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Fichtelgebirge

Ausstellung weckt Vorfreude auf "Zucker"

Das Musical, in dem Wunsiedel ein Schauplatz ist, feiert auf der Luisenburg bald Premiere. Einen Vorgeschmack bietet der Förderverein in der Fichtelgebirgshalle.



Napoleon spielte eine wichtige Rolle bei der Zucker-Vergangenheit Wunsiedels, entsprechend ist er auch in der Ausstellung präsent.	Foto: Florian Miedl
Napoleon spielte eine wichtige Rolle bei der Zucker-Vergangenheit Wunsiedels, entsprechend ist er auch in der Ausstellung präsent. Foto: Florian Miedl  

Wunsiedel - Zahlreiche Besucher hat die Ausstellungseröffnung des Fördervereins Gesellschaft der Freunde der Luisenburg-Festspiele in der Fichtelgebirgshalle angezogen. Viele waren gekommen, um herauszufinden, was es denn so auf sich hat mit dem Musical "Zucker", worin der regionale Bezug besteht und was der "Zuckerhut", die "Insel Helgoland" und der "Napoleonshut" im Felsenlabyrinth damit zu tun haben.

Es ist eine spannende und zugleich anrührende Geschichte, die Birgit Simmler, die künstlerische Leiterin der Festspiele, zusammen mit dem Komponisten Paul Graham Brown zu einem Musical verarbeitet hat. Am Freitag, 16. August, findet die Uraufführung statt.

Manfred Söllner, zweiter Bürgermeister von Wunsiedel, bedankte sich bei seiner Begrüßung bei den beiden Urhebern für diese Bereicherung der Festspiele und prophezeite Simmler und Brown: "Sie werden mit Ihrem Musical viele begeistern." Andreas Pöhlmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hochfranken, bescheinigte Simmler und Brown, damit "frischen Wind auf die Luisenburg-Bühne zu bringen".

Manfred Hack, der Vorsitzende des Fördervereins, bedankte sich zunächst bei der Sparkasse für die finanzielle und organisatorische Unterstützung der Ausstellung und übergab an Birgit Simmler einen Scheck mit dem diesjährigen Förderbeitrag seines Vereins in Höhe von 16 000 Euro; das Geld ist in erster Linie für die Theaterpädagogik und als Zuschuss für die Ensemble-internen kleinen Premierenfeiern gedacht. Mit "Zucker", sagte Hack, wolle Simmler testen, ob ein spannender Stoff, bei dem Wunsiedel eine kleine Rolle in der großen Weltgeschichte spielt, beim Luisenburg-Publikum ankommt.

Simmler selbst umriss anschließend lebhaft und anschaulich diese kleine Rolle Wunsiedels - vor dem historischen Hintergrund und anhand der Tafeln und des Bildmaterials im Foyer. Das Stück spielt zur Zeit Napoleon Bonapartes, der Europa fast ganz unter seinem Einfluss hatte. England beherrschte den Welthandel und befand sich schon in der Industrialisierung, als er das Land mit der "Kontinentalsperre", einem Handelsembargo, in die Knie zwingen wollte. Das Embargo machte Zucker zum Luxus- und Schmuggelgut.

Der junge Wunsiedler Kaufmann Florentin Theodor Schmidt, Besitzer einer Zuckerfabrik (auf dem Gelände, auf dem heute die Kletterhalle "der Zuckerhut" steht) sieht darin eine Chance. Und hier kommt Helgoland ins Spiel. Die Insel war damals eine britische Kronkolonie. Als Folge des Embargos machten die Engländer Helgoland zu einem Haupt-Stapelplatz, von dem aus Rohzucker nach Wunsiedel gelangen konnte. Florentin findet dubiose Mittel und Wege, Zucker zu schmuggeln, und experimentiert gleichzeitig mit Rübenzucker, dem Stoff der Zukunft.

Das ist jedoch nicht ungefährlich, denn Frankreich setzt bei der Suche nach einem Leck im Embargo auf eine schöne junge Spionin. Zwischen ihr und Florentin entspinnt sich eine bitter-süße Liebesgeschichte. Ob es hier ein Happy End gibt, sei nicht verraten. Aber das schöne Liebesduett, das die Darsteller Lukas Sandmann (Florentin) und Marina Granchette (Franzi) zur Klavierbegleitung von Paul Graham Brown bei der Ausstellungseröffnung darboten, lässt es zumindest hoffen.

In der Ausstellung finden die Betrachter bebilderte Details zur Geschichte des Zuckers, zu Napoleon, zur politischen Situation im frühen 19. Jahrhundert und zu den Felsen im Labyrinth; jenen Felsenformationen wie "Insel Helgoland", "Napoleonshut" und "Zuckerhut", die bis heute daran erinnern, wie Zuckerfabrikant Schmidt aus Wunsiedel dem revolutionären Diktator durch Schmuggel ein Schnippchen schlug.

Autor

Johanne Arzberger
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Veröffentlicht am:
18. 07. 2019
18:38 Uhr

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Autor

Johanne Arzberger

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Veröffentlicht am:
18. 07. 2019
18:38 Uhr



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