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Fichtelgebirge

Polizeieinsatz beim Ferienprogramm

Gleich zweimal rücken die Beamten zu einer Kinderaktion in Schirnding aus. Die Eltern ärgern sich nun über einen verständnislosen Anwohner.



Gut lachen hatten die Kinder bei der Ferienaktion. Ihren Eltern hingegen blieb es zeitweise im Halse stecken. Foto: pr.
Gut lachen hatten die Kinder bei der Ferienaktion. Ihren Eltern hingegen blieb es zeitweise im Halse stecken. Foto: pr.  

Schirnding - Die Eltern im Schirndinger Kastanienring sind entsetzt. Gleich zu zwei Polizeieinsätzen ist es ihretwegen am Freitag gekommen. Dabei haben sie lediglich aus eigenem Antrieb eine Ferienaktion für Kinder aus Schirnding, Hohenberg und der Umgebung veranstaltet. An sich eine harmlose Geschichte, die vor allem den Mädchen und Jungen eine große Freude bereiten sollte.

Rechtssprechung

Die Rechtsprechung in Zusammenhang mit Lärm von Kindern ist ziemlich eindeutig: Kinderlärm ist im gesetzlichen Sinne gar kein Lärm. Dies steht zum Beispiel in Paragraf 22 des Bundesimmissionsschutzgesetzes. Wörtlich heißt es: "Geräuscheinwirkungen, die von Kindertageseinrichtungen, Kinderspielplätzen und ähnlichen Einrichtungen wie beispielsweise Ballspielplätzen durch Kinder hervorgerufen werden, sind im Regelfall keine schädliche Umwelteinwirkung.

Bei der Beurteilung der Geräuscheinwirkungen dürfen Immissionsgrenz- und -richtwerte nicht herangezogen werden." Dies bedeutet, dass Kinder sich ausleben dürfen, im Grunde in einer beliebigen Lautstärke. Dass Eltern aber schon mal zur Ruhe mahnen können, wenn es gar zu laut wird, steht auf einem anderen Blatt und ist meist selbstverständlich. Für sie gilt keine Dezibelgrenze. Das bedeutet zum Beispiel auch, dass man nicht gegen einen Kinderspielplatz in der Nachbarschaft vorgehen kann.


Weit weniger Freude hatte o ffenbar ein Anwohner. Warum auch immer er sich gestört gefühlt hat, der Ärger muss derart gewaltig gewesen sein, dass er die Polizei zur Hilfe gerufen hat.

Wie die Frankenpost aus Kreisen der Eltern erfahren hat, wollten diese mit einem Spielenachmittag lediglich den Kindern eine Freude bereiten. Daher meldeten sie die Aktion ordnungsgemäß bei der Gemeinde an. Zur Sicherheit sperrte der Bauhof die Straße ab.

Seit Jahren kümmern sich die jungen Familien um den Spielplatz am Kastanienring. "Sie halten alle Geräte in Schuss und haben dafür auch schon mehrmals Preise erhalten", berichtet ein mit den Eltern befreundeter Mann der Frankenpost (der Name ist der Redaktion bekannt).

Für die Ferienaktion hatten die Eltern extra Wurfspiele gebastelt, "Gold" im Sand versteckt und ein Bobbycar-Rennen geplant. Doch mitten in dem freudigen Trubel stand auf einmal die Polizei in der Straße. Die Beamten sahen sich laut der Eltern um und wussten nicht genau, was sie hier eigentlich zu tun hatten. Eine Ruhestörung konnten sie nicht feststellen. "Es war so laut, wie Kinder eben sind, wenn sie spielen", sagt der Mann, der sich an unsere Zeitung gewandt hat.

Da die Polizei schon mal hier war, zeigten die Beamten den Kindern den Wagen und schalteten sogar das Blaulicht an. Wenig später zogen die Ordnungshüter, ohne eine Ermahnung ausgesprochen zu haben, ab.

Als der Nachmittag langsam ausklang, versammelten sich einige Eltern und Nachbarn noch am Spielplatz, um noch ein wenig zu reden oder ein Bier zu trinken. "Auch hier ging es nicht laut zu, im Gegenteil", sagte ein Anwohner, der sich zu der lustigen Gruppe gesellt hatte. Wieder fühlte sich aber jemand in der Straße belästigt und verständigte erneut die Polizei. "Als die Beamten um 22 Uhr eintrafen, waren die Eltern schon daheim."

Ein Anruf bei der Polizei in Marktredwitz bringt kein Licht in das Dunkel. "Bei uns ist kein Einsatz vermerkt", teilt ein Beamter auf Nachfrage der Frankenpost mit. Dies müsse aber nichts heißen.

Die Eltern sind zwar begeistert von der Polizei, "die unser Ferienprogramm wirklich gut bereichert hat", aber von der Aktion des Anwohners tief enttäuscht. "Offenbar fehlt ihm einfach Lebensfreude. Schade, dass die Allgemeinheit für den völlig unnötigen Polizeieinsatz aufkommen muss. Kinder sind in unserer Gesellschaft die Zukunft und das Wertvollste, das wir haben. Sich darüber aufzuregen, ist schon traurig. M. Bäu.

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Veröffentlicht am:
18. 08. 2019
16:54 Uhr

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18. 08. 2019
16:54 Uhr



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