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Fichtelgebirge

Ministerin setzt den letzten Stein

Michaela Kaniber hat den Alexanderplatz in Bad Alexandersbad symbolisch vervollständigt. Bei der Einweihung gibt es viel Lob für das Heilbad.



Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber klopfte mit einem Gummihammer den letzten noch fehlenden Granitstein im Pflaster des neuen Alexanderplatzes fest. Beobachter im Hintergrund waren (von links): Lothar Winkler, stellvertretender Leiter des Amts für ländliche Entwicklung in Bamberg, Bad Alexandersbads Bürgermeister Peter Berek, CSU-Landtagsabgeordneter Martin Schöffel aus Wunsiedel und Oberfrankens Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz. Fotos: Rainer Maier
Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber klopfte mit einem Gummihammer den letzten noch fehlenden Granitstein im Pflaster des neuen Alexanderplatzes fest. Beobachter im Hintergrund waren (von links): Lothar Winkler, stellvertretender Leiter des Amts für ländliche Entwicklung in Bamberg, Bad Alexandersbads Bürgermeister Peter Berek, CSU-Landtagsabgeordneter Martin Schöffel aus Wunsiedel und Oberfrankens Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz. Fotos: Rainer Maier   » zu den Bildern

Bad Alexandersbad - Mit ein paar kräftigen Gummihammer-Schlägen klopft Michaela Kaniber den letzten Stein ins Pflaster des Alexanderplatzes. Lothar Winkler, stellvertretender Leiter des Amts für ländliche Entwicklung (ALE) in Bamberg, und Oberfrankens Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz aus Bayreuth hatten der bayerischen Landwirtschaftsministerin den gravierten Granitblock in die dafür vorgesehene Lücke gelegt. Der symbolische Akt vervollständigt Kaniber zufolge "ein wunderbares Werk für die nächsten Generationen".

Viel schöner als der Namensvetter in Berlin

Mit Berlin hat der Bad Alexandersbader Alexanderplatz nichts zu tun. Das hat Bürgermeister Peter Berek bei der Einweihungsfeier klargestellt. Er sei nicht, wie der große Namensvetter in der Bundeshauptstadt, nach einem russischen Zaren benannt, sondern "nur" nach einem Markgrafen, nämlich nach Christian Friedrich Karl Alexander von Brandenburg-Ansbach , dem letzten Markgrafen von Ansbach-Bayreuth. Dieser hatte sich um die Entwicklung des auch im Ganzen nach ihm benannten Heilbads Ende des 18. Jahrhunderts sehr verdient gemacht. Neben den verschiedenen Namensgebern gibt es Peter Berek zufolge einen weiteren gravierenden Unterschied: "Der Alexanderplatz in Berlin ist auch nicht so schön wie unserer."

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber pflichtete Berek bei: Der Berliner "Alex" sei einer der gefährlichsten Orte in ganz Deutschland, der Alexanderplatz im Fichtelgebirge dagegen "ein Ort für freundliche Begegnungen, für Erholung und Lebensfreude pur".


In ihrer Festrede lobt die Ministerin das Heilbad, das in Bayern "zwar das kleinste, aber mit Sicherheit auch das feinste ist". Sie würdigt die Bad Alexandersbader, die gemeinsam Herausragendes geschaffen hätten: "Der Freistaat kann mit Geld allein nichts erreichen. Es braucht auch die Menschen, die die Impulse dafür geben, dass das Leben auf dem Land lebenswert bleibt."

Die Ministerin zeigt sich überzeugt davon, dass Bad Alexandersbad auf dem richtigen Weg ist, denn: "Gesundheitstourismus liegt im Trend." Jede vierte Übernachtung im Freistaat verbrächten die Gäste mittlerweile in einem der Heilbäder oder Kurorte. Diese hätten sich - nach Jahren des Umbruchs durch verschiedene Gesundheitsreformen - zu Kompetenzzentren für Lebensstilmedizin, Gesundheit und Prävention entwickelt. "Damit sind sie für die ländlichen Räume, in denen sie überwiegend beheimatet sind, Motoren für Entwicklung, Beschäftigung und Wertschöpfung."Zu Bürgermeister Peter Berek sagt die Ministerin, er könne stolz sein, dass sich Bad Alexandersbad nach schwierigen Jahren 2007 entschlossen habe, an seiner kurörtlichen Ausrichtung festzuhalten und einen "nicht ganz einfach zu realisierenden Entwicklungspfad" zu beschreiten. "Dieser Tag ist ein Meilenstein in ihrer harten Arbeit", sagt Kaniber.

Als für den ländlichen Raum zuständige Ministerin sei es ihr wichtig zu sehen, wie die Angebote ihrer Verwaltung vor Ort umgesetzt werden. Der Alexanderplatz sei ein Musterbeispiel für integrierte ländliche Entwicklung im Rahmen der Dorferneuerung. "Für Sie war klar: Alexandersbad soll Heilbad bleiben, und das Dorfzentrum soll weiter das Herz des Kurbetriebs sein." Dass das teuer werden würde, habe von Anfang an festgestanden. "Sie haben es trotzdem gewagt, mit Rückenwind von der Bezirksregierung, vom Landkreis und vom Amt für ländliche Enwicklung." Zu den Baukosten von 3,3 Millionen Euro habe der Freistaat aus verschiedenen Fördertöpfen drei Millionen zugeschossen. "Das kann sich sehen lassen", sagt die Ministerin.

Bei den nächsten Projekten freue sie besonders das "Co-Cooking-Center", das in einem leerstehenden Gasthof realisiert werden soll. "Hier greifen Sie wieder einen Trend auf." Während sich die Gesellschaft immer mehr von der Lebensmittelproduktion entferne, solle es in dem neuen Zentrum um gesundes Essen, um Produkterzeugung, -weiterverarbeitung und -veredelung gehen. Dieser Stützpunkt für Kleinstunternehmer mit einer eigenen Idee passe wunderbar zur "Initiative Heimat-Unternehmen" ihres Ministeriums. Kaniber versprach, Bad Alexandersbad auch bei den nächsten Projekten zu unterstützen.

Bürgermeister Peter Berek hatte eingangs betont, es werde "allerhöchste Zeit" nach elf Jahren Planung und Bau nun den Alexanderplatz einzuweihen, "als erste große Baumaßnahme, die aus dem Dorferneuerungs-Topf finanziert wird". Die Dorferneuerung habe Bad Alexandersbad befähigt, "einen neuen alten Weg einzuschlagen, der Tradition verpflichtet, doch immer für Neues bereit". Dafür dankt er besonders Lothar Winkler vom ALE und der örtlichen Dorferneuerungs-Vorsitzenden Claudia Stich. Berek erwähnt auch, dass der "Ritt auf der finanziellen Rasierklinge" nur habe gelingen können, weil man gemeinsam mit den übergeordneten Behörden eine Kombination von Fördergeldern aus sieben verschiedenen Töpfen realisieren konnte.

Martina Sievert vom Architekturbüro Geskes und Hack sowie Petra Wick vom Planungsbüro Steppan erläuterten die Gedanken der Planer, die mit dem Alexanderplatz die barocke Achse von der Luisenquelle über das Markgräfliche Schloss bis hinauf zur Luisenburg wieder aufgenommen haben. Der einheitlich gestaltete Belag mit hellem Granit aus dem Bayerischen Wald und die ausgeklügelte Bepflanzung sorgen demnach für eine heitere und private Atmosphäre, ließen den Blick auf die Gebäude aber frei. Martina Sievert, Diplomingenieurin für Landschaftsarchitektur sagt: "Wir haben eine Ortsdurchfahrt geschaffen, die allen Regelwerken entspricht, ohne optisch eine Straße zu sein." Petra Wick ergänzt, die Neugestaltung der Bad Alexandersbader Mitte sei ein Kraftakt gewesen, der die Kompetenz von zwei Fachbüros erforderte. Sie lobt besonders die Pflasterer aus Portugal: "Sie haben hervorragend gearbeitet."

Landtagsabgeordneter Martin Schöffel, der auch im Namen von Bundestagsvizepräsident Dr. Hans-Peter Friedrich und Landrat Dr. Karl Döhler sprach, um in der Mittagshitze die Grußworte abzukürzen, gratulierte den "Badenern" und dem ganzen Fichtelgebirge zu dem großartigen Werk. Die Krippenkinder des kommunalen Kinderhauses "Königin Luise" brachten bunt bemalte Steine als Geschenk zur Gestaltung der neuen Mite und Blumen für die Ministerin. Pfarrerin Heloisa Dalphert und Diakon Franz Fuchs erbaten Gottes Segen für den Platz und alle, die auf ihm verweilen und ihn queren. Der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde unter Leitung von Hartwig Küspert umrahmte den Festakt mit feierlicher Musik.

Autor

Rainer Maier
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Veröffentlicht am:
26. 07. 2019
19:10 Uhr

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Rainer Maier

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Veröffentlicht am:
26. 07. 2019
19:10 Uhr



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