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Fichtelgebirge

Brigitte Artmann bleibt an der Grünen-Spitze

Bündnis 90 stellt die ersten Weichen für die Kommunalwahl im nächsten Jahr. Auch im Landkreis spürt die Partei den Aufwind.



Die Aktiven des Kreisverbandes Wunsiedel von Bündnis 90/Die Grünen sehen der Kommunalwahl 2020 mit Spannung entgegen. Foto: Michael Meier
Die Aktiven des Kreisverbandes Wunsiedel von Bündnis 90/Die Grünen sehen der Kommunalwahl 2020 mit Spannung entgegen. Foto: Michael Meier  

Marktredwitz/Wunsiedel - Kreisrätin Brigitte Artmann bleibt Vorsitzende des Kreisverbands Wunsiedel von Bündnis 90 /Die Grünen. Neben den Wahlen stand die Jahreshauptversammlung im Hotel "Meister Bär" in Marktredwitz vor allem im Zeichen der Kommunalwahl 2020.

Höchste Priorität hat für die Grünen derzeit, Interessenten für die Stadtrats- und Kreistagslisten zu finden. "Man merkt, dass sich in Sachen Umwelt etwas ändert. Es passieren Dinge, an die man früher nie gedacht hätte", freute sich Kreisvorsitzende und Kreisrätin Brigitte Artmann. Sie betonte, dass sich die Grünen derzeit über einen großen Zulauf von Interessenten freuen könnten. "Es gibt einen Wandel. Das war aber auch schon bei der Landtagswahl erkennbar." Nach ihren Worten war das Volksbegehren "Rettet die Bienen" ein voller Erfolg. "Ohne uns hätte sich die CSU nie auf dieses Thema eingelassen und eingelenkt. Es braucht nun engagierte Grüne in allen Parlamenten", forderte Brigitte Artmann die zahlreichen Anwesenden auf, Werbung für grüne Themen zu machen. "Klimaschutz fängt in den Kommunen an, und zwar bei jedem Baum", schloss die Kreisrätin. Sie betonte, dass auf Antrag der grünen Kreistagsfraktion das Landratsamt kommende Woche eine Jugend-Klimakonferenz veranstaltet.

In Ihrem Rechenschaftsbericht zählte die Kreisvorsitzende zahlreiche Aktivitäten der Fichtelgebirgs-Grünen auf. Unter anderem waren sie und ihre Mitstreiter aktiv bei der Anti-Nazi-Demo in Wunsiedel, zu diesem Thema gab es auch ein Treffen mit Arno Speiser von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in Bayern.

Bei der Sondersitzung des Kreistages stellte Rechtsanwalt Wolfgang Baumann seine Strategie gegen den Südost-Link vor. Er war seinerzeit Klägervertreter der Betroffenen in Wackersdorf. "Wir Grüne vermittelten Baumann an das Landratsamt", erklärte Brigitte Artmann. Weiter gab es einen Pressetermin am atomaren Zwischenlager Mitterteich. In Hof gab es ein Treffen mit dem Grünen-Chef Robert Habeck und in Marktredwitz mit den jungen Leuten der Bewegung "Fridays for Future".

Wolfgang Müller gab einen Einblick in die Arbeit des Ortsverbands Bad Steben. "Der Frankenwald ist am Sterben", sagte der Redner. Grund sei der Wassermangel. "Man sieht viele tote Fichten", mahnte Müller. Aufkommender Rechtsextremismus ließen ihn ein düsteres Bild von der Region Chemnitz zeichnen. Hoffnung gebe ihm das wehrhafte Aufbäumen der Kunstszene. "Plauen ist jedoch ganz fest in der Hand des Dritten Weges, das macht mir große Sorgen", schloss Müller. Den Vertretern des am Mittwoch zu gründenden Ortsverbandes Selb überreichte Wolfgang Müller einen Wimpel mit dem Grünen-Logo.

Karl Benes von der Grünen-Jugend gab einen Einblick in die Aktion "Fridays for Future" und blickte auf die Europawahl zurück. "Wir haben hier ein sehr gutes Ergebnis erreicht, das bestätigt uns in unserer Arbeit. Die Klimakrise ist die größte Krise, die die Menschheit je erlebt hat, diese wird uns unweigerlich in unserer Existenz gefährden." Sein fiktiver Sprung ins Jahr 2050 malte ein düsteres Bild der Zukunft: "Den Alltag, wie wir ihn kennen, gibt es dann wahrscheinlich nicht mehr. Es werden Chaos und eine beschädigte Natur vorherrschen", mahnte der 17-Jährige. Er forderte, die Biodiversität unbedingt zu bewahren. "Die Bienen sind sehr bedeutungsvoll, denn sie schenken Leben. Wälder dienen der Artenvielfalt, sie schützen unsere natürlichen Lebensgrundlagen." Die derzeit vorherrschende Monokultur kritisierte der Redner heftig.

Dieter Baumgärtel, der Initiator des neuen Ortsverbands Selb ergänzte, dass auch die Wildbienen und Hummeln sehr wichtig seien. Er kritisierte, dass im Landkreis zu viel gemäht werde. "Bahnrangen, Straßenränder und Wegesränder werden immer noch brutal abgeschnitten", monierte Baumgärtel. Um die Blühwiesen sichtbar zu machen, müssten wohl die zugehörigen Ränder plattgemacht werden, wunderte sich der Redner.

Wilfried Kukla informierte über seinen Einsatz für die Fridays-for-Future-Demos in Wunsiedel: "Da die Veranstalter zu jung sind, haben sie mich gebeten, die Demos anzumelden." Ferner erzählte er von seinem Wahlkampf als Landtagskandidat und den zugehörigen Erlebnissen im Landkreis. Wie Kukla sagte, ist er mit den erhaltenen Stimmen sehr zufriedenen gewesen. Marion Wydra-Viechtl bescheinigte dem Kreisverband in ihrem Rechenschaftsbericht eine gesunde finanzielle Grundlage.

Die weiteren Ergebnisse der Wahlen sind: Zu Brigitte Artmanns Stellvertretern wurden wieder Thomas Hecht, Wilfried Kukla und Wolfgang Müller gewählt. Die Kasse verwaltet weiterhin Marion Wydra-Viechtl, als Kassen- und Rechnungsprüfer wurden Irene Pohl, Gunda Bareuther, Elke Hüge, Margit Dittebrand sowie Matthias Henneberger gewählt.

Als Delegierte vertreten den Kreisverband künftig in den Landes- und Bundesversammlungen Wolfgang Müller, Karl Benes, Rita Bischke-Vogel, Gunda Bareuther, Dunja Höpflinger, Brigitte Artmann, Wilfried Kukla, Albert Artmann, Thomas Hecht, Thomas Bergner, Dieter Baumgärtel, Tobias Pöhlmann sowie Matthias Henneberger.

Den Marktredwitzer Kreisverband der Grünen gibt es bereits seit 1989. Er hatte seinerzeit aufgrund des Altlasten- und Umweltskandals der Chemischen Fabrik zusammengefunden und war deshalb auch zur Stadtratswahl angetreten. Auch hier standen nun turnusmäßig Neuwahlen an. Auch hier blieb es beim bewährten Team: Vorsitzender bleibt Albert Artmann, sein Stellvertreter ist weiterhin Michael Meier, und Margit Dittebrand übt wieder die Tätigkeit der Schriftführerin aus.

In der anschließenden Diskussion ärgerten sich die Teilnehmer darüber, dass die Containerstellplätze jede Woche zugemüllt seien. Außerdem sei entlang des Fußweges am Kösseinebach jede Menge Abfall eines nahen Fast-Food-Lokals zu finden. "Warum ist der neue Radweg in Lorenzreuth für Fußgänger verboten?", lautete eine Frage aus der Runde. Einem Verkehrsschild zufolge seien dort nämlich nur Fahrräder erlaubt, wunderten sich einige Mitglieder. MM

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Michael Meier

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Veröffentlicht am:
22. 07. 2019
17:18 Uhr

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Michael Meier

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Veröffentlicht am:
22. 07. 2019
17:18 Uhr



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