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Fichtelgebirge

Auf der Suche nach dem Dorf der Zukunft

Bei einem Seminar der Friedrich-Naumann-Stiftung erkunden Teilnehmer aus ganz Deutschland das Fichtelgebirge. Sie erleben die Attraktivität kleiner Strukturen.



Die Führung durch Weißenstadts Unterwelt empfanden die Teilnehmer des Wochenend-Seminars "Dörfer der Zukunft" der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit als einen Höhepunkt ihres Programms im Fichtelgebirge. Weitere Fotos unter www.frankenpost.de . Fotos: FNS, Rainer Maier
Die Führung durch Weißenstadts Unterwelt empfanden die Teilnehmer des Wochenend-Seminars "Dörfer der Zukunft" der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit als einen Höhepunkt ihres Programms im Fichtelgebirge. Weitere Fotos unter www.frankenpost.de . Fotos: FNS, Rainer Maier  

12.08.2019 - Dörfer der Zukunft - Foto: Friedrich-Naumann-Stiftung

Dörfer der Zukunft Weißenstadt
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Dörfer der Zukunft Weißenstadt
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Weißenstadt - Die Menschen gehen, die Wölfe kommen. Sieht so wirklich die Zukunft der ländlichen Räume aus? Die Teilnehmer eines Seminars der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNS) haben sich am Wochenende im Fichtelgebirge auf die Suche nach dem Dorf der Zukunft begeben und erforscht, was im Wandel der Zeit Stabilität garantiert. Jessica Eckenberger aus Tröstau und Philipp Charaoui aus Weißenstadt hatten das Seminar organisiert, zu dem 16 FNS-Stipendiaten und vier weitere Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet anreisten.

Die Organisatoren

Jessica Eckenberger aus Tröstau und Philipp Charaoui aus Weißenstadt sind selbst Stipendiaten der Friedrich-Naumann-Stiftung. Die beiden 21-Jährigen studieren, Eckenberger in Würzburg Medienkommunikation, Charaoui in Regensburg Lehramt für Grundschulen mit den Schwerpunkt Englisch sowie Naturwissenschaften und Technik. Beide wollen sich in der Stiftung für ihre Heimatregion engagieren. Das Seminar am Wochenende war das erste, das sie organisiert haben. Es soll aber nicht das letzte gewesen sein, wie sie versichern.

 

Nach der Ankunft in Marktredwitz führten Eckenberger und Charaoui im Konferenzraum der Firma Scherdel ins Thema ein. Sie verwiesen darauf, dass gerade auf dem Land viele verschiedene Faktoren zusammenwirken, die die Entwicklung beeinflussen. Der Strukturwandel in den ländlichen Räumen sei ein vielschichtiges Thema und mit Begriffen wie "Landflucht" und "Dörfer-Sterben" aktuell nicht mehr zu beschreiben. Im Gegenteil: Kleinstädte und Dörfer gewännen im Vergleich zu den Ballungsräumen stetig an Attraktivität hinzu. Das Fichtelgebirge sei hier ein gutes Beispiel und könne deutschlandweit als Vorbild für Regionalentwicklung gelten. "Bei uns sind viele erfolgreiche Konzepte vorhanden", sagte Charaoui. "Verschlafene Käffer" bedeuteten eben auch Entschleunigung und Dorfgemeinschaft.

 

Martina Freifrau von Waldenfels, Vorsitzende der Akademie Steinwald-Fichtelgebirge, stellte den Teilnehmern die Region im Anschluss aus dem Blickwinkel der Wirtschaft vor. Dann fuhren die FNS-Stipendiaten ins "Waldheim" in der Zigeunermühle bei Weißenstadt. Die Teilnehmer waren begeistert von der Jugendherberge, die recht einsam am Fuße des Waldsteins liegt. Normalerweise nächtigen sie bei derartigen Veranstaltungen mitten in den Städten. "Wir dachten, dieser Ort der Beherbergung passt gut zum Thema", sagte Philipp Charaoui.

Am Samstagmorgen besuchte die Gruppe das Kleine Museum in Weißenstadt, wo sie Pema-Chefin Dr. Laura Krainz-Leupoldt durch die Ausstellung mit kinetischer und konkreter Kunst führte. Sie betonte dabei, dass es durchaus möglich sei, auch auf dem Land kulturelle Höhepunkte zu bieten, die man eigentlich nur in der Stadt vermuten würde.

Im Weißen Kubus referierte dann der Heimatforscher Adrian Roßner vom Institut für Fränkische Landesgeschichte der Universitäten Bamberg und Bayreuth über die Geschichte des Fichtelgebirges. Die Entwicklungen der vergangenen tausend Jahre seien wichtig, um die Region im Hier und Jetzt zu verstehen. Roßner ging auch auf den Volksglauben und das Brauchtum ein. Dr. Alexander Haßdenteufel, Breitband-Bereichsleiter bei Thüga Smartservice in Naila, veranschaulichte den Teilnehmern Probleme und Chancen der Digitalisierung auf dem Land. Er riet dazu, jetzt überall "digitale Dorflinden" zu pflanzen, dann könne man später den Schatten ihrer Blätter genießen. Die schnelle Internet-Anbindung sei für den ländlichen Raum enorm wichtig, sagte Haßdenteufel.

Dr. Johannes Lüers von der Uni Bayreuth informierte über sein Forschungsgebiet Mikrometeorologie und verdeutlichte, dass der Klimawandel auch am Land bemerkbar sei. Das hätten Messungen am Waldstein nachgewiesen.

Am Abend diskutierten Lüers, der Weißenstädter Bürgermeister Frank Dreyer (SPD) und der Hofer FDP-Kreisvorsitzende Peter Senf über den Strukturwandel des Dorfes. Während Senf die Auffassung vertrat, dass es auf Dauer zu teuer sei, überall die notwendige Infrastruktur zu erhalten, und man deshalb wohl gewisse Dörfer werde aufgeben müssen, war Dreyer anderer Meinung. Er sagte, solange Menschen dort wohnen wollten, sei es Aufgabe der Gemeinschaft, für die Infrastruktur zu sorgen. Gerade die flächendeckende Digitalisierung sei wichtig. Nur so könnten Senioren auf dem Land zum Beispiel von moderner Tele-Medizin profitieren. Auch die Förderung der individuellen Mobilität, etwa durch Bürgerbus oder Ruf-Taxi, sah Dreyer als wichtige Aufgabe. Das Publikum der Diskussionsrunde unterstützte den Bürgermeister: Statt Dörfer aufzugeben, gelte es, Konzepte zu entwickeln, wie sie lebenswert erhalten werden könnten. Dr. Lüers verwies zudem darauf, dass der Demografiewandel nicht prognostizierbar verlaufe. Das hätten die vergangenen 15 Jahre gezeigt.

Als einen Höhepunkt des Seminars erlebten die Teilnehmer eine Kellerführung mit Kerstin "Olga" Hirschmann und Norbert Hübsch, dem Geschäftsführer des Historischen Vereins für Oberfranken. Am Sonntag staunten sie bei einer Betriebsführung im Siebenquell-Gesundzeitresort durch Concierge Diana Zäza und bei einem Vortrag von Katharina Hupfer von der Entwicklungsagentur Fichtelgebirge über die Macher-Atmosphäre, die in der Region herrscht. Das Fazit: Auch kleine Orte sind attraktiv, wenn man sie intelligent und kreativ vermarktet.

Autor

Rainer Maier
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Veröffentlicht am:
12. 08. 2019
16:30 Uhr

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Rainer Maier

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Veröffentlicht am:
12. 08. 2019
16:30 Uhr



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