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Fichtelgebirge

Offener Brief gegen Umbau des Kornbergs

Eine Initiative aus dem Fichtelgebirge richtet ein Schreiben an Minister- präsident Söder. Darin prangern die Mitglieder eine drohende Zerstörung von Naturschätzen an.



Wollen gegen die "überbordende Freizeiteinrichtung" auf dem Kornberg vorgehen: die Mitglieder der Initiative "Ruhe für den Kornberg".
Wollen gegen die "überbordende Freizeiteinrichtung" auf dem Kornberg vorgehen: die Mitglieder der Initiative "Ruhe für den Kornberg".   Foto: Gisela König

Selb-Spielberg - Mit einem offenen Brief wendet sich die Initiative "Ruhe für den Kornberg" an Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder. Elf engagierte Natur- und Umweltschützer haben in Spielberg das Schreiben unterzeichnet, da sie sich "große Sorgen um die geplanten touristischen Erschließungsmaßnahmen auf dem Kornberg (und dem Ochsenkopf) im Naturpark Fichtelgebirge machen".

Ehe sie ihre Namen unter den Brief setzten, trafen sie sich an der Liftstation auf dem Kornberg und zeigten eindrucksvoll, welche Fläche allein der "Skills-Parcours" zwischen Skilift und derzeitigem Kinderlift und späterem "Zauberteppich" einnehmen wird. 60 mal 170 Meter hatten sie markiert, eine Fläche, auf der sich auch ein großer Buchenbestand befindet. Dieser werde zweifellos zum Teil zerstört, da sind sich die Unterzeichner sicher.

Die Idee zu dem offenen Brief hatte der Natur- und Umweltschützer Udo Benker-Wienands, Initiator von "Blühendes Fichtelgebirge" und Vorsitzender der ökologischen Bildungsstätte Burg Hohenberg. Benker-Wienands war darauf gekommen, als er Anfang Juli den Artikel "Söder will Staatsforsten in Klimawälder verwandeln" las. Wie es in dem offenen Brief heißt, möchte Söder, "dem Klimawandel geschuldet, die Bewirtschaftung der Staatsforsten konsequent auf den Klimaschutz umstellen". Weiter schreibt die Initiative: "Die Mehrheit der bayerischen Bürgerinnen und Bürger dürften das begrüßen, vor allem die jungen Menschen, gehen doch die zu erwartenden schlimmen Veränderungen unserer natürlichen Umwelt hauptsächlich zu ihren Lasten."

Die Mitglieder der Initiative "Ruhe für den Kornberg" befürchten, dass die geplanten Baumaßnahmen auf dem Kornberg die noch vorhandenen Naturflächen erheblich verändern, "ja sogar zerstören werden". Eine Rodung auch von Laubwald wie jenes Buchenbestandes zugunsten eines Bike-Parks, "womöglich sogar die Versiegelung weiterer Flächen im Gipfelbereich des Kornbergs können nicht im Sinne Ihrer Initiative zum Erhalt und Ausbau von Bayerns Wäldern für den Klimaschutz sein", appellieren sie an Söder. Und bitten, mit der neuen Wald- und Klimapolitik nicht nur kommende Maßnahmen zum Waldbau zu forcieren, sondern auch vorhandene Naturschätze zukunftsgerichtet zu bewahren.

Weiter heißt es in dem Brief: "Der Umbau des nordöstlichen Kornberggipfels zu einer überbordenden Freizeiteinrichtung mit 14 Projekten, die vielfach einen motorisierten Zubringerdienst erfordern, ist völlig aus der Zeit gefallen. Bodenständiges anzugehen, halten wir noch für erträglich, wie zum Beispiel den Bau einer neuen Hütte mit Wasserversorgung und eine sanierte Teerstraße sowie einen vernünftigen Betrieb des Lifts. "Da sich die Ausgaben hierfür allein nicht lohnen könnten, werde vieles auf den Kornberg hinauf projektiert, was in den Kommunen unten beziehungsweise auf dem Ochsenkopf schon reichlich vorhanden ist.

Hierzu verweist die Initiative auf Frankenpost-Artikel wie "Mountainbike-Kids auf Gipfeltour" oder "Am Ochsenkopf muss es schnell gehen". Schließlich werden die Unterzeichner deutlich: "Mit reißerisch-werbenden Worten der übereifrigen Organisatoren soll der letzte weiße Fleck, also der letzte Bereich noch wenig zerstörter Fichtelgebirgsnatur für eine ,Weltneuheit‘ geopfert werden."

Die Absender bitten den Ministerpräsidenten zu prüfen, ob die geplanten Baumaßnahmen auf dem Kornberg, "die nur mit der avisierten staatlichen Förderung möglich werden, im Sinne eines zukunftsfähigen Klimawandels und naturschönen Bayerns sind". Unterzeichnet haben den Brief neben Udo Benker-Wienands (Regnitzlosau) und dem regionalen Jagdberater Horst Clericus (Arzberg) auch Dr. Christian Medick (Nagel), Wolfgang Anders (Rehau), Karl-Heinz Turhober (Kirchenlamitz), Willi Kießling (Röslau) sowie Hans Popp, Waltraud Schramm, Horst Hertel, Gudrun Moder und Bernhard Christen (alle Selb).

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Gisela König

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Veröffentlicht am:
02. 08. 2019
17:50 Uhr

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02. 08. 2019
17:50 Uhr



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