhält.

Der von der Bundesregierung geforderten Digitalisierungsoffensive der Krankenhäuser stehe bisher kein eigener Fördertopf gegenüber. Geschäftsführer Martin Schmid, gleichzeitig Vorsitzender des Arbeitskreises Oberfränkischer Krankenhausdirektoren, hat deshalb im Frühjahr einen Brief an die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml geschrieben. Der Inhalt werde auch vom bayerischen Städtetag, dem Landkreistag, der Klinik-Kompetenz-Bayern (Genossenschaft kommunaler und freigemeinnütziger Kliniken) und der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) mitgetragen, informiert das Klinikum in der Pressemeldung weiter.

Schmid weist daraufhin, dass die Krankenhäuser neben der digitalen Patientenakte weitere Projekte wie die mobile Visite, die digitale Archivierung und die digitale Rechnungsbearbeitung in den nächsten Monaten umsetzen würden. Angesichts von Zuschüssen für Digitalisierungsvorhaben in anderen Bereichen fordert er auch einen eigenen Fördertopf für die Digitalisierung der Krankenhäuser und warnt vor möglichen Benachteiligungen. "Die jährliche pauschale Förderung beträgt 1,6 Million Euro für unser Klinikum. Davon ist für die IT in diesem Jahr eine Million geblockt."

In seiner Antwort weise das Ministerium darauf hin, dass die Pauschalfördermittel bereits im vergangenen Jahr angehoben worden seien, betont das Klinikum in einer Stellungnahme. Allen über 400 bayerischen Kliniken stünden derzeit 270 Millionen Euro Pauschalförderung zur Verfügung, teile das Ministerium weiter mit. Das Ministerium verspreche, dass der Krankenhaus-Finanzierungsetat über die gesamte Legislaturperiode hinweg auf hohem Niveau fortgeführt werden solle.

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Veröffentlicht am:
15. 07. 2019
19:02 Uhr

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Veröffentlicht am:
15. 07. 2019
19:02 Uhr



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