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Fichtelgebirge

Geldautomaten gesprengt: Großfahndung nach Räubern

Unbekannte haben am frühen Donnerstagmorgen den Geldautomaten einer Bank-Filiale in Röslau gesprengt. Bei der Flucht fielen auch Schüsse. Die Polizei fahndet nach den maskierten Männern, einem Motorrad und einem VW Golf.



Die kleine Zweigstelle der Commerzbank in Röslau. Vor dem Gebäude liegen die Glasscheiben der durch die Sprengung geborstenen Fenster und Eingangstür. Im Inneren suchen Spezialisten der Polizei nach Spuren.   Foto: Herbert Scharf » zu den Bildern

Röslau – Szenen wie in einem Krimi spielten sich in der Nacht zum Donnerstag mitten in dem kleinen Ort Röslau im Landkreis Wunsiedel ab. Während der ganze Ort noch im Schlaf lag, riss eine Detonation die Anwohner der Hauptstraße unsanft aus dem Schlaf. Es war gegen 3.45 Uhr, als ein Sprengsatz in der Filiale der Commerzbank in der Hauptstraße 3 explodierte. Unbekannte Täter hatten mit Hilfe von eingeleitetem Gas den Geldautomaten zur Explosion gebracht.

Die Sprengung hatte erheblichen Schaden angerichtet. Verletzt wurde zum Glück niemand, obwohl Bewohner der Nachbargebäude zuhause waren. Nicht bekannt ist bisher auch, ob oder wie viel Geld die Täter aus dem Geldautomaten erbeutet haben.

Eine Streifenbesatzung der Grenzpolizei Selb, die in der Nähe war, traf bereits kurz darauf in Röslau ein. Vor Ort traf die Streifenbesatzung auch noch auf zwei maskierte Täter. Die beiden flohen. Wie es im Polizeibericht von Donnerstag hieß, machte eine Beamtin bei der Begegnung von ihrer Schußwaffe Gebrauch. Nach bisherigen Erkenntnissen aber ohne Folgen. Während einer der Bankräuber weiter zu Fuß flüchtete, floh sein Komplize mit einem motorisierten Zweirad.

Inzwischen trafen nach einem Großalarm weitere Streifenfahrzeuge in Röslau ein. Einer Polizeistreife fiel dabei noch in der Nähe des Tatortes ein weißer VW Golf mit EU-Kennzeichen (Euskirchen) auf, dessen Fahrer  mit hoher Geschwindigkeit und teils ausgeschaltetem Licht vor dem Polizeifahrzeug in Richtung Selb flüchten wollte.  Die Polizeistreife nahm die Verfolgung auf. Verstärkt wurde die Verfolgung inzwischen auch durch einen Polizeihubschrauber.

In einem Waldstück bei dem Selber Ortsteil Heidelheim stoppte der VW-Golf, die Insassen sprangen heraus und flohen bei Dunkelheit durch den Wald. Einsatzkräfte der Polizei sperrten den Bereich großflächig ab. Polizeibeamte mit Diensthunden suchten den Wald nach den Bankräubern ab – am Donnerstag ohne Erfolg.

Gesprengt wurde der Geldautomat nach bisherigen Erkenntnissen durch Einleitung von Gas. Der Schaden wird auf rund 100.000 Euro geschätzt. Inwieweit Nachbarhäuser und die Statik des Hauses in Mitleidenschaft gezogen wurden, steht noch nicht fest. Jedenfalls wurde der Tatort hermetisch abgesperrt. Spezialkisten der Polizei sicherten Spuren. Die Glastüre und die Scheibe des kleinen Schaufensters zerbarsten durch die Explosion. Die Scherben liegen verstreut auf der abgesperrten Hauptstraße und dem Gehsteig.

Die Bewohner der umliegenden Häuser wurden evakuiert und vom Röslauer Bürgermeister Torsten Gebhardt im Röslauer Bürgerhaus untergebracht, solange sie nicht in ihre Wohnungen können. 

Nur wenige Meter entfernt über die Straße ist die Röslauer Zweigstelle der Sparkasse Hochfranken. Sie wurde von den Tätern verschont. Die Bankfiliale der Commerzbank, einst Schmidtbank, war schon seit Jjahren auch tagsüber nicht mehr mit Personal besetzt, sondern beherbergte nur noch den Geldautomaten.

 

Zeugen gesucht

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen über den Banküberfall hat die Polizei folgende Fragen an mögliche Zeugen:

  • Wer hat am Donnerstagfrüh, etwa gegen 3.45 Uhr, Beobachtungen in der Hauptstraße in Röslau gemacht?
  • Wem ist in diesem Bereich ein motorisiertes Zweirad aufgefallen?
  • Wer hat den weißen VW Golf mit dem Kennzeichen „EU“ gesehen und kann Hinweise zu den Insassen geben?
  • Wem sind im Bereich des Tatortes und umliegendem Landkreis Kleintransporter oder sonstige Fahrzeuge  mit auswärtigem Kennzeichen aufgefallen?
  • Wer hat in den Morgenstunden verdächtige Personen gesehen oder Anhalter mitgenommen?
  • Wer kann sonstige Angaben machen, die im Zusammenhang mit der Tat stehen könnten?

 

Hinweise erbittet die Polizei an die Kriminalpolizei Hof unter der Telefonnummer 09281/7040.   

Autor

Herbert Scharf
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
01. 08. 2019
07:56 Uhr

Aktualisiert am:
01. 08. 2019
14:34 Uhr

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Autor

Herbert Scharf

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
01. 08. 2019
07:56 Uhr

Aktualisiert am:
01. 08. 2019
14:34 Uhr



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