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Fichtelgebirge

Schlepperbesuch im Archedorf

Bei einem Besuch in Kleinwendern betonen Vertreter von BBV und Politik, dass Landwirte viel für eine intakte Natur tun. Und das schon vor dem Volksentscheid.



Treffen vor einer blühenden Landschaft und Rinderweide am Fuß der Kösseine im Rahmen der BBV-Schleppertour "Bayern blüht auf". Das Foto zeigt die Vertreter der Politik und der Landwirtschaft vereint. Foto: Herbert Scharf
Treffen vor einer blühenden Landschaft und Rinderweide am Fuß der Kösseine im Rahmen der BBV-Schleppertour "Bayern blüht auf". Das Foto zeigt die Vertreter der Politik und der Landwirtschaft vereint. Foto: Herbert Scharf  

Kleinwendern - Der Bauernverband macht mit der sogenannten Schleppertour "Bayern blüht auf" auf das Engagement der Landwirte in Bayern für die Artenvielfalt aufmerksam. Wobei die Aktion ihren Namen nicht von Menschenschleppern, sondern von einem mit bunten Blumen beklebten Traktor zu tun hat, der durch ganz Bayern fährt. Sinn und Zweck der Aktion ist es, auf die Leistungen der Landwirte für den Arten- und Naturschutz hinzuweisen - längst vor dem Volksbegehren für den Artenschutz.

Mehr Blühflächen

Alleine im Jahr 2018 wurde die Bayerische Kulturlandschaft mit rund 15 450 Hektar Blühflächen verschönert und verbessert, erklärten die Vertreter der Landwirtschaft bei der "Schleppertour". Die gemeinsame Aktion "Blühende Rahmen" laufe seit 2011. Damit wurde wertvoller Lebensraum für Bienen und Wildtiere geschaffen. Über 930 000 Menschen sind in Bayern rund um die Land- und Forstwirtschaft beschäftigt. Im Bauernverband sind 145 000 Familien organisiert.


Montagfrüh machte der bunte Traktor im Archedorf Kleinwendern bei der Rinderzucht des Landwirts Rudi Küspert Halt. Küspert züchtet, wie mehrfach berichtet, die fast ausgestorbene Rinderrasse "Rotes Höhenvieh", die in früheren Jahrhunderten auch im Fichtelgebirge viel verbreitet war, dann aber vom Fleckvieh verdrängt wurde. BBV-Kreisobmann Harald Fischer hieß zu dem Ortstermin vor der Rinderweide am Fuß der Kösseine eine ganze Reihe von Gästen, unter anderem Landrat Dr. Karl Döhler, Landtagsabgeordneten Martin Schöffel, Bürgermeister Peter Berek, Gudrun Frohmader-Heubeck vom Landschaftspflegeverband und Ronald Ledermüller vom Landratsamt willkommen. Die Landwirte machten heute schon mehr für den Artenschutz, als es das Naturschutzgesetz verlange, sagte Fischer. "Und zwar im Einklang mit der Natur." Das Angebot im Archedorf Kleinwendern sei nur eines der guten Beispiele dafür.

Die Idee, hier eine Weide anzulegen, sei schon rund zehn Jahre alt, erzählte Gudrun Frohmader-Heubeck. Im Hintergrund stand das Bemühen, die alte Rinderrasse, auch als "Sechsämter-Vieh" bezeichnet, wieder mehr zu züchten. Der Erfolg habe sich eingestellt - nicht zuletzt durch den guten Geschmack des Fleisches. Die Herde wachse weiter.

Landrat Döhler bestätigte den Landwirten in der Region, "dass sie viel für den Artenschutz getan haben und noch tun". Im Fichtelgebirge sei die Welt noch in Ordnung. Weiter berichtete Döhler von Plänen, weitere Rotvieh-Weiden im Egertal anzulegen.

Reinhold Rasp vom Maschinenring wies darauf hin, dass die Landwirte im Landkreis bereits so manche Blühfläche angelegt hätten, auch wenn es ihnen der Wassermangel nicht leicht gemacht habe. Er bescheinigte seinen Kollegen, dass man in Sachen Pflege und Haltung umgedacht und manches geändert habe. Frohmader-Heubeck sprach von einer Win-Win-Situation der neuen Weideflächen. Sie führten dazu, dass es wesentlich mehr Insekten gebe. Das Gebiet sei viel artenreicher geworden. Bürgermeister Peter Berek lobte die Initiatoren der Weide und den Landwirt. Die Zucht sei wegen des wohlschmeckenden Fleisches bereits zum Selbstläufer geworden. Die Idee wirke sich auf die Attraktivität des ganzen Dorfes aus. Berek wies auch auf die zahlreichen Blumenwiesen hin, die man in und um das kleinste Heilbad Bayerns angelegt habe. Den Landwirten bestätigte er, "dass sie mit an einem Strang ziehen".

Zweite Station im Landkreis war die Buntbrache der Familie Saalfrank zwischen Schönbrunn und Leupoldsdorf. Seit 1995 werden im Waldrevier Schönbrunn von Jägern und Landwirten Blühflächen angelegt und gepflegt. Saalfrank sei ein Pionier der ersten Stunde.

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Herbert Scharf
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Veröffentlicht am:
22. 07. 2019
18:18 Uhr

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Herbert Scharf

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22. 07. 2019
18:18 Uhr



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