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Fichtelgebirge

Siemens einen Tag auf "Wunsiedel-Tour"

Die bei dem Erlangener Konzern für Innovationen und Technik zuständigen Manager sehen sich in der Festspielstadt um. Sie entdecken gute Beispiele für die Energiewende



Sie sehen Wunsiedel auf dem richtigen Weg (von links): die Siemens-Manger Roland Schmidt, Dr. Bernd Koch, Prof. Dr. Michael Weinhold sowie SWW-Geschäftsführer Marco Krasser, Bürgermeister Karl-Willi Beck und Andreas Schmuderer, ebenfalls von Siemens. Foto: pr.
Sie sehen Wunsiedel auf dem richtigen Weg (von links): die Siemens-Manger Roland Schmidt, Dr. Bernd Koch, Prof. Dr. Michael Weinhold sowie SWW-Geschäftsführer Marco Krasser, Bürgermeister Karl-Willi Beck und Andreas Schmuderer, ebenfalls von Siemens. Foto: pr.  

Wunsiedel - Mit eigenen Augen hat sich der Technik- und Innovationsleiter von Smart Infrastructure der Siemens AG, Dr. Michael Weinhold, vom Wunsiedler Weg der Energiewende ein Bild gemacht. Einen ganzen Tag lang besuchte er laut einer Pressemitteilung die SWW Wunsiedel - und zeigte sich beeindruckt davon, dass in Wunsiedel die vieldiskutierte regenerative Energiezukunft bereits Realität geworden ist. Weinhold ließ sich von SWW-Geschäftsführer Marco Krasser und seinen Mitarbeitern sowie Landrat Dr. Karl Döhler und Wunsiedels Bürgermeister Karl-Willi Beck informieren.

Krasser freute sich, dass Weinhold einen ganzen Tag für seinen Besuch in Wunsiedel reserviert hat, "um sowohl den Status Quo zu erfahren als auch über zukunftsweisende Projekte zu diskutieren". Seit vier Jahren leisten Siemens, die SWW und die Stadt Wunsiedel Pionierarbeit beim Thema Energiewende. In einer langfristig angelegten Technologiepartnerschaft werfen alle Beteiligten ihre Kompetenzen in die Waagschale, tauschen sich aus und treten in einen Wettstreit der Ideen. "Vor allem aber wird gehandelt", betont Karl-Willi Beck.

Mit Weinhold kamen weitere Entscheider der Siemens AG: Dr. Bernd Koch, Leiter Dezentrale Energiesysteme Deutschland (DES), und Andreas Schmuderer, Leiter Projektentwicklung DES. Alle drei arbeiten eng mit den Experten der SWW zusammen. "Hier in Wunsiedel wird die Energiezukunft bereits gelebt", so Weinhold laut der Pressemitteilung auf die Frage, warum man sich die Stadt im nordöstlichen Bayern ausgesucht habe, um Innovationen vom Labormaßstab in die reale Welt zu bringen. "Hier waren die Bedingungen von Anfang an ideal: ein engagiertes Team beim örtlichen Energieversorger, ebenso engagierte Verantwortliche bei der Stadt, und auch die Menschen vor Ort ziehen mit."

Für die SWW und die Stadt wiederum war stets klar, dass man einen starken Technologie-Partner benötigen würde, sagte Krasser. "Unsere Philosophie ist ja kein Zurück, sondern wir wollen etwas völlig Neues aufbauen." Ein für ihn sehr wichtiges Stichwort lautet Sektorenkopplung. Das bedeutet, dass Strom, Wärme und Mobilität nicht länger isoliert voneinander gedacht werden. Sie müssten vielmehr vernetzt werden - genauso wie die Energieverbraucher mit den Energieerzeugern. "Dazu sind intelligente Konzepte gefragt und die Kooperation vieler Experten. Nur wenn zahlreiche Rädchen ineinandergreifen, kommen wir weiter."

Eine mitentscheidende Rolle spielt für Krasser und Weinhold die Politik. Schließlich agiere man nicht im luftleeren Raum. "Vieles ist nur dann realisierbar, wenn die Politiker die gleichen Ziele haben", sagt Krasser und ergänzt: "Das ist bei uns der Fall. Sowohl die Stadt als auch der Landkreis unterstützen uns in vorbildlicher Weise." Auch das war laut Weinhold ein wesentlicher Grund für Siemens, sich auf Wunsiedel zu fokussieren: "Hier passt alles. Man ist sich einig über die Ziele und findet zusammen die richtigen Strategien."

Wie der Mitteilung zu entnehmen ist, konnten sich die Siemensvertreter davon überzeugen, was alles in und um Wunsiedel schon erreicht wurde. Auf dem Programm standen eine Reihe von Besichtigungen - etwa des Hauses der Energiezukunft und des Mega-Batteriespeichers, beide zusammen mit Siemens umgesetzt, oder der Projekte der Wun-Bioenergie und Wun-Pellets. Es fanden zudem Treffen mit Landrat Dr. Döhler und mit Bürgermeister Beck statt. "Natürlich wusste ich, was hier alles passiert", sagt Weinhold. "Doch so gebündelt hat das eine eigene Qualität und ist enorm motivierend, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzumachen."

Mit Blick nach vorn ging es vor allem um das, was im Fichtelgebirge in Sachen Wasserstoff geplant ist. Für Schmuderer, der auf Seiten von Siemens die Technologie-Zusammenarbeit mit Wunsiedel koordiniert, ist Wasserstoff der nächste Schritt auf dem Wunsiedler Weg. Seine vielfältigen Möglichkeiten seien enorme Chancen für die Region und würden ein autarkes Energiesystem wahrscheinlicher machen. Konkret soll - wie berichtet - bis 2021 eine erste Elektrolyse-Anlage zur Herstellung von Wasserstoff in Wunsiedel in Betrieb gehen. Den dafür nötigen Strom könnten die vielen Photovoltaik- und Windkraftanlagen liefern - an Tagen, an denen sie mehr produzieren, als vor Ort verbraucht wird.

Dabei steht sowohl für Siemens als auch für die SWW Wunsiedel fest: Neben dem Klima sollen auch die regionalen Unternehmen sowie die Menschen profitieren. Unter anderem lassen sich mit Wasserstoff Brennstoffzellen betreiben, die Energie für Autos, kommunale Busse oder auch Gabelstapler liefern. Auch in diversen industriellen Prozessen ist das Gas ebenso einsetzbar wie Sauerstoff, der auch bei der Elektrolyse entsteht. Und Abnehmer für die Abwärme wurden auch schon ausgemacht. "Wir werden mit dem Thema Wasserstoff ein perfektes Beispiel für die Sektoren-Kopplung haben", freut sich Krasser. "Außerdem leisten wir damit einen Beitrag zur Speicherung von Energie, und mit der steht und fällt die Energiewende."

"Die Welt sollte aus vielen Wunsiedels bestehe", sagte Innovationsleiter Weinhold zum Abschluss seines Besuchs. Zwar seien die Voraussetzungen sowie die natürlichen Ressourcen überall anders, "doch die Grundideen sind übertragbar". Damit meint Weinhold zum Beispiel das Denken im vernetzten System und als wichtiger Hebel dabei die Anwendung der Digitalisierung. Wie in Wunsiedel werde auch anderswo die Energiezukunft von den drei "D" gekennzeichnet sein: dezentral, dekarbonisiert und digital.

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05. 08. 2019
17:04 Uhr

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05. 08. 2019
17:04 Uhr



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