Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerHofer Volksfest 2019Video: Lagerleben Collis Clamat

Fichtelgebirge

Hohe Ehre für Kulturwirtschaft im Landkreis

Große Wellen schlägt das Forum Kreativwirtschaft Fichtelgebirge: Das Wirtschaftsministerium hat zum Gespräch geladen, und in Röslau findet im Herbst ein Kongress statt.



Einen Tag lang diskutierten Astrid Köppel (links), Netzwerkmanagerin des Forums Kreativwirtschaft, und Sabine Gollner, Vorsitzende der Künstlerkolonie Fichtelgebirge, mit Experten im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin beim "Zukunftsdialog Kultur-und Kreativwirtschaft im ländlichen Raum". Foto: pr.
Einen Tag lang diskutierten Astrid Köppel (links), Netzwerkmanagerin des Forums Kreativwirtschaft, und Sabine Gollner, Vorsitzende der Künstlerkolonie Fichtelgebirge, mit Experten im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin beim "Zukunftsdialog Kultur-und Kreativwirtschaft im ländlichen Raum". Foto: pr.  

Wunsiedel - Das kommt nicht oft vor, dass ein Verein oder ein Landkreis eine Einladung des Bundeswirtschaftsministeriums für eine Tagung in Berlin bekommt. Entsprechend groß waren die Freude und Überraschung bei Astrid Köppel und Sabine Gollner, dass das Referat Kultur und Kreativwirtschaft des Ministeriums auf die Künstlerkolonie (KÜKO) Fichtelgebirge aufmerksam geworden war und die Verantwortlichen zum "Zukunftsdialog Kultur- und Kreativwirtschaft im ländlichen Raum" eingeladen hatte.

"Diese Konferenz hatte verschiedene Ziele", betont Astrid Köppel im Gespräch mit der Frankenpost. Köppel ist seit Februar die Netzwerkmanagerin des Forums Kreativwirtschaft, einer Kooperation des Landkreises und der KÜKO, und unterstützt als Regionalmanagerin Bürger im Fichtelgebirge, die ihr Geld in kreativen Berufen verdienen.

Durch die Konferenz in Berlin führten verschiedene Leitfragen, erklärt die Netzwerkmanagerin. Zum Beispiel: Was macht die Kultur-und Kreativwirtschaft auf dem Land erfolgreich? Welche Faktoren sprechen gerade für den ländlichen Raum? Wo steht die Branche momentan? Welche Szenarien gibt es für die Zukunft? Klar geworden sei bei dem Treffen in Berlin, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft ein großes Potenzial als wichtiger Wirtschaftsfaktor der Zukunft hat und damit entscheidend sein kann für die gesamte Entwicklung einzelner Regionen.

Auch für die Landkreise Hof und Wunsiedel, den Bereich Hochfranken also, gibt es schon Fakten und Zahlen für die Kreativwirtschaft. Wenngleich dieses Pflänzchen in der Region noch jung und zart ist. Jedes Jahr untersucht die Metropolregion Nürnberg die Entwicklung in diesem Wirtschaftsbereich. 653 Selbstständige und Unternehmen zählt die Statistik in Hochfranken. Rund 350 davon beschäftigen etwa 1450 sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer. Die anderen rund 300 Kreativen werden unter dem Titel "Mini-Selbstständige" geführt und haben einen Jahresumsatz, der unter 17 500 Euro liegt. Damit liegt der Anteil der Kreativwirtschaft in Hochfranken insgesamt bei 0,6 Prozent oder einem Jahresumsatz von 76 Millionen Euro. Durchschnittlich hat die Kultur- und Kreativwirtschaft in der Metropolregion Nürnberg einen Anteil von 2,2 Prozent der Gesamtwirtschaft. "Da ist noch Luft nach oben", ist die Netzwerkmanagerin sicher.

"Wir möchten die Kultur- und Kreativwirtschaft im Fichtelgebirge weiter ausbauen und die Region als Wirtschaftsstandort für diese Branche attraktiv machen", erzählt Astrid Köppel. Solche Konferenzen wie jetzt in Berlin hält sie für sehr sinnvoll. Denn sie böten den Akteuren eine Plattform, sich auszutauschen und von einander zu profitieren.

Deswegen freut sich Köppel besonders, dass sich der Bundesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft entschlossen hat, seine Jahreskonferenz heuer im Fichtelgebirge stattfinden zu lassen. Am 24. und 25. September ist Röslau das deutsche Zentrum der Kreativen-Organisation. Unter dem Titel "peripher und ganz zentral" steht die besondere Situation der Branche im ländlichen Kontext im Mittelpunkt. Schon der besondere Veranstaltungsort symbolisiere die Kraft, die von Kreativität, Kunst und schöpferischem Tun ausgehen kann, erläutert Köppel. "In einer Industriebrache aus der Blütezeit der Porzellanherstellung im Fichtelgebirge, einst stolzer Arbeitgeber und wichtiges Identifikationsmerkmal einer ganzen Region, steht uns in der ehemaligen Winterling-Porzellan-Fabrik das historische Musterzimmer zur Verfügung. Darüber hinaus ist dort im Mai 2019 die Kreativlounge Et4ge eröffnet worden - ein Spannungsfeld zwischen Industriearchitektur, Kunst, Lebenszyklen, Transformation, Gestaltungskraft und Zukunftswillen", schwärmt die Netzwerkmanagerin vom Tagungsort. Sie hofft, dass sich die Gäste vom Fichtelgebirge faszinieren lassen.

Das zweitägige Programm umfasse Erfahrungsberichte von Raumpionieren und erzähle von der Welt des Co-Workings auf dem Land, außerdem seien künstliche und künstlerische Intelligenz Themen. "Im Rahmen der Tagung wollen wir auch mit der Bundespolitik in einen Austausch auf Augenhöhe gehen: Welche Chancen werden dort in einer Förderung der Kreativwirtschaft gesehen? Was wollen wir als Kreativwirtschaftler anregen, welche Bedürfnisse haben wir?", schildert Köppel. Die Veranstaltung biete einen Mix aus Vorträgen, Diskussions- und Austauschforen wie auch interaktive Elemente und Workshops. Eine Exkursion zu Projekten und Akteuren im Fichtelgebirge runde das Programm für die Teilnehmer ab.

—————

Weitere Informationen im Internet:

https://konferenz.kreativwirtschaft-

fichtelgebirge.de/

Autor

Alexandra Hautmann
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
17. 07. 2019
16:42 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitgeber Bundesministerium für Wirtschaft Bundespolitik Exkursionen Frankenpost Industrie Kulturwirtschaft Ministerien Tagungen Unternehmen Wirtschaftsministerien
Wunsiedel
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Momentan führt Astrid Köppel viele Gespräche mit Menschen aus der Kreativwirtschaft, wie zum Beispiel mit Marco Lang von der Werbeagentur Farbraum Media in Göpfersgrün, um die Szene kennenzulernen. Foto: Florian Miedl

22.04.2019

Astrid Köppel hilft bei vielen Fragen

Tausende von Menschen im Fichtelgebirge verdienen ihr Geld mit einem "kreativen Beruf". Weil diese Branche großes Potenzial hat, gibt es jetzt eine Netzwerkmanagerin. » mehr

Auch sie ist auf der Suche nach geeignetem Personal: Christine Mulzer vom Waldsteinhaus. Sie nimmt in der Gastronomie Umsatzeinbußen hin, um personell über die Runden zu kommen. Foto: Uwe von Dorn

vor 1 Stunde

Gastronomie fehlen die richtigen Leute

Das Gastgewerbe klagt über Personalmangel. Bewerber, die in der Küche oder im Service arbeiten möchten, gibt es. Oft erfüllen sie aber nicht die nötigen Anforderungen. » mehr

Mit Doktorhut und Robe nach dem bestandenen Examen an der University of Florida in Gainesville: Franziska Benker ist jetzt Doctor of Pharmacy mit US-Apotheker-Zulassung. Foto: Philip Marcel

vor 57 Minuten

Zielstrebiges "Christkind" aus Habnith

Franziska Benker macht in Florida ihren Doctor of Pharmacy. Mit großem Ehrgeiz erfüllt sich die frühere Werbeträgerin der Frankenpost einen Traum. » mehr

Dass auch in einigen Jahren noch Strom fließt, dürfte sicher sein. Aber ob er dann tatsächlich über die HGÜ-Leitungen transportiert wird, ist fraglich. Foto: Oliver Berg/dpa

27.11.2018

Landkreis schöpft neue Hoffnung

Politiker und BIs sehen die Chance, die HGÜ-Trasse doch noch zu stoppen. Die Absage von Ministerium und Bundesnetzagentur werten sie als Frechheit. » mehr

Nürnberger spricht von "großer Wahlschlappe"

26.05.2019

Nürnberger spricht von "großer Wahlschlappe"

Martin Schöffel von der CSU hätte sich durchaus ein besseres Ergebnis im Kreis gewünscht. Er darf sich aber genauso wie Brigitte Artmann von den Grünen als Sieger fühlen. » mehr

Lasertag. Symbolfoto.

03.07.2019

Lasertag-Arena wird zweites Standbein

Wirtschaftlich völlig neue Wege gehen Sandra und Matthias Lutz. Die Inhaber einer Marktredwitzer Fensterbaufirma verwandeln eine Halle in einen Laser-Game-Parcours. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

n5_190823_ID16245_11.jpg Hof

Lkw bleibt in Hof unter Brücke stecken | 23.08.2019 Hof
» 6 Bilder ansehen

SonneMondSterne Saalfeld

SonneMondSterne-Festival | 10.08.2019 Saalburg
» 122 Bilder ansehen

SpVgg Bayern Hof - Viktoria Kahl 2:0

SpVgg Bayern Hof - Viktoria Kahl 2:0 | 17.08.2019 Hof
» 120 Bilder ansehen

Autor

Alexandra Hautmann

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
17. 07. 2019
16:42 Uhr



^