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Einbrecher wüten im Landkreis Wunsiedel

Unbekannte begehen in den vergangenen Tagen gleich mehrere Taten in der Region. Ob es Zusammenhänge gibt, ist noch nicht klar.



Einbrecher. Symbolfoto
Einbrecher. Symbolfoto   Foto: Frank Rumpenhorst

Wunsiedel/Selb - Wer Opfer eines Einbruchs wird, leidet meist noch lange danach an den Folgen. Viele Menschen entwickeln Ängste und fühlen sich nicht mehr sicher. In den vergangenen Tagen ist es in der Region gleich zu mehreren Einbrüchen gekommen.

Polizei bittet um Hinweise

In allen Einbruchsfällen ist die Polizei auf Hinweise angewiesen. Für die Aufklärung der Taten in Selb-Plößberg und Schönwald ist die Kriminalpolizei in Hof zuständig. Wer Verdächtiges wahrgenommen hat, der sollte sich unter der Telefonnummer 09281/7040 melden. Die Einbrüche und Diebstähle in Selb und vom Parkplatz in Thiersheim ist die Polizeiinspektion Marktredwitz zuständig. Sie ist unter der Telefonnummer 09231/96760 zu erreichen.

Um den Fall im Röslauer Ortsteil Brücklas kümmert sich die Polizei in Wunsiedel. Die Telefonnummer lautet: 09232/99470. Wer Verdächtiges in den Fällen in Rehau wahrgenommen hat, soll sich bei der Polizei Rehau unter 09283/8600 melden.

So drangen bislang unbekannte Täter zwischen Mittwoch und Samstag in das Anwesen Brücklas 4 ein. Dabei schlugen sie eine Fensterscheibe an der Rückseite des Gebäudes in dem Röslauer Ortsteil ein. Im Haus selbst demolierten sie eine weitere Scheibe und durchsuchten einige Schränke und Schubladen. Entwendet wurde zwar nichts, die Einbrecher warfen aber mehrere Gegenstände umher und zerschlugen eine Lampe. Der Hausbesitzer hat deshalb einen Schaden in Höhe von etwa 350 Euro zu beklagen.

 

Auch im Raum Selb kam es zu mehreren Einbrüchen. Unbekannte drangen am Sonntag zwischen 14.30 und 17.45 in Plößberg in ein Einfamilienhaus in der Erkersreuther Straße ein. In dieser Zeit waren die Bewohner des Hauses nicht anwesend. Die Täter durchwühlten die Räume auf der Suche nach Wertgegenständen. Nachdem sie Schmuck und Elektronikgeräte im Wert eines dreistelligen Eurobetrags eingesteckt hatten, flüchteten sie und hinterließen einen Schaden in Höhe von zirka 50 Euro. Die Ermittler sehen einen Zusammenhang mit einer Frau, die wenige Tage zuvor mit Zetteln für Pflasterreinigungsarbeiten geworben hatte.

Eine Begegnung der ungemütlichsten Art hatte am Freitag in Schönwald ein 15-Jähriger. Um 21.25 Uhr hörte er Geräusche aus dem Erdgeschoss des Einfamilienhauses in der Sophienreuther Straße. Als er "Hallo" rief und keine Antwort bekam, verständigte er zusammen mit einer zurückgekehrten Bewohnerin die Polizei Münchberg. Zwischenzeitlich waren die Unbekannten bereits ohne Beute geflüchtet.

Auch ein Restaurant in Selb war das Ziel von Einbrechern. Wie die Geschäftsführerin des Restaurants in der Kasinostraße der Polizei Marktredwitz mitteilte, hebelten Einbrecher am Sonntag irgendwann in der Zeit von 0.30 Uhr bis 6.45 Uhr die Eingangstüre des Gasthauses auf. Danach seien im Rezeptionsbereich die Bürotür und eine Schublade beschädigt worden. An der Tür scheiterten die Täter offensichtlich. Die Einbrecher entwendeten nach ersten Erkenntnissen nichts. Allerdings richteten sie einen Schaden in Höhe von 500 Euro an.

Zwar nicht in ein Haus, aber auf einen Parkplatz sind Einbrecher am Samstag in Thiersheim eingedrungen. Gegen 16 Uhr hatte ein 53 Jahre alter Thiersheimer seinen silbernen Kfz-Anhänger auf einem Parkplatz in der Thiersteiner Straße abgestellt. Als er den Hänger am nächsten Tag gegen 19.30 Uhr holen wollte, war der verschwunden. Der Schaden liegt bei etwa 3000 Euro.

Auch im Nachbarlandkreise schlugen die Einbrecher zu. In der Zeit zwischen Samstag, 23.15 Uhr, und Sonntag, 6.30 Uhr, haben sich die Täter Zutritt zum Fränkischen Hof in der Sofienstraße in Rehau verschafft. Im Inneren hebelten sie zwei weitere Türen auf und entkamen mit einer Scheckkarte sowie etwas Bargeld. Der Schaden beläuft sich allerdings auf mehrere Hundert Euro.

Schon am Freitag gegen 0.30 Uhr haben Diebe die Baustelle unter der A 93 bei Eulenhammer heimgesucht. Die Einbrecher stiegen in einen Bauwagen ein und gingen einen Bagger an. An einem weiteren Container scheiterten sie. Letztlich entwendeten sie nur ein Brotzeitmesser. Gesucht wird in diesem Zusammenhang nach einem Kombi, der mit vier Männern besetzt war.

Auf Nachfrage der Frankenpost sagte Polizeioberkommissar Jan Weidhas von der Polizeiinspektion Marktredwitz, dass nicht klar sei, ob die Taten zusammenhängen. "Noch gibt es keine besonderen Auffälligkeiten. Es gibt aber im Raum Hof auffällig viele Baustellen-Container-Aufbrüche. Ob wir nun hier eine Serie mit Wohnungseinbrüchen haben, muss sich noch herausstellen."

Nach Erfahrung des Polizisten kommen als Täter die unterschiedlichsten Gruppen in Betracht. "Natürlich kann es sich um durchreisende ,Berufseinbrecher’ handeln. Aber es können auch Einheimische sein. Es kommt auch vor, dass Drogen- oder Alkoholsüchtige dringend Geld brauchen und in der Nachbarschaft einsteigen." Die Polizei sei natürlich alarmiert und habe ein Auge auf die Wohngebiete. "Wir zeigen Präsenz."

Gut möglich ist es laut Weidhas, dass Einbrecher gezielt in der Haupturlaubszeit zuschlagen, da derzeit viele Häuser und Wohnungen unbeaufsichtigt seien. "Wir empfehlen daher, nie den Eindruck zu vermitteln, dass ein Haus längere Zeit leer steht. Wenn möglich, sollten Verwandte oder Bekannte immer mal wieder nach dem Rechten sehen und einfach etwas verändern, damit nicht der Eindruck aufkommt, dass es hier bequem etwas zu holen gibt."

Der Horror ist es, wenn jemand einem Einbrecher Auge in Auge gegenübersteht. Wie Weidhas sagt, kommt es vielen Tätern lediglich auf Diebesgut an, sodass sie die Flucht ergreifen, wenn sie ertappt werden.

Wenn ein Täter flüchtet, sollte der Zeuge umgehend die Polizei informieren und den Beamten am besten die Fluchtrichtung, eine Täterbeschreibung und Hinweise zum Fluchtfahrzeug geben. "Auf keinen Fall dürfen Spuren beseitigt werden."

Auch wenn die Ermittlungen bei Einbrüchen ziemlich komplex sind, gibt es laut Jan Weidhas immer wieder Erfolge. Meistens geht es nicht ganz so schnell, da die Auswertung der Spuren in aller Regel etwas dauert. "Hier geht es häufig auch um DNA-Spuren." Da eben zum Teil Monate oder auch mal ein Jahr zwischen Tat und Aufklärung liegen, teilt die Polizei den Medien nicht jeden Erfolg mit. "Wer kann sich schon noch an einen Einbruch vor einem halben Jahr erinnern?"

Autor

Matthias Bäumler
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Veröffentlicht am:
05. 08. 2019
18:32 Uhr

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Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
05. 08. 2019
18:32 Uhr



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