Lade Login-Box.
Topthemen: Fotos: Erstklässler in der RegionBlitzerwarnerBilder vom Wochenende

Fichtelgebirge

Schmuckstück für ein tolles Team

Das Kommunalunternehmen Umweltschutz weiht seine neuen Räume in Wunsiedel ein. Vorstand Josef Sturm verabschiedet sich mit launigen Worten.



Bei der Schlüsselübergabe für das neue Gebäude (von links): Alexander Meindl vom Büro Hilgarth als zuständiger Baubetreuer, Kurt Ernstberger, Peter Hilgarth vom gleichnamigen Architekturbüro in Marktredwitz und Landrat Dr. Karl Döhler. Fotos: pr./Wolfgang Neidhardt
Bei der Schlüsselübergabe für das neue Gebäude (von links): Alexander Meindl vom Büro Hilgarth als zuständiger Baubetreuer, Kurt Ernstberger, Peter Hilgarth vom gleichnamigen Architekturbüro in Marktredwitz und Landrat Dr. Karl Döhler. Fotos: pr./Wolfgang Neidhardt  

Wunsiedel - Für die Umwelt ist das Beste nur gut genug. Diesem Prinzip folgt der Landkreis schon seit Jahrzehnten. Er darf sich in Bayern als Vorreiter für die fachgerechte Entsorgung von Abfällen fühlen. Seit diesem Wochenende haben die 64 Mitarbeiter des Kommunalunternehmens Umweltschutz Fichtelgebirge (Kufi) nun auch optimale Arbeitsbedingungen. Vor gut 100 geladenen Gästen weihte das Unternehmen seine neuen Räume offiziell ein - und verabschiedete den bisherigen Vorstand Josef Sturm.

Was da entstanden ist, ist auch sein Werk: Sowohl Technik als auch Verwaltung finden sich nun im Osten von Wunsiedel - dort, wo früher die Porzellanfabrik Retsch stand. In die Ertüchtigung einiger der alten Fabrik-Gebäude sowie den Neubau des Verwaltungszentrums hat der Landkreis rund vier Millionen Euro investiert. Bei einem Tag der offenen Tür am Sonntag überzeugten sich viele Besucher davon, dass dieses Geld gut angelegt ist.

"Hier steht ein Schmuckstück für ein tolles Team." Landrat Dr. Karl Döhler sieht die Investition auch als Lohn für höchst engagierte Mitarbeiter. "Ihr macht alles selbst, und jeder greift zu." Und dies bei Bedarf auch über die normale Arbeitszeit hinaus: "Wenn es sein muss, wird dann eben abends so lange gearbeitet, bis alles wieder funktioniert."

Der bisherige Chef und Motivator des Teams hat die Leitung nun abgegeben. Wie berichtet, zieht sich Vorstand Josef Sturm in den Ruhestand zurück und übergibt den Stab an Kurt Ernstberger. "Was hier steht, ist auch sein Werk", sagte der Landrat zum Abschied des bisherigen Chefs. Sturm habe seine Aufgabe eher als Berufung denn als Beruf betrachtet, sei bei den Mitarbeitern beliebt und bei Kollegen aus ganz Bayern geschätzt. Wiederholt habe er sein Berufsumfeld mit seinen musikalischen und dichterischen Fähigkeiten beglückt: "Hier kann man es auch manchmal nur mit einer großen Portion Humor aushalten."

Den bewies der Nagler, der über drei Jahrzehnte die Abfallwirtschaft des Landkreises unter sich hatte, dann in seinen Dankesworten, natürlich in der bei ihm gewohnten Reimform. "Ich war halt für nichts anderes zu gebrauchen", nahm er sich selbst ein wenig auf die Schippe - um ein kleines Eigenlob anzuschließen: "Hier gibt es schon seit über fünf Jahren Freiraum für Macher."

An der Wunsiedler Hornschuchstraße sei ein alter Industriestandort zu neuem Leben erweckt worden. Sturm hatte auch für die wichtigsten Beteiligten aus Verwaltung und Politik einige Sätze übrig. Wunsiedels schwarzer Bürgermeister Karl-Willi Beck habe zwar manchmal rot gesehen, aber mit seinem Stadtrat grünes Licht zum Grundstückserwerb gegeben.

Von Landrat Dr. Peter Seißer, der Josef Sturm eingestellt hatte, habe er vieles gelernt - auch wenn er sich vom Juristen im Chefsessel oft "Lichtjahre entfernt" gefühlt habe. Das Gute an dessen Nachfolger Dr. Karl Döhler sei, dass er als Biologe "manches von innen her angeht." Er habe ihm nicht zuletzt "Vertrauen und Empathie" geschenkt. Den Architekten für das neue Gebäude gab der scheidende Vorstand mit auf dem Weg: "In meinem nächsten Leben werde ich Statiker."

Sturm erinnerte an seine früheren Mitarbeiter Max Röder und Helmut Sack, die für ihn "Freund und Vater" gewesen seien -, und an ein gutes Gründungsteam mit Horst Martini und Christian Kreipe, "um den sich manche Legende rankt." Abschließend verneigte sich der scheidende Vorstand verbal tief von seiner Belegschaft und gab ihr mit: "Seht das Kufi als euer Eigen an. Jetzt beginnt ein neues Spiel. Gehen wir’s an." Ein klein wenig wird er dabei noch mithelfen. Wie berichtet, wird Sturm künftig dem Wunsiedler Unternehmen noch ein wenig beratend zur Seite stehen.

Dessen Vorbildcharakter für ganz Bayern unterstrich sein Nachfolger Kurt Ernstberger mit einem Beispiel: "Als die Biotonne im Jahr 2015 bundesweit verpflichtend eingeführt wurde, war sie bei uns schon volljährig" - also über 18 Jahre im Einsatz. Dann ließ der neue Vorstand die Entwicklung der Abfallwirtschaft im Fichtelgebirge Revue passieren.

Die Kufi stelle sich mit höchst motivierten Kollegen den Herausforderungen der Zukunft, sagte Ernstberger und unterstrich dies mit drei Beispielen: Das Unternehmen werde erstens weiter an der Digitalisierung arbeiten und, zweitens, in naher Zukunft eine gelbe Tonne für Verpackungsabfälle einführen.

Innovation Nummer drei durften alle Besucher in der zum Festsaal umfunktionierten Fahrzeughalle bewundern: Ein "Bonsai-Müllfahrzeug", das auch durch schmale Gässchen fahren kann. In Wunsiedel stand indes nur ein Leihfahrzeug aus Norddeutschland. "Der Gruß ,moin moin‘ wird bei uns natürlich nicht draufstehen", scherzte Landrat Dr. Karl Döhler. Kurt Ernstberger versprach ihm und den Gästen abschließend: "Wir werden mit aller Kraft unsere Dienste weiter versehen."

Den kirchlichen Segen für die neuen Gebäude sprachen Pfarrerin Susanne Böhringer und Kaplan Thomas Fischer. Die Geistliche gab den Mitarbeitern zwei Grundsätze mit auf den weiteren Berufsweg: "Sie müssen etwas tun, das Sie für wichtig halten, und die Arbeit muss Freude machen."

Autor

Wolfgang Neidhardt
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
04. 08. 2019
16:10 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abfall Abfallbeseitigung Abfallbeseitigungs-Branche Firmenmitarbeiter Geistliche und Priester Karl-Willi Beck Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen Landräte Mitarbeiter und Personal Pfarrer und Pastoren Thomas Fischer Verpackungsmüll
Wunsiedel
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Der Kinder-und Jugendchor aus Beidl bei Plößberg sorgte am Sonntag beim Jugendtag auf der Luisenburg für die musikalische Umrahmung. Fotos: Michael Meier

12.05.2019

Gute Laune trotz eisiger Kälte

Beim 73. Jugendtag auf der Luisenburg bittet der Weihbischof um Treue zur Kirche. Viele hundert Besucher singen, beten und feiern. » mehr

Nach 32 Jahren lässt es der bisherige Vorstand des Kufi, Josef Sturm, ausklingen. Er arbeitet nur noch als Mini-Jobber im Unternehmen. Foto: Matthias Bäumler

31.07.2019

Ein Berufsleben für den Abfall

Josef Sturm ist der Vater der moderne Müllentsorgung im Landkreis. Sein erster großer "Fall" war einer der größten Umweltskandale in Bayern. » mehr

Wunsiedels Bürgermeister Karl-Willi Beck (Mitte, sitzend) und Schulleiter Stefan Müller (links daneben) freuten sich mit einigen der Ehrengäste über den Abschluss der Arbeiten bei der Generalsanierung der Mittelschule. Fotos: Rainer Maier

25.07.2019

"Ein Glanzlicht unter Bayerns Schulen"

Staatssekretär Gerhard Eck lobt die Mittelschule Wunsiedel. Der general- sanierte Bau ist gestern feierlich eingeweiht worden. » mehr

Wunsiedel

23.06.2019

Zwischen Blasmusik und bunten Blumen

Die Kreisstadt feiert ihr schönstes Fest des Jahres. Unzählige Ehrenamtliche putzen ihre Brunnen festlich heraus und locken Tausende Besucher in die Festspielstadt. » mehr

Sicherer Lebensabend inmitten einer Oase

06.09.2019

Sicherer Lebensabend inmitten einer Oase

Nach dreijähriger Bauzeit ist nun das Alten- und Pflegeheim Sankt Michael in Bad Alexandersbad saniert. Der Deutsche Orden hat zwei Millionen Euro investiert. » mehr

Garagen für die Müllwagen, eine Zentralwerkstatt sowie Verwaltungs- und Sozialräume sind künftig in der neuen Zentrale auf dem ehemaligen Retsch-Gelände in Wunsiedel untergebracht. Fotos: Matthias Bäumler

26.04.2019

Müllwerker freuen sich auf neue Räume

Im Mai ziehen die Mitarbeiter des Kufi in ein topmodernes Gebäude in Wunsiedel. Endlich gibt es genügend Duschen und Büros, in denen das Raumklima passt. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

oberfränkisches Volksmusikfest Weißenstadt

Oberfränkisches Volksmusikfest | 15.09.2019 Weißenstadt
» 111 Bilder ansehen

Black Base - Mens Night out

Black Base - Men's Night out | 15.09.2019 Hof
» 21 Bilder ansehen

Selber Wölfe - Moskitos Essen

Selber Wölfe - Moskitos Essen 3:5 | 14.09.2019 Selb
» 27 Bilder ansehen

Autor

Wolfgang Neidhardt

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
04. 08. 2019
16:10 Uhr



^